Wegbereiter für Produktschutz und neue Lizenzierungsmodelle

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Weltweite Expansion und Jubiläen

2005 entstand mit Wibu-Systems (Shanghai) Co. Ltd. ein hundertprozentiges Tochterunternehmen im asiatischen Raum. 2006 kam im berühmten Blatchley Park, dem „ home of the code cracker“ im 2. Weltkrieg, mit Wibu-Systems Ltd. ein kleines Büro in England hinzu. Es folgten zahlreiche weitere Patente, und die Aktivitäten mit Kooperationsprojekten in Forschung und Entwicklung wurden intensiviert.

2009 feierte Wibu-Systems sein 20-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass wurde die Produktpalette weiter ausgebaut. Unterstützung von Embedded-Betriebssystemen, dem CmDongle als SD-Card, MicroSD-Card und CF-Card kamen hinzu. Ein besonderes Highlight dieser Zeit stellte die aktivierungsbasierte Lösung CmActLicense dar, die als Novum ganz ohne zusätzliche Hardware auskam und stattdessen die verschlüsselte und signierte Lizenzdatei an einen Fingerabdruck des Zielsystems bindet. Ebenso wurde mit der CodeMeter License Central ein datenbankbasiertes System zur Erstellung, Verwaltung und Auslieferung der Lizenzen geschaffen, das die Integration in die Geschäftsprozesse beim Hersteller erledigte. All diese Innovationen führten dazu, dass Wibu-Systems 2011 mit dem ersten Platz des Sicherheitspreises Baden-Württemberg geehrt wurde.

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Mit einer kräftigeren Steigerung der Mitarbeiterzahl in Entwicklung, Support, Vertrieb und Consulting in 2012 wurden die Funktionen der Produkte erweitert und wichtige Integrationen durchgeführt. Darunter zählen beispielsweise CODESYS, das IEC61131-3 Entwicklungswerkzeug für speicherprogrammierbare Steuerungen, und das Echtzeitbetriebssystem VxWorks von Wind River. Im selben Jahr trat Wibu-Systems der OPC Foundation bei. Diese und weitere Maßnahmen trieben das Engagement im Embedded-Bereich und in der Industrieautomatisierung massiv voran. Im Folgejahr wurde CmWAN vorgestellt, das eine Lizenzierung aus der Cloud ermöglicht sowie ein CmDongle in Form einer CFast- Karte.

2014 war ein ganz besonderes Jahr für Wibu-Systems: Das Unternehmen feierte mit Mitarbeitern, Freunden und Partnern aus Politik und Wirtschaft, Lieferanten und Hochschulen mit einer Rheinschifffahrt auf der MS-Karlsruhe sein 25-jähriges Bestehen.

Blurry Box: Neues Spitzen- produkt für die IT-Sicherheit

Ohnehin war 2014 ein sehr erfolgreiches Jahr. Zusammen mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und dem Forschungszentrum Informatik (FZI) entstand ein grundsätzlich neuartiges Softwareschutzverfahren: Blurry Box. Dabei handelt es sich um einen grundlegend neuen Ansatz im Softwareschutz, der auf sieben, öffentlich zugänglichen Methoden aufbaut: Erzeugung, Modifikation und Verschlüsselung der Varianten des geschützten Codes, Einfügen von Fallen, gezielte Entschlüsselungsverzögerung, Auswahl der richtigen Varianten im CmDongle und einem Zustandsspeicher im CmDongle. Das Ergebnis ist ein Softwareschutz mit einer solchen Stärke und Komplexität, dass es einfacher für eventuelle Angreifer wäre, die Programme von Grund auf selbst zu schreiben als die geschützte Software zu hacken.

Gemeinsam mit den Entwicklungspartnern wurde Wibu-Systems hierfür mit dem höchstdotierten deutschen IT-Sicherheitspreis der Horst Görtz Stiftung ausgezeichnet. Ausschlaggebend war, dass das verwendete Verfahren gemäß Kerckhoffs‘ Prinzip komplett offengelegt wurde, und auch dessen wirtschaftliche Nutzen überzeugte. Bisher galt bei Anwendern das Prinzip „Security by Obscurity“; die geheimgehaltene Funktion des Schutzes wurde als ein höheres Maß an Sicherheit wahrgenommen. Der falsche Weg, wie die Auszeichnung der Blurry Box belegt.

Als Beweis der Validität und Stärke von Blurry Box wurde 2017 abermals ein Hacker-Wettbewerb veranstaltet. Insgesamt 312 Teilnehmer versuchten drei Wochen lang, ein mit Blurry Box geschütztes Computerspiel zu hacken. Eine unabhängige Jury führender IT-Sicherheitsforscher prüfte die Einsendungen und bestätigte: Kein einziger Teilnehmer hatte Erfolg. Da niemand das Preisgeld von 50.000 Euro beanspruchen konnte, wurde dieses in weitere Forschungs- und Entwicklungsarbeit im Softwareschutz investiert.

Sicherheit in Embedded Systemen und für die Cloud

In 2015 wurde CodeMeter µEmbedded, eine zur CodeMeter-Stammfamilie voll kompatible Variante, im Markt eingeführt. Hersteller können die Stückzahlen ihrer Geräte mit Mikrocontrollern in ihrer Fertigung kontrollieren. Auch Funktionsfreischaltung und sichere Updates sind möglich. Durch die Kompatibilität ist die Integration in die Geschäftsprozesse, etwa an eine E-Commerce-Plattform oder ein SAP-System, leicht umzusetzen. Für letzteres gibt es eine Anbindung für einen einheitlichen Workflow für Lizenzierung, Reporting und Auswertung. Im Jahr 2016 folgten weitere Fortschritte, etwa die Integration in das OPC UA SDK von Unified Automation und das CodeMeter ASIC im VQFN-32-Package für -40°C bis +105°C mit USB- und SPI-Interface zur Integration in Geräte. Alle CmDongles nutzen nun den Smart-Card-Chip SLx97 von Infineon, die Varianten mit Massenspeicher zudem hochwertige NAND-Flash-Controller von hyperstone mit hymap Firmware. Eines der jüngsten Mitglieder der Familie, der CmStick/BMC im kompakten Metallgehäuse, bietet Kunden höchste Zuverlässigkeit, mechanische Robustheit und vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Dies ist möglich dank der Nutzung modernster Fertigungstechnologien wie zum Beispiel COB (Chip-On-Board) und SIP (System-in-Package).

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Das Thema Cloud Computing wird bereits seit dem zuvor erwähnten CmWAN unterstützt. Mit CmCloud Lite gibt es eine weitere Möglichkeit, CodeMeter-Lizenzen in der Cloud auf nahezu beliebigen Geräten zu nutzen, ohne diese lokal speichern zu müssen.

Wibu-Systems hat als agiler Mittelständler zudem stets auf intensive Zusammenarbeit mit Kunden, Lieferanten und Hochschulen gesetzt. Die erwähnte Kooperation mit Infineon wurde unter Anwesenheit der Kanzlerin und zahlreicher Bundesminister auf dem IT-Gipfel der Bundesregierung in einem Demonstrator zur vernetzten Produktion, an dem auch die Deutsche Telekom, Hirschmann und Trumpf beteiligt waren, der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Jahr 2015 startete das Forschungs-Groß-
projekt IUNO. Bei diesem nationalen Referenzprojekt für IT-Sicherheit in Industrie 4.0 des BMBF ist Wibu-Systems eins von 14 teilnehmenden Unternehmen und sieben Forschungseinrichtungen. Die getesteten und übertragbaren IT-Sicherheitslösungen werden in einem Werkzeugkasten zusammengefasst und können als „Blaupause“ für die sichere Industrie 4.0 herangezogen werden.

Die Mitgliedschaft in Organisationen wie bitkom, VDMA und der Plattform Industrie 4.0 in Deutschland, dem Industrial Internet Consortium (IIC) und Trusted Computing Group (TCG) in den USA, sowie der Alliance Industrial Internet (AII) in China ermöglicht es
Wibu-Systems, auch zukünftige Anforderungen an Sicherheit frühzeitig zu erfassen und zu adressieren.

Neue Technologien werden mit fortschrittlichsten Methoden auf den Prüfstand gestellt – ob nun in Forschungsprojekten mit KIT, FZI und Fraunhofer IOSB in Karlsruhe, der SmartFactoryKL in Kaiserslautern oder von industrieller Seite als Microsoft Gold Partner, Wind-River-Partner, Intel- und Dell-IoT-Partner oder Mitglied in der OSADL e.G.

Ausbaubereit für die sichere Zukunft

Der Zukunft sieht Unternehmensgründer und -vorstand Oliver Winzenried positiv gestimmt entgegen. Wibu-Systems leistet einen bedeutenden Beitrag zum Schutz geistigen Eigentums und Know-hows, zur Abbildung neuer Geschäftsmodelle und zu Security. Ziel ist es, Vertrauen zu schaffen mit Transparenz und nutzerfreundlichen Lösungen. Die Herausforderungen der Digitalisierung und vernetzter Infrastrukturen vertritt das Unternehmen über die gesetzlichen Anforderungen und Geschäftsinteressen hinaus mit dem Ziel „Digitale Souveränität“ für die Gesellschaft.

Zudem wird weiter ausgebaut: 2018 stehen je etwa 18 Mio. € schwere Investitionen in zwei Bauabschnitten an. Neben einem neuen Gebäude für den Firmenhauptsitz dient der zweite Neubau als strategische Reserve und als weit sichtbarer Leuchtturm für die regionale IT-Strategie „karlsruhe.digital“. Hierin kommen Experten der IT-Sicherheit aus Unternehmen, Start-Ups, Verbänden und Forschung zusammen, um einen wichtigen Beitrag zu IT-Security in Europa zu leisten.

Ziel ist es, mit Wibu-Systems an der Spitze des Weltmarkts für den Schutz digitaler Produkte voran zu gehen. Wibu-Systems steht für höchste Softwaresicherheit in der Industrieautomatisierung, bei PC-Software wie CAD/CAM, im Automobil- und Finanzwesen, der Medizin und überall dort, wo Digitalisierung und Vernetzung Einzug halten. Mit Büros in den USA, Europa, Afrika und Asien hat sich das Unternehmen weltweit als zuverlässiger und technisch kompetenter Partner bewährt. Dies bedeutet auch, dass Mitarbeiter kontinuierlich geschult und weitergebildet werden. Seit fast 30 Jahren stehen für das unabhängige Familienunternehmen dabei die Werte Fairness, Ehrlichkeit und Loyalität im Mittelpunkt.

Auch die Gewinnung von Schülern für die technischen Berufe und die Unterstützung der Jugend in der Region ist dem Unternehmen wichtig. So fördert Wibu-Systems Hilfsprogramme der nph-Deutschland oder zusammen mit weiteren Firmen die Errichtung einer Trinkwasseranlage in Haiti.

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