Ruwel Werk Grassau an Lamitec-Dielektra veräußert
Die Ruwel GmbH trennt sich vom Werk Graussau in Chiemgau. Der größte deutsche Leiterplattenhersteller werde sich künftig auf die Multilayer-Fertigung an den Standorten Geldern und Pfullingen, sowie die Sondertechnik-Schaltungen in Wetter konzentrieren. Das Werk Grassau, das die Lamitec-Dielektra GmbH weiter betreibt, werde sich künftig auf Dickkupferschaltungen spezialisieren.
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Die Ruwel GmbH mit Sitz in Geldern will sich auf zwei große Geschäftsbereiche konzentrieren: Die Kernkompetenz der Unternehmensgruppe, die Fertigung von hochwertigen Multilayern in allen Stückzahlen an den Standorten Geldern und Pfullingen sowie die Sondertechnik-Schaltungen im Werk Wetter.
Getrennt hat sich der zweigrößte Leiterplattenhersteller in Europa vom Großserien-Werk in Grassau am Chiemsee, in dem neben Multilayern vorwiegend Dickkupferschaltungen gefertigt werden. Das Werk Grassau werde sich künftig ausschließlich auf Dickkupferschaltungen spezialisieren und wird von der Lamitec-Dielektra GmbH mit Sitz in Neu-Ulm weiter betrieben.
Durch die vertikale Integration von eigenen Produktionsbetrieben für Kupferfolie sowie Basismaterial werde Lamitec mit Grassau erhebliche Synergieeffekte realisieren können, heißt es in der Presseerklärung. Einerseits eröffne sich ein neuer Absatzkanal für das gruppeneigene Kupfer, andererseits sei das Leiterplattenwerk Grassau dadurch mit seinen Dickkupferschaltungen in einer vielversprechenden Wettbewerbssituation. Lamitec hatte bereits 2006 den Multilayermaterial-Hersteller Dielektra Technologie GmbH in Köln übernommen und damit sein Engagement im Leiterplattenmarkt ausgeweitet.
Ruwel vertreibt Dickupferschaltungen aus dem Werk Grassau
Ruwel werde auch künftig Dickkupferschaltungen vertreiben, die im Werk Grassau gefertigt werden. Eine Verlagerung von Standard-Multilayer-Produktionsaufträgen von Grassau nach Geldern soll nach Ablauf von angemessenen Übergangsfristen in enger Abstimmung mit den Kunden stattfinden.
Die Ruwel GmbH hat aktuell 1.150 Mitarbeiter und erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 161 Mio. Euro. Große und mittlere Multilayer-Serien werde Ruwel weiterhin aus dem Werk Geldern liefern, das mit der angeschlossenen modernsten Masslam-Fertigung Europas und 31% Marktanteil der bedeutendste Hersteller von Leiterplatten für den Automobilsektor auf dem Kontinent ist.
Das Werk Pfullingen deckt den Markt für kleine Losgrößen sowie Quick Turnaround Business (QTA) ab und bedient u.a. die Entwicklungsabteilungen mit Mustern und Prototypen. Ferner verfügt der Standort über eine gewachsene breite Struktur an Kunden jeglicher Unternehmensgröße aus Industrieelektronik, Medizintechnik und Maschinenbau. Mit dieser schlankeren Struktur und der Konzentration der Investitionen auf das Kerngeschäft baue Ruwel seine Position als einer der weltweit führenden Lieferanten von Leiterplatten für die Automobilindustrie und die Industrieelektronik weiter aus.
Ausbau der Kapazitäten für die Multilayer-Fertigung von kleinen und mittleren Stückzahlen
Um in der Multilayerfertigung die nötige Flexibilität für vermehrt kleinere und mittlere Stückzahlen zu bieten, hatte Ruwel seine Kapazitäten der Arbeitsvorbereitung in Indien erweitert. Erst kürzlich hatte der Leiterplattenhersteller die Übernahme der Naavinya CAD Soft Ltd. (NCS) in Bangalore, Indien, bekannt gegeben. Dadurch wurde die nötige Kapazität für das erheblich höhere Arbeitsaufkommen im Bereich der technischen Arbeitsvorbereitung geschaffen, um künftig verstärkt auch mittlere und kleinere Losgrößen aus Industrieelektronik, Medizintechnik und Maschinenbau bedienen zu können.
Darüber hinaus habe man auch nennenswerte Investitionen in Spezialequipment für die Fertigung kleiner Lose, wie Laser Direct Imaging, E-Test mit Fingertestern sowie schnelle, flexible Bohr- und Fräsautomaten etc., in Pfullingen getätigt. Investitionsschwerpunkte zu diesem Zweck im Werk Geldern waren vor allem die Bereiche Automatisierung und Handling. Beide Standorte sind mit modernsten Laserbohrmaschinen für die Herstellung von HDI-Schaltungen ausgerüstet.
Das Sondertechnik-Werk in Wetter ist weltweit führender Anbieter von Hochfrequenz-Leiterplatten und in Europa Marktführer bei Starrflex-Schaltungen. Produkte aus dem Werk Wetter sind derart wettbewerbsfähig, dass im vergangenen Jahr sogar im Wert von mehr als 20 Mio. Dollar Sondertechnik-Schaltungen nach China exportiert wurden.
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