Angemerkt Unabhängig: Darum baut Rigol seine ASICs selber

Ein Kommentar von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

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Kriege, Krisen, zerstörte Lieferketten: Wer Elektronik baut, ist auf elektronische Halbleiter angewiesen. Diese kommen zu einem großen Teil aus Asien. Wollen Tech-Firmen unabhängiger werden, dann bauen sie strategisch wichtige Komponenten selbst.

Selber fertigen: Damit Tech-Unternehmen unabhängig von Zulieferern werden, entwickeln und bauen sie strategisch wichtige Komponenten selber. (Bild:  (c) Nivellen77 - stock.adobe.com)
Selber fertigen: Damit Tech-Unternehmen unabhängig von Zulieferern werden, entwickeln und bauen sie strategisch wichtige Komponenten selber.
(Bild: (c) Nivellen77 - stock.adobe.com)

Pandemie und Krieg – neben den damit verbundenen menschlichen Schicksalen sind es vor allem die wirtschaftlichen Folgen, die wir sehr deutlich spüren. So kämpfen viele Industrien mit Materialengpässen durch unterbrochene Lieferketten – auch infolge von Sanktionen und Abschottung vieler Staaten. Wer mit seinen Produkten auf dem Weltmarkt handelt, der ist auf internationale Lieferketten angewiesen. Prominentes Beispiel sind die Automobilhersteller, die zum größten Teil ihre Komponenten vor allem aus China beziehen.

Lieferengpässe bei chinesischen Unternehmen

Doch selbst chinesische Unternehmen vermelden Lieferengpässe: Unternehmen wie der Messtechnik-Hersteller Rigol kämpfen mit knappen Chips. Deshalb setzt das Tech-Unternehmen auf selbst-entwickelte ASICs und macht sich unabhängiger vom Markt. Die anwendungsspezifische integrierte Schaltung (ASIC) bietet mehrere Vorteile: Die Messgeräte sind länger verfügbar und dank des ASIC sind die Funktionen exakt zugeschnitten. Für seine aktuellen Oszilloskope hat Rigol zwei verschiedene ASICs entwickelt. Zum einen für die analoge Signalverarbeitung und zum anderen als Signalprozessor.

Damit ist Rigol in guter Gesellschaft: Die großen Hardware-Entwickler Apple und Google setzen selbst auf eigene Chips. Bei den bekannten US-Tech-Konzernen sind es in erster Linie die Sicherheitsbedenken gegenüber den von asiatischen Drittfirmen angelieferten Chips.

Teure ASIC-Bausteine

Rigol setzt auf sein eigenes Know-how, um weiter am Messtechnik-Markt zu expandieren. Das dient auch dazu, ein besseres Image aufzubauen. Die Stückzahlen der Geräte sind geringer als bei Konsumenten-Produkten. Allerdings wird Rigol einen langen Atem brauchen. Denn die Entwicklung eigener ASIC-Bausteine ist teuer und bindet Kapazitäten in der Entwicklung.

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