eVTOL-Insolvenz Volocopter meldet Insolvenz an und sucht für Markteintritt nach Investoren

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Die Idee ist gut, doch eVTOLs starten immer noch nicht so richtig durch. Nach den finanziellen Schwierigkeiten von Elektroflugzeug-Hersteller Lilium aus München strauchelt auch die Volocopter GmbH aus Bruchsal. Am 26. Dezember 2024 wurde die Insolvenz angemeldet; man sucht nach Investoren für den Markteintritt.

Das eVTOL von Volocopter im August 2024 in Versailles. Das Flugfahrzeug drehte im Morgengrauen eine Runde über dem Schloss.(Bild:  Volocopter)
Das eVTOL von Volocopter im August 2024 in Versailles. Das Flugfahrzeug drehte im Morgengrauen eine Runde über dem Schloss.
(Bild: Volocopter)

Die vertikale urbane Fortbewegung hebt in Deutschland und Europa nicht so richtig ab. Dabei klingt die Idee von elektrifizierten, senkrecht startenden und möglicherweise autonom agierenden Luftfahrzeugen im urbanen Raum gut, denn das ermöglicht eine bislang ungeahnte Art der agilen Fortbewegung. Die Fahrzeuge können als Lufttaxis agieren, Notfalldienste schneller als über Straßen an Ort und Stelle bringen oder auch neue logistische Möglichkeiten erschließen. Die sogenannten eVTOLs (electric Vertical Take-Off and Landing) benötigen nicht viel Platz, arbeiten geräuscharm und gelten als klimafreundliche Fortbewegungsmöglichkeit.

Doch während bereits zu den Olympischen Sommerspielen 2024 in Frankreich davon geträumt wurde, eVTOLs einzusetzen, musste diese Idee verschoben werden. Im August 2024 hob zwar ein Fahrzeug des deutschen Herstellers Volocopter ab, allerdings erst zum Schluss des Sportereignisses und dann auch lediglich in Versailles. Volocopter und Partner wollten später im Jahr nach Paris zurückkehren, um das Fahrzeug auch über der französischen Hauptstadt in die Luft gehen zu lassen. Doch daraus wurde erst einmal nichts, denn am 26. Dezember 2024 meldete die Volocopter GmbH Insolvenz an.

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Abheben im Jahr 2025

Zwar haben die Verantwortlichen von Volocopter die Insolvenz beantragt, und das Amtsgericht Karlsruhe eröffnete am folgenden Tag die vorläufige Insolvenzverwaltung. Dennoch hofft man bei Volocopter darauf, neue Investoren zu finden, und zwar mit einem schlagenden Argument: Volocopter sieht sich mit Blick auf den technologischen Fortschritt, die Flugtests und die Zertifizierungsprozesse vor den Mitbewerbern. Das mache das Unternehmen laut CEO Dirk Hoke zu einer attraktiven Investitionsmöglichkeit, während man intern restrukturiert.

Man stünde kurz vor dem Markteintritt, der Plänen zufolge 2025 erfolgen soll, sobald das eVTOL VoloCity von der Agentur der Europäischen Union für Flugsicherheit (EASA) zertifiziert wurde. Gar so viele Schritte muss das 2011 gegründete Unternehmen bis zum Markteintritt also nicht mehr machen, dennoch haben die unternommenen Finanzierungsbemühungen nicht ausgereicht. "Trotz intensiver Fundraising-Bemühungen in letzter Zeit ist es jedoch nicht gelungen, eine tragfähige Lösung für die Aufrechterhaltung des regulären Betriebs außerhalb eines Insolvenzverfahrens zu finden", heißt es in der offiziellen Mitteilung.

Mit dem Finanzierungsproblem steht Volocopter nicht allein da, denn auch der deutsche Mitbewerber Lilium aus München musste im Oktober 2024 ein Insolvenzverfahren beantragen. (sb)

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