Siemens Healthcare Thorax-Aufnahmen sind in 0,6 Sekunden möglich

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Mit dem Somatom Definition Flash stellt Siemens Healthcare einen Computertomographen (CT) vor, der nur noch einen Bruchteil der Strahlendosis bisheriger Systeme benötigt.

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Zwei Röntgenröhren rotieren gleichzeitig um den Körper. Die Scan-Geschwindigkeit von 43 cm/s und eine zeitliche Auflösung von 75 ms erlauben komplette Thorax-Aufnahmen in nur 0,6 s. Der Computertomograph (CT) besteht aus zwei Röntgenröhren und zwei Detektoren. Kernpunkt ist die Dual-Source-Technologie bei der Untersuchung sich bewegender Strukturen, etwa des Brustkorbs und des Herzens. Die Gantry, das ist das um die Öffnung angeordnete Röntgen-Detektor-System, rotiert in nur 0,28 s um die eigene Achse. Diese industrieweit bisher einmalige Rotationsgeschwindigkeit ermöglicht eine Scan-Geschwindigkeit von bis zu 43 cm/s und eine zeitliche Auflösung von 75 ms.

Eine durchschnittliche effektive Dosis für ein Herz-CT liegt zwischen 8 und 40 mSv. Das CT hat laut Hersteller weniger als einen Milli-Sievert. Zum Vergleich: Die Röntgenstrahlung, der jeder Mensch natürlicherweise ausgesetzt ist, beträgt 2-5 mSv pro Jahr.

Aufgrund der hohen Scan-Geschwindigkeit ist es möglich, Aufnahmen des Thorax, des Herzens oder von beiden gleichzeitig in Sekundenbruchteilen anzufertigen. Zum Beispiel benötigen Thoraxuntersuchungen nur noch 0,6 s Scan-Zeit. Damit brauchen Patienten während der Aufnahme nicht mehr den Atem anzuhalten, was vor allem bei älteren Menschen, Kindern, Notfall- oder Intensiv-Patienten erhebliche Vorteile mit sich bringt.

Ganzkörperscan in weniger als fünf Sekunden

Auch Gesamtkörper-Aufnahmen sind schnell: Beispielsweise lässt sich ein zwei Meter großer Mensch in weniger als fünf Sekunden scannen. Bisher dauerten solche Ganzkörperuntersuchungen von der Patientenvorbereitung bis zur Diagnose mehr als zehn Minuten. Mit dem Tomographen ist das in nur wenigen Minuten erledigt.

Durch die Geschwindigkeit kann bei der 4-D-Bildgebung (3-D plus Zeit) große Areale von bis zu 48 cm abdecken. Bei konventionellen Geräten sind die Areale bislang durch die Detektor-Größe auf maximal 16 cm limitiert.

Flexible Herzuntersuchungen mit minimaler Strahlendosis

X-CARE verringert die direkte Exposition dosissensitiver Organe bei Brustgewebe um minus 40 Prozent - bei gleichzeitiger homogener Bildqualität über den gesamten Scanbereich (Archiv: Vogel Business Media)

Ein Scan des gesamten Herzens ist in 250 ms möglich, das ist weniger als ein halber Herzschlag. Auch bei hohem Puls oder unregelmäßigem Herzschlag lässt sich das Herz ohne den Einsatz von Beta-Blockern zuverlässig darstellen. Das erleichtert den Arbeitsablauf und ist unter klinischer wie finanzieller Sicht von Vorteil. Dank der hohen Scan-Geschwindigkeit macht es der Somatom Definition Flash erstmals möglich, CT-Untersuchungen des Herzens im Sub-mSv-Bereich durchzuführen.

Doppelter Kontrast in der täglichen Routine

Der Kontrast in CT-Aufnahmen wird durch ein „Selektives Photonenschild“ erhöht, welches unnötige Teile des Energiespektrums blockiert und für eine bessere Abgrenzung der zwei simultanen Aufnahmen, mit niedriger und hoher Photonenenergie, sorgt. So kann Somatom Definition Flash immer einen doppelten Kontrast liefern, mit dem sich beispielsweise die chemische Zusammensetzung von Geweben zum ersten Mal auch in der täglichen Routine mit CT klassifizieren lässt. Auch die nachträgliche Berechnung von nativen CT-Bildern ohne Kontrastmittel wird möglich, ohne dass dafür eine zusätzliche Untersuchung nötig ist.

Strahlenexposition um 40 Prozent reduziert

Eine weitere technische Entwicklung zur Verminderung der Strahlenbelastung ist die X-CARE-Applikation. Sie reduziert erstmals in der CT selektiv die Strahlenexposition dosis-sensitiver Körperbereiche, wie der weiblichen Brust. Dabei werden die Strahler während der Rotationsphase, in der die betreffenden Körperbereiche der Strahlung am meisten ausgesetzt sind, ausgeschaltet. Dadurch ist es möglich, die Strahlenexposition einzelner Körperregionen um bis zu 40% zu verringern.

Ein adaptives Dosisschild blockiert außerdem klinisch irrelevante prä- und postspirale Strahlung mit dynamischen Blenden, so dass nur noch die minimale und klinisch bedeutsame Strahlenexposition stattfindet. Damit lässt sich die Dosis bei Routineuntersuchungen zusätzlich um 25% zu verringern. Ebenfalls für reduzierte Strahlenbelastung sorgt die Software Care Dose4D, welche die individuelle Querschnittsanatomie in Echtzeit analysiert und die abgegebene Röntgendosis entsprechend anpasst.

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