CAD, Leiterplatten- und Baugruppentechnik, Folge 17

Wie Bestückungs- und Gerätevarianten verwaltet werden

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Varianten-Management über Dokumentations-Software

Wer durch sein CAD-System keine oder keine ausreichende Unterstützung für die sichere Verwaltung von Varianten bekommt, der kann auf externe Dokumentations-Software zurückgreifen, die diese Lücke schließt. In ein solches Tool werden entweder die CAD-Daten direkt oder aber über z.B. ODB++ eingelesen, sodass auch die Bauteilinformation vorhanden ist.

Bild 4: Beispiel Zuweisung der Varianten-Bauteile über BluePrint-Dokumentationstool(Bild:  tecnotron elektronik)
Bild 4: Beispiel Zuweisung der Varianten-Bauteile über BluePrint-Dokumentationstool
(Bild: tecnotron elektronik)

Die Definition von Varianten und die Zuweisung der bestückten oder unbestückten Bauteile sowie die Zuweisung von alternativen Bauteilen für eine Variante werden dann im Dokumentationstool vorgenommen (Bild 4: Beispiel Zuweisung der Varianten-Bauteile über BluePrint-Dokumentationstool).

Die Dokumentation der Leiterplatten-Varianten

Bild 5: Beispiel automatisierte Ausgabe der Dokumente für ein Varianten-Design(Bild:  tecnotron elektronik)
Bild 5: Beispiel automatisierte Ausgabe der Dokumente für ein Varianten-Design
(Bild: tecnotron elektronik)

Der größte Vorteil eines softwaregestützten Varianten-Managements besteht jedoch in der gesicherten Verwaltung der Varianten. Für jede Bestückungsvariante müssen eigene Bestückungspläne, Stücklisten und natürlich auch Pastenschablonen erzeugt werden. Alle nötigen Informationen sind im Design selbst oder zumindest in der Datenbasis der Dokumentations-Software enthalten und lassen sich zuverlässig und reproduzierbar abrufen. Stücklisten, Schablonendaten und Bestückungspläne werden bei Bedarf variantenabhängig erzeugt (Bild 5: Beispiel automatisierte Ausgabe der Dokumente für ein Varianten-Design).

Im Gegensatz dazu müssen bei manueller Erstellung der Stücklisten und Bestückungspläne im Falle einer Design-Revision diese wiederum manuell komplett neu erstellt werden. Die Informationen für die Modifikation der Schablonendaten muss entweder selbst per CAM-Software manuell vorgenommen oder entsprechend an den Schablonenhersteller vermittelt werden. Ein solches Vorgehen beinhaltet naturgegebener Maßen ein hohes Fehlerrisiko, eine Automatisierung ist im Gegensatz zur vollständigen Automatisierbarkeit der Ausgaben beim softwaregestützten Varianten-Management nicht möglich.

Fazit: Die Möglichkeiten, die moderne CAD-Softwareprogramme oder spezielle Dokumentationstools bieten, ermöglichen eine effektivere Verwaltung und Dokumentation von Baugruppenvarianten. Zudem senken sie das Fehlerrisiko signifikant. Sollte die verwendete CAD-Software ein Varianten-Management nicht oder nicht ausreichend unterstützen, dann wird sich wahrscheinlich irgendwann die Frage stellen, ab welchem Arbeitsaufwand für die manuelle Erstellung oder aber ab welcher Fehlerquote sich beispielsweise ein externes Dokumentations-Tool oder gar der Umstieg auf ein anderes CAD-System rechnet.

* * Jennifer Vincenz arbeitet bei tecnotron elektronik und ist vom IPC zertifizierter CID, CID+, Instructor und FED-Designer mit über 20 Jahren Berufserfahrung.

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