Elektronische Produkte zulassen Zertifizierte Produkte öffnen Türen zu Märkten
Zertifizierte Produkte öffnen ansonsten verschlossene Märkte. Neben den Vorteilen muss vor allem ein allgemeines Verständnis für die Relevanz ordnungsgemäßer Zertifizierungen erfolgen. In unserem Beitrag geben wir Ihnen Lösungsansätze.
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In Zeiten globaler Märkte werden Fragen der Zertifizierung immer komplexer: Die Normendichte und die Zahl der relevanten Prüfzeichen nehmen stetig zu, und die Voraussetzungen für eine Produktzulassung sind weltweit extrem inhomogen. Es erfordert viel Erfahrung, in diesem unübersichtlichen Gelände sicher zu navigieren. Die Vorteile einer fachgerechten Zertifizierung bzw. Produktzulassung liegen auf der Hand: Kürzere Einführungszeiten bringen erhöhte Umsatzchancen und Vorteile gegenüber den Wettbewerbern. Insofern ist bei Unternehmen, die technische Produkte vermarkten möchten, das Bewusstsein für die Relevanz ordnungsgemäßer Zertifizierungen mittlerweile sicherlich gewachsen.

Strategisch vorgehen und Zielmärkte identifizieren

Entscheidend sind auch der Lieferumfang, der geplante Einsatzbereich der Produkte und schließlich der Einbau von Funkschnittstellen an Geräten. Darüber hinaus spielt der Faktor Zeit eine zentrale Rolle.Häufig wird während der Abwicklung der Zertifizierung die oft lange Liste von Ländern, in denen ein Produkt zugelassen werden soll, mit Blick auf die anfallenden Kosten sehr schnell zusammengestrichen. Oft wird dabei jedoch übersehen, dass manche Zulassungen in einigen Ländern verpflichtend sind, in anderen jedoch freiwillig. Ein Beispiel ist das Singapore Safety Mark. Dieses Siegel ist für die Home-Computer verpflichtend, bei Geräten für den professionellen Einsatz jedoch freiwillig. Dazu kommt, dass die Frage nach dem Umfang der Zertifizierung zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden kann, etwa im Zulieferbereich.
Selbst wenn zum Beispiel ein Hersteller den Marktzugang in einem Land ursprünglich nicht plante, kann die entsprechende Zertifizierung doch später Thema werden, wenn ein Kundenunternehmen das betreffende Bauteil in einem seiner Produkte verwenden möchte oder bereits verwendet hat und genau diesen Marktzugang anstrebt. Auch wenn aufgrund der Kosten sicher kein Unternehmen seine Produkte über den vorgeschriebenen Standard hinaus zertifizieren wird, ist es hier doch wichtig, gut zu planen und dabei auch die Interessen wichtiger Abnehmer im Blick zu behalten, um sich nicht frühzeitig Marktchancen zu verbauen.
Einsatzbereiche und Lieferumfang klären
Um den Aufwand bei der Zertifizierung möglichst gering zu halten, ist vor der Zulassung für jedes Produkt unter Betrachtung der Anwendungsfälle zu klären, in welche Kategorie es optimalerweise eingeordnet werden sollte. Selbst innerhalb eines Bereichs ist hier zu differenzieren. Ein Beispiel aus der Medizin: In Bezug auf die relevanten Vorschriften ist es ein Unterschied, ob ein PC in einem Krankenhaussekretariat oder zur Steuerung des Computertomographen eingesetzt wird.
Das nötige Wissen über Produktzulassungen hilft hier Kosten sparen. Einen Sonderfall stellen Geräte mit Funkschnittstellen dar. Denn hier wird es immer dann besonders diffizil, wenn in ein Gerät eine der heute gängigen Funkschnittstellen wie WLAN oder Bluetooth eingebaut wird. In diesem Fall müssen eine Reihe zusätzlicher Normen und Vorschriften beachtet werden.

Der zeitliche Rahmen und der Zeitpunkt einer Zertifizierung
Entscheidend ist auch der zeitliche Rahmen und der Zeitpunkt einer Zertifizierung. Erstens ist es wichtig, sich rechtzeitig mit dem Thema Zertifizierung auseinanderzusetzen. Relevante Vorschriften sollten schon während der Entwicklung berücksichtigt werden. Im schlimmsten Fall kann sonst ein aufwändiges Redesign notwendig werden. Zudem ist einzuplanen, dass eine Zertifizierung je nach Land und „Lernkurve“ bis zu 26 Wochen dauern kann.
Bei Fujitsu Technology Solutions wird das Zertifizierungsteam des unabhängigen Product Compliance Center bereits in einer sehr frühen Entwicklungsphase eingebunden. Zusammen mit der Entwicklungsabteilung wird eine Zertifizierungsstrategie erarbeitet, um das Produkt zu einem möglichst frühen Zeitpunkt auf den Zielmärkten verkaufen zu können. Fujitsu Technoloy Solutions zertifiziert IT- und Elektronikprodukte und arbeitet mit einem internationalen Partnernetzwerk zusammen. Von dieser Expertise profitieren seit 1996 auch externe Kunden. Über das Service- und Beratungsangebot rund um den Themenkomplex Zertifizierung hinaus bietet das Product Compliance Center unter dem Stichwort Compliance Talks auch eine Seminarreihe zu den zentralen Fragen des internationalen Marktzugangs an.
* Dr. Martin Maywald ist Manager International Certification Team im Product Compliance Center von Fujitsu Technology Solutions in Augsburg.
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