Wärmebildkamera Fahrerassistenzsysteme erkennen Fußgänger in der Nacht

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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Mit Wärmebildkameras können Fußgänger, Radfahrer oder auch Hindernisse in der Dämmerung oder bei Nacht sicher erkannt werden. Tests von Teledyne Flir und VSI Labs zeigen, dass herkömmliche Systeme an ihre Grenzen stoßen, während Wärmebildkameras zuverlässige Ergebnisse liefern.

Wärmebildkaeras ergänzen Fahrerassistenzsysteme bei schlechten Sichtverhältnissen und in der Nacht. (Bild:  Flir)
Wärmebildkaeras ergänzen Fahrerassistenzsysteme bei schlechten Sichtverhältnissen und in der Nacht.
(Bild: Flir)

Die Integration von Wärmebildkameras in Fahrerassistenzsysteme erhöht die Verkehrssicherheit bei schlechten Sichtverhältnissen – sowohl in den USA als auch in Europa. Teledyne Flir OEM und VSI Labs haben in Fahrzeugtests gezeigt, dass die Wärmebildtechnik insbesondere bei der Erkennung von Fußgängern und Wildtieren bei Nacht herkömmlichen Systemen überlegen ist. In den USA wird mit FMVSS Nr. 127 eine neue Vorschrift eingeführt, die ab 2029 verlangt, dass automatische Notbremssysteme (Pedestrian Automatic Emergency Braking, PAEB) Fußgänger auch bei schlechten Lichtverhältnissen und höheren Geschwindigkeiten zuverlässig erkennen können.

Dies ist auch in Europa relevant, wo die General Safety Regulation (GSR) der EU seit 2022 ähnliche Standards für Fahrerassistenzsysteme vorgibt. Beide Märkte zielen darauf ab, die Zahl der Verkehrstoten zu reduzieren, insbesondere bei nächtlichen Unfällen, die fast 80 Prozent der tödlichen Unfälle mit Fußgängern ausmachen.

Der Einsatz einer Wärmebildkamera

In Tests mit einem Forschungsfahrzeug, das mit einem PAEB-System ausgestattet war, zeigten sich die Vorteile der Wärmebildtechnik:

  • Thermische Notbremssysteme, die Infrarotkameras, Radar und sichtbare Kameras kombinieren, bestanden alle Tag- und Nachttests, unabhängig von Scheinwerferlicht.
  • Herkömmliche Systeme, die nur Radar und sichtbare Kameras nutzen, scheiterten in mehreren Nachttests. Diese Systeme sind stark von der Scheinwerferleistung abhängig.

Ein beheizter, thermisch aktiver Testdummy von 4activeSystems, der eine realistische menschliche Wärmesignatur simuliert, wurde für die Tests verwendet und gilt als Maßstab für zukünftige PAEB-Testprotokolle mit Wärmebildkameras. Die Ergebnisse zeigen, dass Wärmebildkameras Fußgänger, Wildtiere und andere Hindernisse auch bei schlechten Sichtbedingungen wie Dunkelheit, Schatten, Nebel oder Blendung zuverlässig erkennen können. Sie ermöglichen eine frühzeitige Warnung, verbessern die Bremswegplanung und reduzieren Fehlalarme, was die Sicherheit sowohl für Fußgänger als auch für Fahrzeugnutzer deutlich erhöht.

Relevanz für Europa und Deutschland

In Deutschland und Europa ist die Technologie besonders interessant, da Wildunfälle eine bedeutende Herausforderung darstellen, insbesondere in ländlichen Regionen. Wärmebildkameras können Wildtiere frühzeitig erkennen und Unfälle vermeiden. Außerdem soll die Vision Zero-Initiative, die langfristig alle Verkehrstoten eliminieren will, stark auf fortschrittliche Technologien setzen. Europäische Fahrzeughersteller wie VW, BMW oder Mercedes-Benz zunehmend globale Standards berücksichtigen und Systeme entwickeln müssen, die sowohl US- als auch EU-Vorschriften erfüllen. (heh)

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