University of Birmingham und Paragraf UK fördert Erprobung und Massenproduktion von Graphen-Anwendungen

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Die Universität von Birmingham und Partner Paragraf, ein Unternehmen, das sich auf die Massenproduktion von Elektronik basierend auf Graphen konzentriert, erhalten über mehrere staatliche Fördertöpfe Zuschüsse. Das Ziel: die Massenproduktion von 6-Zoll-Graphen-Wafern.

Graphen-Hall-Sensoren von Paragraf auf einem Wafer.(Bild:  Paragraf)
Graphen-Hall-Sensoren von Paragraf auf einem Wafer.
(Bild: Paragraf)

Graphen erscheint für die Elektronikindustrie als besonders, fast schon als Wundermaterial, weil es eine außergewöhnliche elektrische Leitfähigkeit besitzt und Elektronen sich darin nahezu reibungslos bewegen können. Das kommt unter anderem ultrahochfrequenten Anwendungen zugute. Zudem ist Graphen extrem dünn, flexibel und mechanisch stabil, wodurch es sich ideal für flexible Elektronik und die im Trend liegende Miniaturisierung eignet. Die Hoffnungen sind, dass dank Graphen Technologien entwickelt werden können, die schneller und energieeffizienter als aktuell vergleichbare Lösungen sind.

Allerdings stellt sowohl die Massenproduktion von Anwendungen mit Graphen eine Herausforderung dar, als auch das Durchführen kryogenischer Testvorgänge. Während kryogenisches Testen im HPC-Bereich stärker auf Betriebseffizienz und thermische Stabilität abzielt, ermöglicht es bei Graphen-Anwendungen ein tieferes Verständnis der materialwissenschaftlichen Eigenschaften und eröffnet potenziell neue Technologien wie Quantenbauelemente. 

Förderungen vom Staat

Die Forscher rund um Dr. Matt Coak von der School of Physics and Astronomy an der University of Birmingham haben nun aus zwei staatlichen Fördertöpfen rund 3,4 Millionen britische Pfund erhalten. Das Geld soll dazu genutzt werden, um gemeinsam mit Partner Paragraf Entwicklungen für die Kommerzialisierung von Graphenanwendungen in großem Maßstab voranzutreiben. Damit soll vorwiegend das Quantencomputing ins Visier genommen werden.

Paragraf ist ein Unternehmen aus Großbritannien, das sich unter anderem der Herstellung von FETs (Feldeffekttransistoren) und Hall-Sensoren aus Graphen widmet. Dr. Natasha Conway, Forschungsleiterin bei Paragraf, dazu: „Magnetische Graphen-Sensoren haben das Potenzial, eine Schlüsseltechnologie für Quantencomputer zu werden. Die Spitzenforschung, die in Birmingham betrieben wird, ermöglicht es uns, uns auf diesen transformativen Markt vorzubereiten, wenn er sich entwickelt.“

UK baut auf die Zukunft fortschrittlicher Materialien

„Die Steigerung unserer Produktion von realen Geräten, die in der Lage sind, wichtige Probleme in den Bereichen Quantencomputing, Batteriemanagement, Agrartechnik, molekulare Sensorik und vielen anderen Bereichen zu lösen, ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur nachhaltigen Verwirklichung dieser Zukunft“, fügt Simon Thomas, Mitbegründer und CEO von Paragraf hinzu. Die Kooperation mit der Universität und die Förderung soll es Großbritannien ermöglichen, im Bereich fortgeschrittener Materialien führend zu werden.

Dr. Coak erläuterte die Rolle Birminghams in dieser Partnerschaft wie folgt: „Die Fakultät für Physik und Astronomie führt systematische Tests bei hohen und niedrigen Temperaturen von Graphen-Magnetfeldsensoren durch, die in Quantencomputern und in den Lade- und Batteriemanagementschaltkreisen von Elektroautos eingesetzt werden sollen.“ Die gewonnenen Erkenntnisse wird dann Paragraf für die Umsetzung fortschrittlicher Lösungen nutzen. (sb)

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