Anbieter zum Thema
Welche Rolle spielen Software sowie Rekonfigurierbarkeit bzw. Reprogrammierbarkeit in heutigen Testsystemen?

Hier gibt die Software in der Tat den Ton an. Denn mit einer softwaredefinierten Architektur ist der Anwender in der Lage, Herausforderungen einer Applikation zu bewältigen, die mit herkömmlichen Methoden nicht zu bewerkstelligen sind. So ist es Ingenieuren möglich, die Intelligenz komplett auf den im Gerät eingebetteten FPGA auszulagern und Gut-/Schlechtentscheidungen zu treffen.
Das ist oft die einzige Möglichkeit, das strikte Timing und den Determinismus bereitzustellen, das bzw. der vom Prüfling benötigt wird. Beispiele für solche Geräte wären RFID-Transponder, Speicher, Mikrocontroller und elektronische Steuergeräte. Rekonfigurierbare oder auch reprogrammierbare Geräte werden immer mehr in Standardanwendungen Einzug halten und Prüfingenieure werden weiter nach kreativen Möglichkeiten suchen, Prüfzeiten und Systemkosten zu reduzieren.
Mit dem Vektorsignal-Transceiver (VST) stellte National Instruments im Jahr 2012 die erste Generation eines PXI-Moduls vor, das ein neues Zeitalter der HF-Messtechnik einläutete. Dabei handelt es sich um eine neue Klasse von softwaredesignter Messtechnik, die sich nach individuellen Anforderungen reprogrammieren lässt.
Zuerst bezeichnete man das Gerät in der Branche als „niedlich“ und tat die Idee ab, dass der Anwender tatsächlich die Handhabe der Funktionalität seines Messgeräts bewerkstelligen möchte. Aber der VST wurde zum bisher erfolgreichsten NI-Hardwareprodukt und hat die Zukunft der Messtechnik neu definiert. Wenn ein Unternehmen noch nicht softwaredesignte Messtechnik in Betracht zieht, würde ich es ihm stark anraten.
Sie sprechen oft von disruptiven Ökosystemen im Kontext mobiler Geräte, aber auch der Mess- und Prüftechnik. Ist das ein Trend, der sich am Horizont abzeichnet?
Die Entwicklungen bei den mobilen Geräten in den letzten Jahren bietet einen Einblick in einen wichtigen Trend der Mess- und Prüftechnik: die Stärke eines softwarezentrierten Ökosystems. Mobiltelefone waren zunächst nur auf Anrufe und später auch auf Textnachrichten ausgelegt, doch die Funktionalitäten wurden beinahe ausschließlich vom Hersteller festgelegt.
Sobald die Software auf den Geräten für den Nutzer geöffnet wurde, folgten schnell weitere Funktionen – vom Musikplayer über integrierte Kameras bis hin zu E-Mails-Clients. Dieser Wandel führte jedoch nicht nur zu einer offenen Softwareumgebung, er übte einen größeren Einfluss aus: Apple und später auch Google schufen solide Ökosysteme zu ihren Produkten und förderten Entwicklergemeinschaften für Apps, die die Geräte noch nützlicher machten.
Genau wie Apple verfügt National Instruments über ein Ökosystem. Es basiert auf unserer offenen Plattform LabVIEW sowie klar definierten Programmierschnittstellen und Hardwarespezifikationen. Bauen sie auf eine Plattform mit Ökosystem, müssen Anwender nicht bei Adam und Eva anfangen, es sei denn, sie möchten das.
Ein stetig wachsendes Ökosystem ist elementar für den Zustand und die Produktivität einer Engineering-Plattform und liefert um Längen schneller mehr Wert als die Entwicklungsabteilung eines jeden Messtechnikanbieter es je könnte. Den Anwendern kann ich nur einen Tipp geben: Verstehe das Ökosystem des Testsystems und mache es dir zunutze!
(ID:44564367)