Analyse der Telekom Zehn Thesen, wie Unternehmen vom Smart Home profitieren können
Im digitalen Zuhause ist alles vernetzt: Zehn Thesen zeigen, wie Unternehmen vom vernetzten Zuhause profitieren und dass letztlich eine herstellerübergreifende Plattform Erfolg haben wird.
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Mit der Digitalisierung ändert sich unsere Lebens- und Arbeitswelt. Alle Dinge, Prozesse und Produkte die sich digitalisieren lassen, werden auch digitalisiert.
Passen sich Unternehmen diesem Trend nicht an laufen sie Gefahr, überholt zu werden oder gar zu verschwinden. Sind die etablierten Firmen nicht schnell genug übernehmen In der digitalen Welt die digitalen Unternehmen ihre Marktsegmente. Auch das Smart Home wird da wohl keine Ausnahme machen. Für Unternehmen ist es daher wichtig, die Entwicklung auf dem Smart-Home-Markt nicht zu verpassen und einen Weg zu finden, mit geringem Risiko und niedrigen Investitionskosten neue, digitale Angebote zu erstellen. Das Positive: Der Smart-Home-Markt wächst. In naher Zukunft wird Smart Home so etwas Selbstverständliches sein wie heute die Nutzung von Smartphones.
Smart-Home-Anwendungen in Deutschland 2014
Welche Möglichkeiten und Geschäftsmodelle Smartphones derzeit bieten, war vor wenigen Jahren noch nicht absehbar. Dort ist ein komplett neuer Markt entstanden mit neuen Produkten, Vertriebswegen oder Marketingstrategien. Ähnlich wird es im Smart Home sein. Wollen Unternehmen diesen Markt besetzen, müssen sie jetzt handeln.
1. Im nächsten Jahrzehnt werden vernetzte Geräte unser Zuhause verändern. Das Internet führte zur ersten digitalen Revolution. Das Internet der Dinge wird – vor allem zu Hause – zur zweiten digitalen Revolution führen. Viele Geräte, die wir heute bereits nutzen, werden in Zukunft neue Möglichkeiten bieten. Wenn intelligente Geräte im Haushalt zur Verfügung stehen, einander erkennen und untereinander Informationen austauschen, wird Smart Home mehr sein als die Summe seiner Geräte.
2. Es geht um einen milliardenschweren Markt. Das Marktforschungsinstitut Strategy Analytics prognostiziert, dass bis 2019 rund 50 Millionen Haushalte in Westeuropa Smart Home-Technologien anwenden werden. Dies wird ein Marktvolumen von mehr als zwölf Milliarden Euro erzeugen.
3. Smart Home verändert Kundenbeziehungen grundlegend. Innovative Marken werden profitieren. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, mit dem vernetzten Zuhause Geld zu verdienen. Traditionelle Marktteilnehmer müssen jedoch sicherstellen, dass sie diese Entwicklung nicht verpassen. Start-ups bietet sich die Chance, grundlegend in den Markt einzugreifen, obwohl sie keine Branchenexpertise besitzen.
4. Führende Marktteilnehmer müssen Initiative ergreifen. Da der Markt gegenwärtig noch in der Entstehung ist, haben Unternehmen Gelegenheit, neue Strategien, Partnerschaften, Vertriebswege und innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln und zu testen. Wer Risiken eingeht, wird am Ende erfolgreich sein.
5. Um Kunden zu erreichen, müssen Unternehmen auf deren Bedürfnisse eingehen Das wichtigste ist, dass Unternehmen die Bedürfnisse des Kunden genau kennen. Im ersten Schritt sollten diese mit einem einfachen, überzeugenden und bedarfsgerechten Angebot geweckt werden. Anschließend müssen Unternehmen diese Angebote weiterentwickeln und schrittweise ausbauen.
6. Der echte Mehrwert liegt im Angebot von Dienstleistungen. Im Frühstadium des Smart-Home-Markts wird der größte Umsatz mit dem Verkauf von Geräten erzeugt. Das allein wird aber nicht zum Erfolg führen, denn langfristig werden Dienstleistungen das Geschäft dominieren.
7. Der Markt ist nicht homogen. Anbieter müssen beachten, dass es in den jeweiligen Ländern und Regionen unterschiedliche Bedürfnisse gibt. Angebote, die in einem Markt großen Absatz finden, verkaufen sich in einem anderen eventuell schlechter. Dies gilt für Angebote, Produkte, Marktkanäle sowie Marken.
8. Unternehmen können Win-Win-Partnerschaften schaffen Unternehmen sollten Partnerschaften mit Marken eingehen, die ihr Angebotsportfolio erweitern. Potenzielle Partnerunternehmen müssen vorab definieren, wie der geschaffene Nutzen aus der Partnerschaft über das Erstangebot hinaus erweitert werden kann – zum Beispiel im Sinne von zusätzlichen Services für Endkunden. Die Grundlage für den Erfolg sind offene und erweiterbare Plattformen, auf denen Verbraucher herstellerübergreifende Angebote nutzen können.
9. Kurz- und mittelfristig wird es keinen einheitlichen Standard geben Eine der größten Herausforderungen im Smart-Home-Markt ist und wird die Standardisierung sein. Aktuell existieren viele Systeme, die nicht kompatibel sind. Um dem babylonischen Sprachengewirr zu entgehen, ist die Etablierung einer herstellerübergreifenden, offenen und flexiblen Plattform die einzige Lösung.
10. Herstellerübergreifende Plattformen werden erfolgreich sein. Die Erfahrungen aus vielen verschiedenen Märkten belegen, dass – sowohl im Bereich der Hard- als auch der Software – bislang ausschließlich plattformbasierte Ansätze erfolgreich waren. Den größten Erfolg verzeichneten Plattformen, an deren Entwicklung Developer Communities mitgewirkt hatten.
* Nils Hafenrichter ist Diplom-Ingenieur für Nachrichtentechnik und Pressesprecher bei der Deutschen Telekom.
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