Digitale Fotografie Tamaggo – Dieses Ei ist eine Panorama-Kamera
Das kanadische Startup-Unternehmen Tamaggo hat eine Kamera vorgestellt, die 360-Grad-Panoramafotos schießt. Das Gerät hat die Form eines Eis und soll ab Herbst erhältlich sein – zunächst in Nordamerika, dann aber auch in Europa.
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Das japanische Wort Tamaggo, so Stephane Lepage, der leitende Designer und Chief Technology Officer des im kanadischen Montreal beheimateten Startups Tamaggo, heißt Ei. Der Name erinnert an das Tamagotchi, eine elektronische Spielerei, die die Teenager in aller Welt vor Jahren in Atem hielt. Doch die eiförmige Kamera IBI 360, die Lepage vorstellt, könnte möglicherweise einen dauerhafteren Eindruck hinterlassen als das Tamagotchi, das sich letztlich als Eintagsfliege erwies.
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Denn das Gerät begeistert die Designer und Ingenieure, die bei der diesjährigen Anwenderkonferenz des Konstruktionssoftware-Spezialisten PTC im kalifornischen Anaheim zusammengekommen sind. Als Lepage bei der Keynote-Veranstaltung das Gerät demonstriert, brandet spontaner Beifall auf. Denn mit der Kamera, das zeigt Lepage eindrucksvoll, erlaubt es, ein 360-Grad-Bild aufzunehmen, das ihn auf der Bühne zusammen mit seinem Publikum zeigt. Anders als bei Smartphone-Applikationen, die hierfür eine Reihe von Einzelbildern schießen und quasi zusammenkleben, gibt es hier keine Fehler beim Vernähen der Einzelbilder. Da es sich um eine echte Panoramalinse handelt, weisen die Bilder keine Brüche auf.
Die Linse ist das Kernstück des Geräts. Aber in dem eiförmigen Gehäuse steckt jede Menge Elektronik. Die Kamera verfügt über acht Gigabyte Flash-Speicher, um die Panoramabilder aufzunehmen, die per USB-Kabel, WLAN oder Bluetooth auf einen Computer überspielt oder auch gleich per WLAN ins Internet überspielt werden können. Die Form der Kamera skizzierten Lepaqge und sein Investor zwar am Küchentisch. Die Integration der Bauteile in dem beschränkten Innenraum der Kamera bereitete jedoch jede Menge Kopfzerbrechen. Denn am unteren Ende der Kamera befindet sich ein ovaler Touchscreen, mit dem die Anwender Einstellungen vornehmen können – ob sie ein ruhendes Bild oder ein Video schießen möchten, welche Auflösung sie dafür bevorzugen und Ähnliches.
Es ist darüber hinaus möglich, ein Bild oder Video mit einem bis zu einer Minute langen Voice-Tag zu versehen. Das bedeutet, man kann zusätzlich zum Bild einen gesprochenen Gruß oder eine Erläuterung hinterlassen – das Panoramafoto plus Voice-Tag ergibt damit so etwas wie die Postkarte des 21. Jahrhunderts.
Für das Startup war nicht nur die Konstruktion des Gerätes schwierig, sondern auch die notwendigen Fertigungskapazitäten mussten organisiert werden. „Startups entwerfen normalerweise keine Geräte, die für die Massenproduktion gedacht sind“, lacht der Kanadier Lepage.
Ganz offensichtlich wurde für das Foto-Ei, das im Herbst auf den Markt kommen soll, eine adäquate Lösung gefunden. Mehr lässt er sich aber nicht entlocken. Auch zum Verkaufspreis will er noch nichts Konkretes sagen. Immerhin: das Gerät soll etwas weniger als gängige Smartphones kosten.

Wenn die Kamera im Herbst auf den Markt kommt, wird sie in zunächst fünf bunten Farben erhältlich sein. Lepage hat keine Angst, dass das Design für die potenziellen User zu grell sein könnte: „Geräte der Konsumelektronik haben meist eine Lebenszeit von 18 Monaten. Sie sind nicht für die Ewigkeit gebaut. Also haben wir uns gesagt, dass das Design einfach Spaß machen soll.“
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