BGA-Inspektion contra Röntgenprüfung Verfahren für die prozessbegleitende Prüfung von verdeckten Lötstellen
Spezielle BGA-Inspektions- und Röntgeninspektionssysteme (AXI) machen vermeintlich „Unsichtbares“ sichtbar. Doch welches System ist in der Praxis, bei der Fertigung von hochkomplexen Baugruppen in kleinen und mittleren Serien am besten geeignet? Der norddeutsche Baugruppenproduzent straschu hat die Frage beantwortet.
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Die Fertigung elektronischer Baugruppen wird durch eine Vielzahl von Prüfschritten begleitet. Mit jeder Zwischenprüfung wird angestrebt, eventuell vorhandene Abweichungen zu einem frühestmöglichen Zeitpunkt zu detektieren. Denn der teuerste Fehler in der Produktionskette ist der Fehler, der erst unmittelbar vor Auslieferung an den Kunden entdeckt wird. Abgesehen natürlich von unentdeckten Fehlern, die erst beim Endanwender zum Ausfall führen.
Neben unterschiedlichen elektrischen Prüfstrategien, die üblicherweise zu einem eher späten Zeitpunkt in der Wertschöpfungskette eingesetzt werden, erfolgen prozessüber-wachende Prüfungen häufig optisch. Die optische Beurteilung, ob das „Gesehene“ einwandfrei ist oder auch nicht, obliegt in den meisten Fällen erfahrenen Prüfern, die sich an Gutmustern oder einschlägigen Richtlinien (z.B. IPC A-610 oder Werknormen) orientieren.
Häufig sind für optische Prüfungen Hilfsmittel erforderlich. Mindestens leistungsfähige Leuchtlupen unterstützen den Prüfer bei seiner Arbeit. Für viele Aufgaben werden Sichtgeräte oder spezielle SMD-Mikroskope eingesetzt, die eine Schrägbetrachtung auf den Prüfling erlauben.
Durch die optische Prüfung aus einem Betrachtungswinkel von ca. 30 bis 60°, im Gegensatz zur ausschließlichen Drauf- oder Seitenansicht, nimmt man das „Gesehene“ in seiner Gesamtheit als dreidimensionales Objekt wahr und kann es sicherer beurteilen.
Dafür wird der Prüfling in einem kardanisch aufgehängten Tisch eingelegt, auf einen Dreh-Kippteller platziert oder durch eine Optik betrachtet, die über einen Spiegelvorsatz eine Schrägbetrachtung zulässt. Selbst bei automatischen optischen Inspektionssystemen (AOI) wird die Bildaufnahme oftmals durch zusätzliche schräg angeordnete Kamerasysteme ergänzt.
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