Bevor Rutronik sich für die Traceability-Lösung mit Q-Trace entschied, wurden die Identcodes der SMD-Spulen mit Handscannern erfasst. Abgesehen von Lese- und Handhabungsfehlern, die diese manuelle Arbeitsweise mit sich brachte, dauerte allein das Erfassen je Bauteilgebinde etwa sechsmal so lange wie die automatische Erfassung mit den stationären Lesegeräten.
Joachim Kaiser bestätigt: „Wir sparen heute täglich pro Arbeitsplatz rund 90 Minuten ein und können dennoch sicher sein, dass jede SMD-Spule, die unser Haus verlässt, sicher verifiziert und mit einem kundenspezifischen Trace-Label versehen ist.“
Zunächst stattete Rutronik acht Arbeitsplätze im Warenausgang mit Q-Trace aus. Da sich diese bestens bewährt haben, werden aktuell acht weitere Stationen in Betrieb genommen. Langfristig geplant ist, das Q-Trace-System von GOD BM entlang der gesamten Supply Chain anzuwenden.
Erste Kunden von Rutronik arbeiten bereits ebenfalls mit Q-Trace und nutzen u.a. die bereits beim Bauteildistributor erzeugten eindeutigen PU-IDs zur weiteren Traceability ihrer gefertigten Elektronikprodukte. Auch bei den Bauteilherstellern hält das Traceability-Konzept Einzug. GOD BM hat zwischenzeitlich eine Reihe von Standardschnittstellen zu ERP-Systemen geschaffen, darunter auch zu SAP-Systemen.
Spielen die Zulieferer mit, will Rutronik Q-Trace auch im Wareneingang einsetzen
Rutronik setzt derzeit Q-Trace noch nicht im Wareneingang ein. „Denn viele unserer Zulieferer sind noch nicht in der Lage, ein umfassendes Traceability-Konzept durchgängig in ihre Produktion einzubinden. Die Einführung eines solchen Systems berührt nämlich nahezu alle Unternehmensbereiche“, erklärt Joachim Kaiser. Deshalb erfasst Rutronik von der einen Mio. Spulen im Monat gegenwärtig erst etwa 500.000.
Q-Trace kann im Wareneingang alle relevanten Daten erfassen
Traceability mit Q-TRACE: Rutronik stattete zunächst seine Arbeitsplätze im Warenausgang mit Q-TRACE aus. Erste Kunden nutzen bereits die von Rutronik erzeugten eindeutigen PU-IDs zur weiteren Traceability ihrer gefertigten Elektronikprodukte (Bild: GOD BM) Die Datensammlung direkt am Wareneingang bietet den Vorteil, dass alle relevanten Daten erfasst werden können, die für die weiteren Prozessschritte innerhalb des Unternehmens wichtig sind. Die erfassten Informationen gehen an Backend-Systeme für den weiteren Abgleich. Ist eine ausreichende Plausibilität gegeben, erhalten sie die Freigabe für die fortführenden Prozesse. Liegt die nicht vor, wird die Einschleusung in das firmeneigene Prozessnetz abgebrochen.
* * Nils Borgolte ist Vertriebsingenieur bei der GOD Barcode Marketing GmbH