Im November 1994 wurde bekannt, dass diese ersten Pentium-Prozessoren über einen Hardware-Bug verfügte, der bei bestimmten Fließpunktberechnungen falsche Ergebnisse ausspuckte. Als Entdecker des Fehlers galt Prof. Thomas Ray Nicely vom Lynchburg College. Tatsächlich hatte aber Intel offenbar während der F&E für die nächste Pentium-Generation, dem Pentium P6, den Fehler bereits selbst entdeckt. Anstatt ihn zu veröffentlichen hatte man jedoch beschlossen, den Fehler geheim zu halten, und weitere Prozessoren mit diesem Bug verschickt. Umso fataler sollte sich deshalb die Veröffentlichung des Hardwarefehlers durch Dritte auf das Unternehmen auswirken.
Bildergalerie
Nicely hatte einen Programmcode für seine Rechner geschrieben, der hohe Primzahlen, Zwillingsprimzahlen, Primzahltripel und Primzahlvierlinge aufzählen sollte - Ziel war eine exakte Berechnung der brun'schen Konstanten. nachdem er einen Pentium zu seinen Rechenverbund hinzugefügt hatte, stellte er Inkonsistenzen in seinen Berechnungen fest. Der Fehler lag in der Fließpunkteinheit: Intel führte den Bug auf fehlende Einträge in der Lookup-Tabelle zurück, die von der Gleitkomma-Divisionsschaltung verwendet wurde. In der Folge wurde der Hardwarefehler auch als Pentium-FDIV-Bug (für Floating Point Division) bekannt. Fachmagazine sprachen zu jener Zeit meist vereinfacht vom 'Pentium-Bug'.
Anfangs versuchte Intel noch, den Fehler herunterzuspielen. So gab Intel in einer Pressemitteilung bekannt, dass der durchschnittliche Anwender eines Pentium-Prozessors nur einmal in 27.000 Jahren etwas von diesem Bug merken würde. Diese Aussage sorgte nur für noch mehr Gegenwind: In der Januarausgabe 1995 schrieb das deutsche Computermagazin c't, dass bei gleitkommaintensiven Berechnungen der Fehler einmal alle 60 Stunden aufträte. IBM, einer von Intels größten Kunden, stoppte pressewirksam die Auslieferung aller mit Pentium-Prozessoren ausgestatteten PCs – was allerdings auch ein kalkuliertes Manöver war, war stand doch IBMs Power-PC-Architektur seit Erscheinen der Pentium-Pro-Reihe mit Intel in direkter Konkurrenz, wenn es um den Rechenzentrums-Markt ging.
Tatsächlich war der Fehler für Standardanwender, wenn es nicht gerade um die Berechnung sehr großer Zahlen ging, eher marginal. Tatsächlich tritt der Bug nur bei der Berechnung bestimmter, sehr hoher Zahlenpaare in Erscheinung. Mindestens die ersten 12 Bit einer Berechnung waren immer korrekt, einfache genaue Zahlen waren von dem Fehler grundsätzlich nicht betroffen.
Dennoch erntete Intel, gerade wegen der als herablassend wahrgenommenen Art, den Fehler herunterzuspielen, in der Öffentlichkeit viel Spott und Häme. Schon bald kursierten unzählige Witze zum Pentium-Bug, wie etwa "Wie viele Spieler hat die Intel-Fußballmannschaft? 10,9999997".
Die letzten Mitglieder der 1. Pentium-Generation, die Prozessoren der Reihe P54CS und P55C, waren schließlich bereits FDIV-Fehler-befreit ausgeliefert.
Ein Name für hohe Leistung
Dennoch erreichte Intel mit dem Pentium sein angestrebtes Ziel. Der Pentium –insbesondere die P54C-Reihe – stellte einen enormen Leistungssprung auf dem Desktop-PC-Markt dar, der Mitte der 90er erst so richtig explodierte. Die noch mit 5x86 bezeichneten Modelle von AMD und Cyrix, die effektiv 'nur' eine verbesserte 486-Architektur darstellte, konnte mit dem superskalaren Ansatz der neuen CPU-Architektur nicht mithalten, so dass die Bezeichnung 586 schnell wieder vom Markt verschwand. Da insbesondere das neue, komplett GUI-basierte Betriebssystem Windows 95 von den Geschwindigkeitsvorzügen der neuen 32-Bit-Pentiumprozessoren profitierte, gingen der Erfolg des Prozessors und des Microsoft-OS Mitte der 90er Hand in Hand, so dass der Slogan "Intel Inside" und der Begriff "Pentium" fast schon gleichbedeutend mit dem PC wurden - und die x86-Pendants ablöste, ohne die Kompatibilität zu ihnen aufzugeben.
Es sollte bis März 1996 dauern, bis AMD mit dem erstmals komplett selbst entwickelten x86-Prozessor K5 wieder kontern und ein ernsthafter Konkurrent für Intel werden konnte. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Pentium-Marke mit den Pentium-Pro-Modellen allerdings bereits im High-End- und Rechenzentrumsmarkt etabliert, wo sie nach und nach konkurrierende RISC-basierte Architekturen wie PowerPC ebenfalls verdrängen sollte. Und auch heute, 25 Jahre und mehrere x86-Prozessorgenerationen später, tragen immer noch einige neue Pentium-Prozessoren den Pentium-Namen.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.