Elektroautos Weißes Gold für Daimlers grüne Batterien

Von Kristin Rinortner

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Mercedes Benz bezieht Lithiumhydroxid aus dem Lithium-Konverter im brandenburgischen Guben. Um die Elektrifizierung der Fahrzeugflotte voranzutreiben haben Daimler und die kanadische Rock Tech einen Liefervertrag unterzeichnet, demzufolge jährlich 10.000 Tonnen batteriefähiges Lithiumhydroxid pro Jahr geliefert werden.

Erster Lithium-Konverter in Deutschland: Im brandenburgischen Guben sollen 10.000 t hochreines Lithiumhydroxid für Daimlers Batteriewerke pro Jahr geliefert werden.(Bild:  RockTech Lithium Inc./Mirco Wojnarowicz)
Erster Lithium-Konverter in Deutschland: Im brandenburgischen Guben sollen 10.000 t hochreines Lithiumhydroxid für Daimlers Batteriewerke pro Jahr geliefert werden.
(Bild: RockTech Lithium Inc./Mirco Wojnarowicz)

Wenn die Mobilitätswende gelingen soll, muss die deutsche Automobilindustrie ihre Kapazitäten für eine eigene Batteriefertigung deutlich ausweiten. VW baut in den kommenden Jahren mehrere zusätzliche Batteriezellfabriken. Opel kooperiert mit den französischen Batteriespezialisten Saft. BMW und Daimler investieren ebenfalls Milliarden in die E-Mobilität und die Weiterentwicklung der Zelltechnologie.

Die Basis für die Batterietechnik bildet das Leichtmetall Lithium. Elektroautos benötigen Batterien mit einer hohen Energiedichte für eine großer Reichweite. Dafür ist möglichst reines Lithiumhydroxid notwendig, das mittels Konverter aus dem Rohmaterial gewonnen wird.

Auch in Deutschland soll es derartige Konverter geben, so zum Beispiel im brandenburgischen Guben, dessen Baubeginn Anfang 2023 geplant ist. Ab 2024 wollen die kanadischen Explorer Rock Tech Lithium das aus der eigenen Mine in Georgia Lake in Kanada eingeführte Roh-Lithium hier zu hochwertigem Lithiumhydroxid raffinieren. Die Kanadier wollen eigenen Angaben zufolge auch als erstes Unternehmen weltweit einen geschlossenen Kreislauf für Lithium schaffen. Bis 2030 sollen 50 Prozent der eingesetzten Rohstoffe nicht mehr aus Kanada kommen, sondern aus dem Recycling von Altbatterien.

Aktuell haben Rock Tech und Mercedes-Benz eine Vereinbarung unterzeichnet, die die Lieferung von durchschnittlich 10.000 t batteriefähigem Lithiumhydroxid pro Jahr vorsieht. Der Liefervertrag hat eine Laufzeit von fünf Jahren, beginnend mit einer vorangehenden Qualifizierungsphase im Jahr 2026, in der bestimmte Produkt- und Nachhaltigkeitskriterien erfüllt werden müssen. Im Durchschnitt werden voraussichtlich 10.000 t jährlich an batteriefähigem Lithiumhydroxid aus seinem ersten deutschen Lithiumkonverter an die Daimler Lieferkette liefern. Dies würde mehr als 40 Prozent der geplanten Konverterkapazität ausmachen und einem Umsatz von fast 1,5 Milliarden Euro über die fünfjährige Laufzeit und die Qualifizierungsphase des Liefervertrags entsprechen.

„Die Unterzeichnung des Liefervertrags ist ein bedeutender Meilenstein in unserer Abnahmestrategie, und ich bin sehr zufrieden, dass Mercedes-Benz damit Vertrauen in Rock Tech als neuen, aber zuverlässigen Akteur in einer diversifizierten europäischen Batterielieferkette zeigt“, sagt Markus Brügmann, Chief Executive Officer von Rock Tech bei der Vertragsunterzeichnung in Sindelfingen. „Wir sind uns der Bedeutung dieser Vereinbarung für beide Parteien bewusst. Unser Ziel ist es, Lithiumhydroxid zu liefern, das helfen soll, die Ambitionen von Mercedes-Benz im Bereich der Elektromobilität in die Tat umzusetzen. Diese Vereinbarung ist ein großer Schritt nach vorn in unseren Plänen, einen direkten Beitrag zur grünen Mobilitätwende zu leisten."

Lithiumbatterien: Markus Brügmann, Rock Tech bei der Vertragsunterzeichnung in Sindelfingen mit Markus Schäfer, Mercedes-Benz AG, über die Lieferung von durchschnittlich 10.000 Tonnen Lithiumhydroxid pro Jahr. (Bild:  © (C) Gottfried Stoppel)
Lithiumbatterien: Markus Brügmann, Rock Tech bei der Vertragsunterzeichnung in Sindelfingen mit Markus Schäfer, Mercedes-Benz AG, über die Lieferung von durchschnittlich 10.000 Tonnen Lithiumhydroxid pro Jahr.
(Bild: © (C) Gottfried Stoppel)

„Diese beträchtliche Menge an Lithiumhydroxid von Rock Tech wird Mercedes-Benz helfen, die Lokalisierung der europäischen Produktion modernster Batteriezellen voranzutreiben. Die durchschnittlich 10.000 t Lithium pro Jahr spielen eine Schlüsselrolle bei der Sicherung der Lithiumversorgung für unsere Batterieproduktion in Europa. Dadurch unterstreichen wir einmal mehr unsere ehrgeizigen Elektrifizierungsziele“, sagt Markus Schäfer, Vorstandsmitglied der Mercedes-Benz Group AG, Chief Technology Officer, verantwortlich für Entwicklung und Einkauf.

Batterien für 150.000 Elektrofahrzeuge pro Jahr

Gemäß der Liefervereinbarung wird Rock Tech Mercedes-Benz und seine Batteriepartner mit hochwertigem Lithiumhydroxid beliefern, das für die schnelle Steigerung der Produktion von Elektrofahrzeugen benötigt wird. Die jährliche Liefermenge an Lithiumhydroxid, soll ausreichen, um etwa 150.000 Elektrofahrzeuge von Mercedes-Benz mit Hochleistungsbatterien zu versorgen. Die Elektromobilität ist ein Kernziel um klimaneutral zu werden – Ein Ziel, das beide Unternehmen teilen, auch für den Betrieb von Rock Techs Konverter. Zur Unterstützung dieses Ziels sieht die Vereinbarung vor, dass beide Unternehmen gemeinsam einen Fahrplan für die CO2-neutrale Produktion von Lithiumhydroxid bis Ende 2030 erarbeiten werden. Darüber hinaus ist beabsichtigt, dass das von Rock Tech gelieferte Lithiumhydroxid aus Minen stammen sollte, die von der Initiative for Responsible Mining Assurances (IRMA) geprüft wurden.

(KR)

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