Industrieautomation Vereinfachte Systeme sollen junge Fachkräfte anlocken

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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Die Industrieautomation ist auf junge Talente angewiesen. Doch unterschiedliche Systeme und Plattformen stellen eine Hürde für den Einstieg dar. In dieser kritischen Übergangsphase sind benutzerfreundliche und standardisierte Techniken gefragt.

Die Industrieautomation hat nicht nur mit fragmentierte Techniologien zu kämpfen, sondern auch mit zu wenig Nachwuchs. Aktuelle Automationssysteme gelten oft als zu komplex und schwer zugänglich.(Bild:  frei lizenziert / KI-generiert /  Pixabay)
Die Industrieautomation hat nicht nur mit fragmentierte Techniologien zu kämpfen, sondern auch mit zu wenig Nachwuchs. Aktuelle Automationssysteme gelten oft als zu komplex und schwer zugänglich.
(Bild: frei lizenziert / KI-generiert / Pixabay)

Der Markt für Industrieautomation befindet sich auf einem vielversprechenden Wachstumskurs und soll bis Ende 2025 einen Wert von 226,8 Mrd. US-Dollar erreichen. Es gibt jedoch ein Problem, das dieses Wachstum bremsen kann: die Fragmentierung der Technologien. Trotz der langsamen Innovationsrate in diesem Bereich ist das Arsenal an Werkzeugen zur Entwicklung von Edge-Produkten in den letzten Jahrzehnten massiv gewachsen.

Ein weiterer drängender Punkt ist, dass ein signifikanter Teil der Arbeitskräfte im verarbeitenden Gewerbe über 55 Jahre alt ist und die Fluktuation zunimmt. Europäische Hersteller, die später als ihre amerikanischen Kollegen auf Digitalisierung umgestellt haben, stehen zudem vor der Herausforderung, den Fachkräftebedarf zu decken. Mit anderen Worten ist es schwierig, junge Talente für Industriearbeitsplätze zu finden. Das Beispiel der Industrieautomation zeigt, dass der Zugang zu technischen Entwicklungen und Automatisierungsprozessen für junge Talente wichtig ist und erleichtert werden muss. Experten und Fachkreise betonen die Notwendigkeit hierfür.

Komplex und schwer zugänglich

Aktuelle Automationssysteme gelten oft als komplex und schwer zugänglich, besonders für Einsteiger und junge Ingenieure. Diese Hürde könnte entscheidend dazu beitragen, dass junge Fachkräfte zögern, sich in der Industrieautomation zu engagieren, was mit langfristiger Perspektive zu einem Mangel an qualifiziertem Personal führen könnte.

Um junge Talente anzuziehen, müssen Benutzeroberflächen intuitiver und unterhaltsamer gestaltet werden. Die Realität der Software-Fragmentierung wird sich weiter beschleunigen. Künftige Entwicklungen müssen technische Hindernisse überwinden und sich auf Ideengenerierung konzentrieren. Vor allem Usability gewinnt an Bedeutung: Unternehmen sollten sich fragen, wie einfach ein Tool zu bedienen ist und wie gut es sich in bestehende Systeme integriert.

Auch Low-Code- und No-Code-Plattformen können helfen. Sie werden als zentrale Technologie angesehen, um Zugangshürden für Einsteiger zu senken und dem Fachkräftemangel zu begegnen. Bis zu 77 % der Unternehmensleitungen im DACH-Raum bewerten diese Tools als entscheidend für die Zukunft. Low-Code-Plattformen ermöglichen es auch jungen Talenten ohne tiefgreifende Programmierkenntnisse, eigenständig Automationsanwendungen zu erstellen.

Mehr Geschwindigkeit und höhere Qualität

Ebenfalls diskutiert werden virtuelle Mentoren und KI-gesteuerte Lernsysteme, um junge Ingenieure und Quereinsteiger zu unterstützen und sie schneller produktiv werden zu lassen. Selbsthilfevideos und digitale Lerntools bieten zudem eine flexible Alternative zu klassischen Schulungen.

Die Erwartungen der nächsten Generation an Industrieautomation sind hoch, beeinflusst durch die allgegenwärtige Vertrautheit mit Smartphones und deren reibungslosen Schnittstellen. Um sie zu gewinnen, sollten Mensch-Maschine-Schnittstellen ästhetisch ansprechend und funktional überzeugen. In einer Branche, in der technische Entwicklungen traditionell langsam voranschreitet, können Geschwindigkeit und Qualität bei der Produktentwicklung entscheidend sein.

Der Fokus auf Benutzerfreundlichkeit bietet einen Hebel für die schnellere Bereitstellung marktreifer Produkte. Hersteller sollten erwägen, ihre Werkzeuge für eine reale, durch Zeit- und Ressourceneinschränkungen geprägte Welt zu entwerfen, um die Anforderungen an Geschwindigkeit und Qualität in unsicheren Zeiten zu erfüllen. (heh)

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