In turbulenten Zeiten globaler Krisen hat sich Automatisierer SMC für einen reibungslosen Geschäftsbetrieb gewappnet, berichtet Daniel Langmeier, CEO von SMC Deutschland. Wie der Konzern das sicherstellt, warum er trotz aktueller wirtschaftlichen Lage an den Standort Deutschland glaubt und welche Trends und Neuheiten er in seinem Unternehmen und am Markt kommen sieht, darüber spricht er im folgenden Interview.
Daniel Langmeier, CEO, SMC Deutschland GmbH
(Bild: Gregor Schuster/SMC)
Welche Trends sehen Sie in diesem Jahr in der Automatisierungsbranche?
Immer wichtiger werden Daten, die per Künstlicher Intelligenz (KI) und Machine Learning (ML) Prozesse optimieren, Vorhersagen und Entscheidungen in Echtzeit treffen. Unternehmen nutzen Echtzeitdaten aus Automatisierungssystemen, um Produktionsabläufe und Wartungsstrategien effizient zu steuern. KI und ML helfen, Ausfallzeiten durch vorausschauende Wartung zu reduzieren, um so die Effizienz zu steigern.
Ein weiterer Trend sind kollaborative Roboter (Cobots), die den Fachkräftemangel überbrücken und flexible Produktionsprozesse ermöglichen. Diese Roboter sind kosteneffizient und lassen sich schnell integrieren, wodurch die Produktivität gesteigert wird.
Energieeinsparung und Nachhaltigkeit rücken ebenfalls stärker in den Fokus. Automatisierungslösungen werden zunehmend umweltfreundlicher und ressourceneffizienter, um den Energieverbrauch und Ressourcenbedarf zu reduzieren. Schließlich wird Cybersecurity wichtiger, da die Vernetzung von Automatisierungssystemen wächst. Die Sicherheit dieser Systeme ist entscheidend, um Daten und Prozesse vor Cyberangriffen zu schützen.
Diese Trends zeigen, dass Automatisierungstechnik in den kommenden Jahren eine Schlüsselrolle spielen wird und tragen dazu bei, dass Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben, indem sie ihre Effizienz steigern.
Welche Produkte bringt SMC in diesem Jahr voran?
SMC wird sich verstärkt auf Produkte konzentrieren, die Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung fördern. Mit Energieeffizienz und Elektrifizierung sollen Lösungen entwickelt werden, die sowohl betriebliche Kosten senken, die Wettbewerbsfähigkeit der Kunden steigern als auch einen positiven Einfluss auf die Umwelt haben.
Ein Fokus liegt das „Air Management System“ und die „Energy Efficiency Products“, darunter die „Air Saving Box“, die den Energieverbrauch bei bestehenden Anlagen um bis zu 35 Prozent senken können. Diese Lösungen tragen dazu bei, Energiebedarf und Betriebskosten zu verringern.
Ein weiterer Fokus liegt auf der Elektrifizierung von Automatisierungslösungen. Elektrische Antriebe und Steuerungen leisten einen Beitrag zur Senkung des CO2-Ausstoßes, insbesondere wenn der Strom aus erneuerbaren Quellen stammt. Mit dieser Fokussierung auf energieeffiziente und elektrifizierte Lösungen setzt SMC auf Produkte, die nicht nur die betrieblichen Effizienzen steigern, sondern auch zur Reduzierung von CO2-Emissionen beitragen und die ökologischen Ziele der Unternehmen unterstützen.
Welche Herausforderungen beschäftigen Sie derzeit am meisten?
In der Automobilindustrie spüren Zulieferer wie SMC den Druck, da viele Unternehmen verstärkt mit Anbietern aus China konkurrieren, die zunehmend auf den deutschen Markt drängen. Insgesamt stehen unsere Kunden wegen der schwächelnden Wirtschaft unter starkem Kostendruck. Dieser Druck wirkt sich auch auf uns aus, da uns dies in die Lage versetzt, noch effizientere Lösungen zu bieten und unsere eigenen Kosten zu optimieren.
Trotz dieser Herausforderungen sehe ich zahlreiche Chancen. Das Unternehmen kann auf eine starke Marktstellung bauen, da es nicht nur hochwertige Produkte, sondern auch exzellenten Service bietet. Auf den Kostendruck reagieren wir beispielsweise, indem wir Lösungen entwickeln, die den Kunden helfen, ihre Maschinen kostengünstiger anzubieten und die Betriebskosten zu senken.
SMC investiert trotz schwächelnder Wirtschaft weiterhin in den Standort Deutschland. Was sind die Gründe dafür?
Deutschland ist einer der wichtigsten Märkte für den Maschinenbau und spielt eine zentrale Rolle für die Automatisierungsbranche. Für eine erstklassige Beratung und einen exzellenten Service ist eine lokale Präsenz entscheidend. SMC will sicherstellen, dass Kunden optimal bedient werden, indem sie direkten Zugang zu maßgeschneiderten Lösungen und einer engen Betreuung vor Ort erhalten. Deswegen hat SMC sein Vertriebsnetzwerk, das Sales Team sowie das GTC (German Technical Center) gezielt erweitert.
Als Industrieunternehmen sieht SMC seine Investitionen in den Standort Deutschland nicht nur als Beitrag zur eigenen Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch zur Stärkung seiner Kunden und zur Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung. Natürlich stehen wir in Deutschland vor großen Herausforderungen, aber es kommt darauf an, wie wir diese angehen. Daher freut es mich, wenn hier vor den Toren Frankfurts noch mehr Innovation entsteht und für die Zukunft gebaut wird. Noch in diesem Jahr plant SMC den Beginn eines weiteren Neubaus, der den Standort nachhaltig stärkt.
Stand: 08.12.2025
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Wir erweitern etwa das GTC, welches ein modernes Labor für Forschung und Entwicklung einschließt. Das ermöglicht uns die Entwicklung neuer, fortschrittlicher Automatisierungslösungen, die den Kunden helfen, wettbewerbsfähig zu bleiben. Außerdem wird durch die gezielte Förderung von Synergien zwischen Forschung und Praxis die Markteinführung innovativer Produkte beschleunigt.
Was schätzen Sie an Ihrem Standort in Egelsbach?
Ich empfinde Egelsbach als ideal, da wir mitten im Rhein-Main-Gebiet sind, wo es eine hohe Konzentration von Maschinenbauunternehmen und Unternehmen verwandter Branchen gibt. Diese Region hat sich als wichtiger Standort für Industrie und Technologie etabliert. Zudem gibt es eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur, internationale Anbindungen über den Flughafen Frankfurt und ein breites Netzwerk an Zulieferern. Dies macht die Region attraktiv. Viele unserer Mitarbeiter sind direkt in Egelsbach zuhause – es ist schön, hier verankert zu sein.
Wie sichern Sie Geschäftstätigkeit und Lieferketten für SMC in Zeiten globaler Krisen?
Das spielt für uns eine zentrale Rolle, da unser BCP (Business Continuity Planning) es uns ermöglicht, Prozesse aufrechtzuerhalten, die Lieferfähigkeit sicherzustellen, die Risiken zu minimieren und sich schnell an veränderte Bedingungen anzupassen. Globale Krisen wie Pandemien, Naturkatastrophen, Cyberangriffe oder geopolitische Konflikte können massive Störungen verursachen.
Doch ein durchdachtes BCP stellt sicher, dass essenzielle Geschäftsprozesse auch unter solchen Umständen fortgeführt werden können. Dazu gehören etwa Notfallteams oder alternative Standorte. So kann SMC binnen einer Monatsfrist in Notfällen wie Naturkatastrophen die Produktion von einer Fabrik zur anderen gewährleisten. Darüber hinaus trägt unser BCP entscheidend dazu bei, Kundenbeziehungen auch in schwierigen Zeiten zu erhalten, indem es sicherstellt, dass unsere Produkte auch in unsicheren globalen Routen zuverlässig geliefert werden können. Der Kunde dankt es uns schließlich mit Vertrauen und Loyalität.
Wie gewährleistet SMC durch BCP sichere Lieferketten und zuverlässigen Support?
Eine der zentralen Maßnahmen sind neu eingeführte einheitliche Softwarelösungen wie ARAS. Mit dieser Software können weltweit Daten erstellt, bearbeitet und ausgetauscht werden, was insbesondere im Global Technology Center eine nahtlose Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den internationalen Standorten ermöglicht. Diese Integration fördert die Effizienz und Flexibilität, sodass SMC schnell auf Veränderungen reagieren kann. So sind die fünf technischen Zentren in Japan, China, Deutschland, UK und den USA in der Lage, 24/7 Service zu bieten.
Darüber hinaus verfolgt SMC eine globale Lieferantenstrategie, um die Versorgungssicherheit in der gesamten Lieferkette zu gewährleisten. Diese Strategie stellt sicher, dass im Falle von Störungen bei einem Lieferanten auf andere zuverlässige Quelle zurückgegriffen werden kann, um die kontinuierliche Belieferung mit benötigten Materialien und Komponenten aufrechtzuerhalten. Neu hat SMC in Japan einen Lieferantenpark etabliert, welcher weitere Synergien schafft und die Verfügbarkeit von Teilen und Rohmaterial sicherstellt. (mc)
* Fabienne Vogt ist bei SMC Deutschland für Marketing und Kommunikation zuständig.