5G im Schienenverkehr Videoübertragung mit einer Latenz von unter 0,2 Sekunden

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

Fernlenkung und Vorausschaubilder im Bahnverkehr sind Grundlage für die Sicherheit im Schienenverkehr. Damit das möglich wird, hilft der Mobilfunkstandard 5G. Auf einer 25 km langen Teststrecke erfolgte der Praxistest.

Sicherheit im Schienenverkehr: Dank 5G-Funkverbindung wird eine stabile Übertragung unter schwankenden Netzbedingungen garantiert.(Bild:  Smart Rail Connectivity Campus (SRCC))
Sicherheit im Schienenverkehr: Dank 5G-Funkverbindung wird eine stabile Übertragung unter schwankenden Netzbedingungen garantiert.
(Bild: Smart Rail Connectivity Campus (SRCC))

In einem Test konnte Boldyn Networks die Einsatzmöglichkeiten von 5G im Schienenverkehr demonstriert. Die Erprobung fand auf einer anspruchsvollen, topografisch herausfordernden Strecke zwischen Annaberg-Buchholz und Schwarzenberg im Erzgebirge statt. Diese 25 Kilometer lange Teststrecke wurde speziell ausgewählt, um die technischen Grenzen und Möglichkeiten moderner Kommunikationsnetze im Bahnbetrieb realistisch zu evaluieren.

Auf der Teststrecke installierte Boldyn Networks eine einzigartige Kombination aus Funknetz- und Serverinfrastruktur, die den spezifischen Anforderungen des Schienenverkehrs gerecht wird. Ziel war es, die Infrastruktur zu schaffen, die Echtzeitanwendungen zuverlässig unterstützt.

Fokus auf 5G, Bildübertragung und niedrige Latenz

Ein zentraler Aspekt des Tests war die EVO-Echtzeit-Videoanwendung, die Kamerabilder in nahezu Echtzeit überträgt. Die Latenz betrug weniger als 0,2 Sekunden, was ein wichtiger Richtwert für fernbediente Anwendungen zeigt. Jede Kamera, die an den Zügen angebracht ist, verfügt über eine individuelle 5G-Funkverbindung. Dank der Technik sind nicht nur stabile Übertragungen unter schwankenden Netzbedingungen möglich, sondern auch weitere Möglichkeiten in der Bahntechnik.

Die geringe Latenz ist ein entscheidender technischer Vorteil, der besonders bei fernbedienten Anwendungen wichtig ist. Dies könnten etwa Szenarien sein, bei denen Bildübertragungen zur Fernsteuerung oder für die Liveüberwachung von Strecken dienen, insbesondere in sensiblen Bereichen wie Tunneln und Bahnübergängen.

Jede der an den Zügen angebrachten 5G-Kameras verfügt über eine eigene Funkverbindung, was für zusätzliche Sicherheit sorgt. Wird eine Verbindung kurzfristig schwächer, übernimmt eine andere. So bleibt die Videoübertragung stabil, auch bei schwankender Netzqualität. Die mobilen Kameras lassen sich bei Bedarf kurzfristig und flexibel einsetzen und machen kostenintensive Umrüstungen an den Zügen überflüssig.

Ausblick und Bedeutung für Entwickler

Thomas Parthum, Manager Partner Netzwerk des SRCC. (Bild:  Smart Rail Connectivity Campus (SRCC))
Thomas Parthum, Manager Partner Netzwerk des SRCC.
(Bild: Smart Rail Connectivity Campus (SRCC))

Die Erfolgsgeschichte dieser 5G-Implementation zeigt, wie solche Technologien die Sicherheit im Schienenverkehr grundlegend verbessern können. Für Elektronikentwickler stehen dabei die erweiterbaren Anwendungen der Übertragungs- und Verarbeitungssysteme im Vordergrund. Die Möglichkeit, Systeme mit niedriger Latenz zu gestalten, eröffnet neue Felder für Innovationen, sei es in der Erweiterung bestehender Systeme oder bei der Neuentwicklung von Anwendungsszenarien im Schienenverkehr.

Rüdiger Hnyk von Boldyn Networks fasst zusammen: „Unsere 5G-Anwendung unter realistischen Bedingungen beweist das Potenzial, technische Herausforderungen zu meistern und die Digitalisierung des Schienenverkehrs weiter voranzutreiben.“

Thomas Parthum, Manager Partner Netzwerk des SRCC fügt hinzu: „Als SRCC bieten wir für Unternehmen wie Boldyn, für Forschende, Anwender und die Region eine Plattform. Durch praktische Erprobung können Entwicklungszeiten oft verkürzt und Innovationen zur Digitalisie-rung des Bahnbetriebes für Mitarbeiter und Kunden schneller erlebbar gemacht machen.“ (heh)

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