Kunstwerke gehören ins rechte Licht gerückt: Bei schädlichen Wellenlängen wird die Oberfläche angegriffen und im schlimmsten Fall das teure Kunstwerk zerstört. Ein mobiles Lichtmessgerät schafft Abhilfe.
Keine schädlichen Wellenlängen: Kunstwerke reagieren besonders empfindlich auf Licht. Um ungünstige oder gar zerstörerische Wellenlängen zu erkennen, bietet sich mobile Lichtmesstechnik an.
(Bild: Dariusz T. Oczkowicz, ars digital media services - stock.adobe.com)
Seit Menschengedenken wird Kunst geschaffen, bewahrt, geschützt und im schlimmsten Fall durch Kriege mutwillig zerstört. Neue Beleuchtungsanlagen werden installiert, um Kunstwerke in Galerien Ausdruck zu verleihen und Sie genießen und bewundern zu können – ohne zu wissen, welch schädlichen Einfluss die Beleuchtung auf das Kunstwerk haben kann. Licht ist elektrische Energie und somit Strahlung: unabhängig, ob sie von einer Halogen-Lampe oder LED erzeugt wird.
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Die freigesetzte Strahlungsenergie verursacht irreversible Veränderungen am Kunstmaterial. So wird die Energie in Strahlungswärme umgewandelt und verursacht Risse und Farbänderungen auf der Oberfläche des Werks. Ebenso wird durch das Licht eine photochemische Reaktion in Gang gesetzt, bei der chemische Veränderungen auf molekularer Ebene des Kunstobjekts stattfinden.
Die Schädigung durch elektromagnetische Strahlung ist je nach Spektralbereich verschieden. Den schädlichsten Einfluss hat Licht im nicht-sichtbaren Bereich. Einmal am unteren Ende des Wellenlängenbereichs, das heißt im ultravioletten Spektrum mit Wellenlängen von 315 bis 400 nm und im Infrarotbereich über 750 nm. Selbst wenn diese beiden Bereiche im Licht abgeschnitten werden, genügt der sichtbare Spektralbereich von 380 bis 750 nm, um früher oder später merkliche Schädigungen wie Verblassen oder Vergilben hervorzurufen.
Beleuchtungsstärke und empfindliche Materialien
Unterschiedliche Materialien sind unterschiedlich stark empfindsam gegenüber der ausgesetzten Beleuchtungsstärke. Eine hohe Lichtempfindlichkeit haben beispielsweise Kostüme und Textilien aber auch alle Art von gefärbten und bedruckten Stoffen wie Zeitungen, Zeichnungen, Aquarelle, Fotos und Briefmarken. Hier liegt die empfohlene Beleuchtungsstärke bei gerade mal 50 lx. Im mittleren Bereich, bei 100 lx, sind Ölgemälde, Plastik, Holz, Mineralien oder auch Knochen angesiedelt. Die geringste Empfindlichkeit und eine empfohlene Beleuchtungsstärke von 300 lx haben Glas, Keramik, Metall und Stein. An dieser Einteilung kann man erkennen, wie wichtig eine korrekt gemessene und eingesetzte Beleuchtung ist.
Jedem Museum und jeder Galerie ist es wichtig, dass die beherbergten Werke unter einer Beleuchtung so natürlich und unverfälscht wie möglich wiedergegeben werden. Die reinste Form von Licht ist natürliches Sonnenlicht. Ersetzt man dieses durch künstliches Licht, bedarf es einer Bestimmung der Veränderungen der Farbsättigung vom beleuchteten Objekt. Die Stärke dieser Änderung kennzeichnet die Farbwiedergabeeigenschaften von Lichtquellen, welche mit dem Farbwiedergabeindex (Ra) definiert sind.
Ein weiterer Faktor ist die Farbtemperatur. Sie beeinflusst nicht nur das Erscheinungsbild des Kunstwerks, sondern kann sich auch auf die Interpretation der Kunst durch die Besucher auswirken. Niedrige Farbtemperaturen um 3000 K lassen eine Oberfläche gelblicher und wärmer wirken, hohe Farbtemperaturen wie Tageslicht um 6500 K wirken hingegen bläulich und kalt.
Spektren von 200 bis 1050 nm vor Ort messen
Durch die vielfach eingesetzte LED-Technik ist es leicht, die Farbtemperatur festzulegen oder mit verschiedenen Filtern zu arbeiten, um die schädlichen Wellenlängen zu filtern und so Kunstwerke besser zu schützen. Letztendlich kann jedoch der Alterungsprozess nicht gestoppt werden, weshalb zumindest die Lichtqualität ständig überwacht werden sollte, um den schädlichen Einfluss so gering wie möglich zu halten. Mit mobilen Lichtmessinstrumenten wie dem GL SPECTIS 5.0 Touch von GL Optic lassen sich Spektren bei Lichtquellen von 200 bis 1050 nm vor Ort messen und direkt auf dem farbigen Touchscreen anzeigen. Damit können schnell und vor allem präzise Ist-Zustände erfasst werden. Für den Leuchtenentwickler wichtig: Die Qualität der Beleuchtungsanlage wird garantiert.
Bestimmte Anforderungen verschiedener Szenarien lassen mit der Messsoftware simulieren und die Messdaten in einem Messreport ausgeben. So kann der Alterungsprozess der Leuchtmittel überwacht und rechtzeitig gegengesteuert werden. Regelmäßige Kalibrierungen mit Kalibrationszertifikaten bescheinigen dem Messgerät eine entsprechende Genauigkeit und eine auf Dauer verlässliche Lichtmessung. In Vergleich zu den Kosten für Restaurierung von Kunstwerken durch eine schädliche Beleuchtung, sind vorbeugende Maßnahmen mit hochwertiger Lichtmesstechnik die vergleichsweise günstigere Alternative.
Stand: 08.12.2025
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* Mikolaj Przybyla ist CEO bei GL Optic in Weilheim/Teck, Deutschland.