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Erfassung ab einer Erdbebenstärke mit Magnitudenwert 5
In einem YouTube-Video erläutert Richard Allen, leitender Entwickler der App und Direktor des Berkeley Seismological Laboratory, die Funktionsweise und den Grundgedanken hinter der App.

Obwohl die im Smartphone eingebauten Sensoren kontinuierlich weiter entwickelt werden, sind sie noch nicht so zuverlässig wie klassische Seismographen. Doch mittlerweile sind sie in der Lage, Erdbeben oberhalb des Magnitudenwerts 5 in bis zu zehn Kilometern Entfernung wahrzunehmen – also solche Erdbeben, die Schäden anrichten.
Und was die Sensoren an Empfindlichkeit vermissen lassen, gleichen sie durch ihre Allgegenwärtigkeit aus: Allein in der Erdbebenregion Kalifornien gibt es geschätzte 16 Millionen Smartphones, weltweit sind es eine Milliarde.
Sobald genügend Menschen die App nutzen und sie zuverlässig arbeitet, wollen die Seismologen von UC Berkeley mit den Daten auch Personen vor drohender Gefahr durch Erdbeben warnen. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass sie nach einer etwa einjährigen Testphase ein App-Update veröffentlichen können, mit dem auch Warnungen an Nutzer versendet werden.
In dicht besiedelten Erdbebengebieten wie Kalifornien oder Japan, aber auch gerade in erdbebengefährdeten Entwicklungsländern wie Nepal oder Peru könnte ein Crowdsourcing-Netzwerk wie MyShake Betroffene die entscheidenden Sekunden frühzeitiger warnen und im Idealfall Menschenleben retten. In letztgenannten Gebieten gibt es wenige bis gar keine traditionellen Warnsysteme, dafür aber Millionen Smartphone-Nutzer.
MyShake läuft im Hintergrund des Smartphones mit geringem Stromverbrauch, sodass die App lokale Beben jederzeit registrieren kann ohne den Nutzer einzuschränken. Die App ist aktuell für Android-Smartphones im Google Play Store kostenlos verfügbar. Die UC Berkeley arbeitet derzeit auch an einer iOS-Version.
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