Gehäusetechnik

Wandelbare Einhausungen für die Elektronik

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Die wärmeableitenden Gehäuse bestehen aus stranggepressten Seitenwandprofilen, die mit einem ebenfalls stranggepressten Kühlrippenprofil kombiniert werden. Der Aufbau wird mit einschiebbaren Deckblechen sowie stirnseitig angebrachten Deckelplatten verschlossen.

Halbschalenprofile mit außenseitig integrierten Kühlrippen, die zu einem Gehäuse verbaut werden, stellen eine hervorragende Alternative zu dieser Aufbauart dar. Dank des speziellen, höhenveränderbaren Halbschalensystems ist eine variable, kundespezifische Gestaltung der Gehäuse möglich.

Viele unterschiedliche Ausführungen der Wärmeableitgehäuse erlauben die Aufnahme von beliebigen Leiterplattenformaten: von 100 mm breiten Standard Europakarten, Doppeleuropakarten bis hin zu diversen ungenormten Leiter- und Montageplatten.

Kundenspezifisch anpassungsfähige Gehäuse

Da unbearbeitete Standardgehäuse nur selten eingesetzt werden, ist eine wachsende Nachfrage nach individuell gestalteten Gehäusen, die eine hohe Flexibilität und Modifizierbarkeit aufweisen, zu verzeichnen. Trotz umfangreicher mechanischer Nachbearbeitungsprozesse, wie beispielsweise der Fräs-, Schleif- oder Stanzbearbeitung, wird ein großer Wert auf möglichst hohe Maß-, Form- und Positionsgenauigkeit der Gehäusebauteile gelegt.

Nur durch den Einsatz von modernsten CNC-Bearbeitungszentren in Kombination mit 3-D-CAD/CAM-Systemen lassen sich die hohe Ansprüche realisieren und sehr präzise Durchbrüche und weitere Bearbeitungen jeglicher Art für Anschlüsse, Anzeigen, Frontfolien oder auch Folientastaturen fertigen (Bild 4).

Viele der kundenspezifisch modifizierten Gehäuse kommen zum Beispiel in Form von tragbaren Messgeräten täglich im mobilen Einsatz vor, daher spielt hier die Oberfläche und somit die Haptik des gesamten Gehäuses ein große Rolle. Auf Kundenwunsch können mechanische Oberflächenbearbeitungsverfahren wie Schleifen, Polieren oder (Sand-) Strahlen zum Einsatz kommen und auch spezielle Oberflächenstrukturen (Korngröße/Art) ermöglichen. Zur Vervollständigung des Gehäusedesigns kommen Oberflächenbehandlungsverfahren wie Eloxieren, Lackieren oder Pulverbeschichten zum Einsatz, die nahezu jede farbliche Gestaltung ermöglichen.

Optik, Korrosionsbeständigkeit und Identifizierung

Zur optischen Aufwertung und Verbesserung der Korrosionsbeständigkeit bieten sich verchromte oder vergoldete Oberflächen an. Die visuelle Identifizierung der im Gehäuse verbauten Elemente wird durch unterschiedliche Beschriftungsverfahren ermöglicht, die sich neben anderen Aspekten vor allem nach dem Einsatzgebiet richten.

Aufgrund des breiten Einsatzspektrums der Gehäuse, die u.a. eine dauerhafte und gute Lesbarkeit, selbst nach Einwirkung von abrasiven Medien oder Lösungsmitteln verlangen, kommen sowohl 2-Komponenten-Epoxidharzfarben im Siebdruckverfahren als auch Laser-Beschriftungsverfahren zum Einsatz. Weitere Kennzeichnungsarten wie Tampon-, digitaler Eloxaldruck oder Gravieren mit Farbhinterlegung haben auch ihre Vorteile, werden je nach Einsatzgebiet gewählt und bilden das optische Finish eines jeden Gehäuses.

* Dipl.-Ing. Heinrich Epp ist in der Entwicklung bei Fischer Elektronik in Lüdenscheid tätig.

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