Im selben Jahr beginnt ein kleines Team unter Leitung von Jeff Kodosky mit der Entwicklung des grafischen Entwicklungswerkzeugs LabVIEW. Das Tool, dessen Name für „Laboratory Virtual Instrumentation Engineering Workbench“ steht, erlaubt die Programmierung von Applikationen im Bereich des Messens, Steuerns und Regelns, indem Funktionsblöcke auf einer grafisch dargestellten Arbeitsoberfläche miteinander quasi verdrahtet werden. Durch die Verbindung der Funktionsblöcke, die als „Virtuelle Instrumente“ bezeichnet werden, wird der Datenfluss abgebildet.
In gewisser Weise war LabVIEW nach der Einführung des GPIB der nächste logische Schritt. Jeff Kodosky, der oft als der Vater von LabVIEW bezeichnet wird, sagte 2013 in einem Interview mit dem amerikanischen Magazin PACE: „Als wir als GPIB-Anbieter etabliert waren, dachten wir darüber nach, was wir als nächstes tun konnten, um die Automatisierung von Messsystemen zu vereinfachen. Wir überlegten uns: Wie wäre es mit einem Software-Werkzeug, das diese Dinge vereinfachen könnte? Wir sahen uns verschiedene Dinge an und bauten auch Programmbibliotheken für C und BASIC und Ähnliches.“
Allerdings strebte Kodosky eine bessere und weiter reichende Lösung an. Das entscheidende Erlebnis war die Begegnung mit dem Apple Macintosh, dem ersten weit verbreiteten PC mit grafischer Benutzeroberfläche: „Als ich diese Grafiken sah, merkte ich: Das ist die Zukunft der Interaktion zwischen Mensch und Computer. Ich sagte: Das muss ein Teil unserer Lösung sein. Wir müssen in der Lage sein, virtuelle Instrumente auf einem Computer zu bauen und sie mit echten Instrumenten oder was auch immer zu verbinden. Diese Instrumente müssen wie die Frontblenden echter Instrumente aussehen, denn dann können die Leute sie benutzen, ohne in einem dicken Handbuch nachzulesen. Sie können einfach experimentieren.“
Folgerichtig erschien die erste Version von LabVIEW im Jahr 1986 für den Apple Macintosh. Der Weg dorthin erwies sich jedoch mitunter als tückisch. Ingenieure waren zwar damit vertraut, Programme zu schreiben, die Instrumente automatisieren und Daten einsammeln konnten, aber das Ganze auf einer interaktiven grafischen Oberfläche zu tun, sprengte für viele die Grenzen des damals Vorstellbaren. Die einhellige Meinung war, das so etwas eigentlich unmöglich sei.
Der NI-Mitbegründer ließ sich jedoch davon nicht beirren: „Ich tüftelte herum und dachte mir verschiedene Möglichkeiten aus, wie wir die Grafik nutzen könnten“, erläuterte Kodosky in dem PACE-Interview.
Kodosky experimentierte mit dem Datenfluss-Konzept, fand es aber sehr komplex, sobald Schleifen ins Spiel kamen. Flussdiagramme schienen eine gute Idee zu sein, ließen sich aber nicht flexibel genug nutzen. „Irgendwann kam ich dann auf die Idee, dass wir Kontrollstrukturen aus der Strukturierten Programmierung nutzen konnten. Wenn wir sie in den Datenfluss einfügten, dann ließen sich Schleifen und Fallstrukturen vereinfachen. Wir hätten also die Einfachheit des Datenflusses und die Zusammenfügbarkeit der Strukturierten Programmierung. Als wir das merkten, starteten wir das LabVIEW-Projekt - und der Rest ist Geschichte.“
1990 erscheint die zweite Version des Systems, seit 1992 ist LabVIEW auch für Windows-PCs und Unix-Workstations erhältlich. Seit 2003 können FPGAs (Field Progammable Gate Array) in LabVIEW programmiert werden. 2007 folgt die Multicore-Optimierung und 2008 wird die Entwicklungsumgebung um sogenannte Webservices ergänzt. 2012 erhält die Webservice-Implementierung in LabVIEW eine grundlegende Überarbeitung, denn ab jetzt lassen sich die Webservices einfacher konfigurieren und debuggen.
Im Lauf der Zeit entsteht eine lebendige Community um das Werkzeug, das 2016 sein 30-jähriges Jubiläum feiert. Mit dem LabVIEW Tools Network gibt es eine Art App-Store für Messtechniker, in dem getestete und geprüfte Tools zum Download verfügbar sind, zum Teil sogar kostenfrei.
Da LabVIEW immer öfter für Embedded-Softwareentwicklungsprojekte herangezogen wird, lässt sich das Werkzeug auch mit Softwaremanagement-Tools verknüpfen. Damit ist es nicht nur möglich, Programmcode zu erzeugen, sondern ihn auch zu verwalten und zu warten. Darüber hinaus sind Projektmanagement-Funktionen mit LabVIEW verzahnbar.
Parallel zum Erfolg von LabVIEW entwickelt sich National Instruments zum globalen Unternehmen. 1986 zählt NI rund 100 Mitarbeiter. Im Jahr darauf wird das erste Auslandsbüro in Japan eröffnet.
1988 entstehen die ersten europäischen Niederlassungen in Großbritannien und Frankreich, zwei Jahre später folgt Deutschland. Ab 1993 entstehen weitere asiatische Niederlassungen in Taiwan, Südkorea, Singapur und Hong Kong. 1995 erfolgt der Börsengang an der New Yorker NASDAQ. Im selben Jahr beschäftigt National Instruments 1.000 Mitarbeiter weltweit.
Stand: 08.12.2025
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