Was uns heute selbstverständlich erscheint, war Anfang der 1970er Jahre eine Revolution. Der Xerox Alto war der erste Computer mit Maus und grafischer Benutzeroberfläche. Doch es dauerte noch mehr als ein Jahrzehnt, bis das Konzept massentauglich wurde.
Der Xerox Alto war der erste Computer, der sich über eine grafische Benutzeroberfläche bedienen ließ. Doch setze er sich nie kommerziell durch. Erst Apple und Microsoft bauten auf der Idee einer grafischen Benutzeroberfläche mit ihren eigenen Betriebssystemen auf.
(Bild: Heinz Nixdorf MuseumsForum & Jan Braun ; Licence: CC BY-NC-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/))
Klicken, ziehen, öffnen - wer heute mit modernen Betriebssystemen und einer grafischen Benutzeroberfläche arbeitet, steuert fast alle Funktionen mit der Maus. Dabei spielt es keine Rolle, ob auf dem Computer Windows, MacOS oder Linux als Betriebssystem installiert ist. Auch Android bietet eine grafische Benutzeroberfläche.
Grafische Benutzeroberflächen sind keine Erfindung der Neuzeit. Schon der Macintosh konnte über eine grafische Benutzeroberfläche und Maus bedient werden. Alle modernen Computer haben einen Vorfahren: den Xerox Alto. Dieser Rechner aus dem Jahr 1973 entstand im damals neu gegründeten Forschungs- und Entwicklungslabor des Kopiergiganten im Palo Alto Research Center (PARC). Der Xerox Alto war der erste Computer, der von Menschen ohne großen Aufwand bedient werden konnte. So verfügte der Rechner neben einer grafischen Benutzeroberfläche auch über LAN-Technik und eine Textverarbeitung per WYSIWYG.
Rechengiganten ganz ohne grafische Benutzerschnittstelle
In den 1970er- und frühen 1980er-Jahren dominierten demgegenüber klobige Großrechner wie das System 360 von IBM. Sie wurden von Großunternehmen eingesetzt, um komplexe Berechnungen durchzuführen. Mainframes füllten ganze Räume oder sogar Stockwerke.
Außerdem standen sie immer weit entfernt von den Anwendern. Eine einfache Bedienoberfläche oder gar eine Steuerung per Maus war bei diesen Rechenriesen nicht vorgesehen. Die vielen gleichzeitigen Nutzer eines solchen Computers teilten sich das System als gemeinsame Ressource. Sie meldeten sich in der Regel aus der Ferne an.
Der Computer und das Büro der Zukunft
Hinter dem Projekt des Xerox Alto standen Menschen, die von Universitäten, aus der Industrie oder der Forschung kamen. Ihr gemeinsames Wissen brachten ist im Xerox PARC zusammen. Sie alle teilten einen gemeinsamen Standpunkt: Mit viel Kreativität und guter Software entwickelten sie gemeinsam den Alto. Später kam das Wissen anderen Tech-Unternehmen zugute. Aber dazu später.
Die Forscher am PARC wollten nichts Geringeres, als das Büro der Zukunft entwerfen. Sie erfolgten das Ziel, Hard- und Software zu entwickeln, die aus Sicht von 1973 in zehn bis 15 Jahren sowohl technologisch als auch wirtschaftlich möglich und wünschenswert sein könnten.
2.000 Computer innerhalb von zehn Jahren
In einer ersten Auflage sollten von dem Alto 80 Einheiten gebaut werden. Die Umsetzung eines Rechners kostete damals rund 10.000 US-Dollar. In den nächsten zehn Jahren sollten insgesamt 2.000 Computer des Typs Alto gebaut werden. Allerdings war der Alto nie für den kommerziellen Handel vorgesehen. Abnehmer waren neben Xerox vor allem namhafte Universitäten in den USA wie Stanford, Carnegie Mellon, MIT oder die University of Rochester.
Die erste Software des Alto wurde in der Programmiersprache BCPL erstellt. Danach folgten die Programmiersprachen Smalltalk und Mesa. Die beiden letztgenannten wurden außerhalb von PARC kaum umfassend eingesetzt wurden.
Ein Blick auf die Hardware des Alto
Der im Alto verbaute Prozessor war ein Bit-Slice-Prozessor. Dieser basierte den 74181 von Texas Instruments. Hinzu kamen ein ROM-Steuerspeicher mit einer beschreibbaren Steuerspeichererweiterung und 128 (erweiterbar auf 512) kByte Hauptspeicher. Es enthielt eine Festplatte mit einer herausnehmbaren 2,5-MByte-Kassette mit einer Platte (hergestellt von Diablo Systems, einer Firma, die Xerox später kaufte). Alles war in einem Schrank untergebracht, der ungefähr die Größe eines kleinen Kühlschranks hatte.
Zu den Eingabegeräten des Alto gehörten eine kundenspezifische abnehmbare Tastatur, eine 3-Tasten-Maus, eine optionale Fünf-Tasten-Akkordtastatur und viele andere E/A-Geräte, darunter eine Videokamera, ein Hy-Type-Daisy-Wheel-Drucker und eine parallele Schnittstelle, die alle relativ selten waren. SRI entwickelte die Maus und die Akkordtastatur.
Während die Maus bei den Alto-Benutzern ein Erfolg war, konnte sich die Akkordtastatur nie durchsetzen. Die Tasten der frühen Maus waren drei schmale Balken, die von oben nach unten und nicht von Seite zu Seite angeordnet waren. Zwei senkrecht zueinander stehende Räder sorgten für die nötige Bewegung. Diese wurden bald von Kugelmäusen abgelöst. Diese waren fotomechanische Mäuse, bei denen zunächst weißes, später infrarotes Licht die Umdrehungen der Räder im Inneren der Maus zählte.
Stand: 08.12.2025
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Jede Taste auf der Tastatur wurde durch ein bestimmtes Bit in einer Reihe von Registern repräsentiert. Diese Funktion änderte, von wo aus der Alto gebootet wurde (entweder von einer lokalen Festplatte oder über das Netzwerk). Was geschah mit dem Alto? Als der Computerpionier Steve Jobs im Dezember 1979 Xerox PARC besuchte, ließ er sich die Programmierumgebung, die Netzwerktechnik und vor allem die WYSIWYG-Oberfläche mit der mausgesteuerten grafischen Benutzeroberfläche zeigen. Vor allem die Benutzeroberfläche faszinierte Jobs. Er integrierte sie später in den Apple Lisa und den Macintosh. Viele Entwickler von Xerox arbeiteten später für Apple.
Warum der Xerox Alto scheiterte
Obwohl der Xerox Alto ein revolutionäres Stück Technik war, scheiterte er. Die Entwickler bei Xerox hatten viele neue und zum Teil revolutionäre Ideen, konnten diese aber mangels eines kommerziellen Geschäftsmodells nicht gewinnbringend umsetzen. Das schafften erst mehr als ein Jahrzehnt später Tech-Firmen wie Apple und Microsoft.