Arbeiterstreiks bei Samsung 30 Tage Streik bei Samsung in Indien: Festnahmen, Verhandlungen & Auswirkungen

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Die Streiks für mehr Gehalt und die Anerkennung der Gewerkschaften in der indischen Samsung-Fabrik bei Chennai gehen inzwischen in die fünfte Woche. Zeitweise wurden rund 900 Mitarbeiter und Gewerkschaftsmitglieder festgenommen und wieder freigelassen. Berichten zufolge soll die Gewerkschaft CITU Gespräche blockieren. Und: Auf die Produktion sollen die Streiks nur geringe Auswirkungen haben.

In einer Samsung-Fabrik in Indien wird seit Anfang September 2024 gestreikt (Symbolbild).(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
In einer Samsung-Fabrik in Indien wird seit Anfang September 2024 gestreikt (Symbolbild).
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Seit rund 30 Tagen, seit dem 9. September 2024, streikt geschätzt die Hälfte der etwa 1.800 Arbeiter in einer Samsung-Fabrik bei Chennai in Indien. In der Fabrik werden vornehmlich Haushalts-Großgeräte wie Kühlschränke, Fernseher und Waschmaschinen für den indischen Markt produziert. Die Gewerkschaft CITU (Centre of Indian Trade Union) hatte zu den Streiks aufgerufen. Die Arbeitervertreter fordern unter anderem höhere Löhne für die Mitarbeiter, die Anerkennung ihrer Gewerkschaft und eine bessere Ausstattung.

In der vierten Woche der Streiks wurde bekannt, dass dienstags rund 850 Mitarbeiter von Samsung und 60 Gewerkschaftler wieder auf freien Fuß gesetzt wurden. Sie wurden zuvor fast einen Tag lang festgehalten, weil sie nicht genehmigte Straßenproteste organisiert oder daran teilgenommen hatten.

Während der andauernden Streiks stellte Samsung einige Vertragsarbeiter und Auszubildende ein, um die Auswirkungen auf die Produktion zu minimieren, wie eine Quelle gegenüber Reuters bestätigte. Dennoch sei man vonseiten Samsungs offen für Gespräche. Aktuellen Berichten zufolge soll die Gewerkschaft CITU Verhandlungen derzeit blockieren.

Der Einfluss auf die Produktion soll eher gering sein

Obwohl mehr als 1.000 Mitarbeiter des Werks seit nun einem Monat die Arbeit niedergelegt haben, soll der Einfluss auf die Produktion dennoch gering sein. "Interessanterweise gab eine andere Quelle an, dass die Produktion von Samsung nicht wesentlich beeinträchtigt wurde", schreiben die Autoren von Rediff.

Die CITU behauptet, dass die Arbeitnehmer langen Arbeitszeiten erfüllen müssen und unter starkem Druck stehen, Produkte wie Kühlschränke, Waschmaschinen oder Fernsehgeräte innerhalb kurzer Zeit fertigzustellen. Sie arbeiten ohne Pause mehrere Stunden am Stück und unter unsicheren Bedingungen. Samsung hingegen argumentiert, dass ihre Angestellten das 1,8-fache des örtlichen Durchschnittsgehalts in der Elektronikbranche erhalten und noch von weiteren Vergünstigungen profitieren.

Anfang der zweiten Oktoberwoche soll laut Berichten von Reuters ein Angebot Samsungs ausgeschlagen worden sein, das folgende Begünstigungen beinhaltete: „Samsung schlug diese Woche vor, bis März eine monatliche Prämie von 5.000 Rupien (60 Dollar), mehr klimatisierte Busse, ein abwechslungsreiches Cafeteria-Menü und einen Geschenkgutschein von 24 Dollar im Falle einer Geburt eines Kindes anzubieten.“ Die CITU hat den Vorschlag ausgeschlagen, weil es nicht die Anerkennung der Arbeitervereinigung umfasse.

Die CITU ruft außerdem zu Arbeitsniederlegungen im gesamten Bundesstaat Himachal Pradesh auf, und zwar am 26. November 2024, wie The Tribune berichtet. Der Protest richtet sich gegen die „arbeiter-, bauern- und volksfeindliche“ Politik der Zentralregierung unter Premierminister Narendra Modi. Aufgrund der „neoliberalen und prokapitalistischen“ Politik hätten Erwerbslosigkeit, Armut und Ungleichheit zugenommen, wird CITU State President Vijendra Mehra zitiert. (sb)

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