Datenübertragungsraten mit 448 GBit/s scheinen zwar noch in weiter Ferne, aber die Entwicklungsingenieure von Molex erforschen bereits die entscheidenden Komponenten und Technologien, die erforderlich sind, um diesen Meilenstein zu erreichen.
448G: Der neue Technologiesprung erfordert eine neue Infrastruktur für Rechenzentren.
(Bild: KI-generiert)
Fortschrittliche Fertigung, immersive Technologien, Gesundheitsdiagnostik, autonome Fahrzeuge, smart Cities und Industrie 4.0 werden von der höheren Geschwindigkeit und Bandbreite erheblich profitieren. Damit sind Anwendungen möglich, die auf massiven Datentransfer und Echtzeit-Reaktionsfähigkeit angewiesen sind. Es ist jedoch nicht so einfach, diesen Meilenstein zu erreichen. Die Erkenntnisse aus der 224G-Technologie fließen in die ersten 448G-Bemühungen ein. Die Entwickler müssen dabei Themen wie Signalverschlechterung, Strombedarf und Wärmemanagement im Auge behalten. Die aktuelle Entwicklung und Zusammenarbeit mit Kunden tragen dazu bei, den Weg für effiziente, skalierbare 448G-Systeme zu ebnen und die Grenzen des Machbaren zu erweitern.
Da sich KI-Anwendungen weiterentwickeln und große Sprachmodelle exponentiell mehr Rechenressourcen erfordern, ist es dringender denn je, eine Infrastruktur aufzubauen, die diesen Datenübertragungsanforderungen gerecht wird. Die Standardisierung muss jetzt beginnen, um Zukunftssicherheit zu gewährleisten, wenn 448G eingeführt wird.
Herausforderungen in der Entwicklung von 448G
Um Datenraten von 448 GBit/s zu erreichen, müssen verschiedene miteinander verbundene Probleme gelöst werden – darunter die Wahrung der Signalintegrität, das Wärmemanagement und die Skalierbarkeit. Jedes dieser Themen bringt bei steigenden Verbindungsgeschwindigkeiten eigene technische Herausforderungen mit sich.
Bei höheren Geschwindigkeiten nehmen Einfügungsdämpfung und Übersprechen zu, was die Datenübertragung stört. Molex entwickelt seine Abschirmtechniken weiter und verfeinert Signalaufbereitungsmethoden, um auch in dichten Umgebungen einen zuverlässigen Datenfluss zu gewährleisten. Neue Herausforderungen, wie Verbindungen mit höherer Dichte ohne Kompromisse bei der Stabilität, treiben Neuerungen bei Kanalarchitekturen und Abschirmmaterialien voran.
Das Wärmemanagement stellt eine weitere große Hürde dar. Herkömmliche Luftkühlung kann die bei Übertragungsraten von 448G entstehende Wärme nicht effektiv abführen. Zu den neuen Lösungen zählen Flüssigkeitskühlung und Hybridansätze, um die thermische Belastung zu bewältigen und die Energieeffizienz stabil zu gewährleisten. Diese Systeme ermöglichen dichtere Konfigurationen, was den für Hochgeschwindigkeits-Rechenzentrumsausrüstung erforderlichen Platz verringert.
Anpassungsfähigkeit ist ebenso wichtig. Rechenzentren benötigen kompakte, platzsparende Steckverbinder, die hohe Leistungsfähigkeit bieten und den Platzbedarf minimieren. Molex erforscht Systeme, die sich nahtlos in die bestehende Infrastruktur integrieren lassen und gleichzeitig zukünftiges Wachstum unterstützen. Um 448G zu ermöglichen, muss der gesamte Kanal und die Anwendung genau untersucht werden, um festzustellen, wo Kanalunterbrechungen auftreten, wie sich die Einfügungsdämpfung auf die Signalintegrität auswirkt und wo thermische Anforderungen Systeminnovationen vorantreiben. Dazu gehört die Untersuchung von Co-Packaged-Optik, um den Energieverlust über Verbindungen zu reduzieren, und neue Substrate, die den Durchsatz erhöhen.
Kompromisse und Modulationstechniken abwägen
Die Wahl der richtigen Modulationstechniken ist für 448G entscheidend. Während PAM4 der aktuelle Modulationsstandard für die Hochgeschwindigkeitsdatenübertragung ist, sind Methoden höherer Ordnung wie PAM6, PAM8 oder sogar PAM16 erforderlich, um die Bandbreitenanforderungen zu erfüllen. Diese Ansätze unterstützen zwar schnellere Datenraten, führen aber auch zu mehr Komplexität, höherem Stromverbrauch und einem höheren Fehlerpotenzial.
So reduzieren PAM8 und PAM16 die Anforderungen an die Nyquist-Frequenz, was höhere Leistung in Kanälen mit begrenzter Bandbreite ermöglicht. Diese Techniken erfordern jedoch fortschrittliche Fehlerkorrektur- und Rauschmanagementsysteme, um die Zuverlässigkeit in großem Maßstab aufrechtzuerhalten.
Um diese Herausforderungen zu bewältigen, werden Modulationsschemata verfeinert und fortschrittliche Power-Management-Strategien erforscht. Mit neuartigen Signaltechniken wie der differenziellen Signalübertragung und verbesserten Codierungsverfahren streben Entwickler ein Gleichgewicht zwischen Energieeffizienz und Signalintegrität an. Molex arbeitet daran, diese Verfahren zu verbessern, um Energiebedarf und Signalintegrität in Einklang zu bringen und den Weg für skalierbare Systeme der nächsten Generation zu ebnen.
Rechenzentren im Wandel
Der Übergang zu 448G wird erhebliche Veränderungen in der Gestaltung und Infrastruktur von Rechenzentren mit sich bringen. Die derzeitigen Architekturen werden nicht mehr ausreichen und erfordern neue Ansätze, um den Anforderungen an Dichte, Energie und Kühlung bei höheren Geschwindigkeiten gerecht zu werden.
Stand: 08.12.2025
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Kommende 448G-Lösungen erfordern eine neue Raumaufteilung und Kühlungsstrategien in Rechenzentren. Fortschrittliche Kühlmethoden, wie zum Beispiel Flüssigkeitssysteme, können Wärmeengpässe reduzieren und dichtere Konfigurationen ermöglichen, die die Energieeffizienz verbessern.
Hybridlösungen, wie Co-Packaged-Optik und neuartige Substratdesigns, ebnen den Weg, indem sie die physischen Einschränkungen traditioneller Rechenzentrumsarchitekturen überwinden. Diese Optik reduziert die Abhängigkeit von Kupferverbindungen, indem optische Module näher an den Verarbeitungseinheiten platziert werden. Darüber hinaus werden neue dielektrische Materialien geprüft, um die Effizienz der Datenübertragung zu steigern und höhere Bandbreitenanforderungen zu unterstützen.
Anwendungen jenseits von KI
Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen (ML) sind zwar die Haupttreiber für schnellere Datenanbindung, doch die potenziellen Anwendungen von 448G gehen weit über diese Bereiche hinaus. Autonome Fahrzeuge sind auf eine schnelle und zuverlässige Datenübertragung angewiesen, um Umgebungseinflüsse zu verarbeiten und Entscheidungen in Echtzeit zu treffen. Ebenso benötigen Smart Cities robuste Hochgeschwindigkeitsnetzwerke für Echtzeitüberwachung, Kommunikation und Infrastrukturmanagement.
Immersive Technologien wie Augmented und Virtual Reality (AR/VR) sind auf nahtlose, hochwertige Datenströme angewiesen, die durch 448G unterstützt werden, um ein ununterbrochenes und umfassendes Nutzererlebnis zu bieten. Diese Technologien erfordern eine gleichbleibend niedrige Latenz und hohe Bandbreite, was sie zu idealen Kandidaten für zukünftige 448G-Systeme macht.
Im Gesundheitswesen ermöglicht schnellere Datenübertragung Diagnosen in Echtzeit, groß angelegte Simulationen sowie Fortschritte in der Patientenversorgung und medizinischen Forschung. Auch Industrie-4.0-Anwendungen, einschließlich fortschrittlicher Fertigung und industrieller Automatisierung, werden profitieren, wenn 448G den schnellen Datenaustausch und die Systemüberwachung unterstützt. Hochautomatisierte Fabriken könnten 448G nutzen, um Tausende von Geräten mit nahezu sofortigen Reaktionszeiten zu vernetzen und so die betriebliche Effizienz zu verbessern.
Diese Beispiele zeigen, dass 448G nicht nur eine Leistungssteigerung mit sich bringt – es ist ein Schritt hin zu neuen Möglichkeiten und einer Transformation der Datenverarbeitung und -nutzung.
Neue Entwicklungen für bessere Datenanbindung
Während 448G schon heute ein theoretischer Meilenstein ist, bereitet sich Molex auf seine unausweichliche Umsetzung vor. Die führende Rolle des Unternehmens bei der Entwicklung von 224G-Lösungen bildet die Grundlage, um die Herausforderungen kommender Datenübertragungstechnik zu meistern. Die Zusammenarbeit mit dem Open Compute Project (OCP), dem Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) und dem Optical Internetworking Forum (OIF) trägt dazu bei, die Standards und Benchmarks für neue Technologien zu prägen.
Da die Nachfrage nach mehr und schnellerer Datenanbindung steigt, wird Molex weiterhin eine zentrale Rolle übernehmen. Durch intensive Forschung, Zusammenarbeit und Entwicklung technischer Lösungen arbeitet das Unternehmen daran, die Infrastruktur der Gegenwart auf die Datenübertragung der Zukunft vorzubereiten. (mc)