Simulation, KI, Datenanalyse Supercomputer Aurora steht ab sofort für alle Forscher bereit

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Aurora, der Exascale-Supercomputer im Argonne National Laboratory, steht ab sofort allen Forschern weltweit zur Verfügung, wie die Betreiber des Systems vom US-Energieministerium am 28. Januar 2025 verkündeten. Eines der Ziele für Aurora ist das Training großer Sprachmodelle für die Wissenschaft.

Aurora erstreckt sich über acht Reihen und nimmt die Fläche von zwei professionellen Basketballfeldern ein - eine der größten Supercomputer-Installationen, die es bislang gibt.(Bild:  Argonne National Laboratory)
Aurora erstreckt sich über acht Reihen und nimmt die Fläche von zwei professionellen Basketballfeldern ein - eine der größten Supercomputer-Installationen, die es bislang gibt.
(Bild: Argonne National Laboratory)

Unter den weltweit schnellsten Supercomputern gibt es offiziellen Angaben zufolge bislang nur drei Systeme, die mindestens einen Exaflop erreichen. Ein Exaflop ist eine Trillion (10¹⁸) Rechenoperationen pro Sekunde – das ist, als würde ein normaler Taschenrechner ununterbrochen für 31 Milliarden Jahre rechnen, aber alles in nur einer einzigen Sekunde erledigen. Oder, ums kurz zu sagen: Exaflop-Supercomputer sind verdammt schnell.

Der Schnellste unter den zügigen drei ist El Capitan im Lawrence Livermore National Laboratory mit 1,742 Exaflops pro Sekunde unter dem HPL-Benchmark (High-Performance Linpack, ein standardisierter Test zur Messung der Rechenleistung von Supercomputern). Danach folgt Frontier mit 1,353 Exaflop/s im Oak Ridge National Laboratory. Das Trio wird von Aurora mit 1,012 Exaflop/s komplettiert. Alle drei Labors gehören übrigens zum US-Energieministerium (DOE, Department of Energy).

„Wir fühlen uns geehrt, einen der leistungsstärksten Supercomputer zu beherbergen, die je gebaut wurden“, so Paul Kearns, Direktor von Argonne. „Die Entwicklung der Exascale-Systeme des DOE ist ein wichtiger Schritt, um die Grundlagenforschung voranzutreiben und die Führungsrolle der USA im Hochleistungsrechnen zu stärken.“ Und diese Rechenkapazitäten stehen der weltweiten Forschergemeinde zur Verfügung, wie am 28. Januar 2025 bekannt gegeben wurde. Bislang konnten lediglich ausgewählte Wissenschaftler auf die Rechenpower von Aurora zugreifen. 

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Supercomputer + KI = Superinnovationen?

Eines der großen Ziele für Aurora ist laut Rick Stevens, Associate Laboratory Director for Computing, Environment and Life Sciences bei Argonne, mit Aurora Large Language Models (LLM) für die Nutzung in der wissenschaftlichen Gemeinde zu trainieren. „Mit dem AuroraGPT-Projekt bauen wir etwa ein wissenschaftsorientiertes Grundmodell auf, das Wissen aus vielen Bereichen von der Biologie bis zur Chemie distillieren kann. Eines der Ziele von Aurora ist es, Forscher in die Lage zu versetzen, neue KI-Tools zu entwickeln, die ihnen dabei helfen, so schnell wie sie denken können – und nicht nur so schnell wie ihre Berechnungen – Fortschritte zu machen“, erklärt Stevens.

Aurora wird bereits für die Entwicklung hochpräziser Modelle komplexer Systeme wie des menschlichen Kreislaufs, von Kernreaktoren und Supernovae genutzt, um neue Erkenntnisse zu gewinnen. Zudem ermöglicht die Rechenkapazität des Supercomputers die Analyse großer Datenmengen, etwa aus Forschungseinrichtungen wie dem Advanced Photon Source (APS) des US-Energieministeriums und dem Large Hadron Collider (LHC) am CERN.

Zwei Basketballfelder voller Technologie

Aurora wurde in Zusammenarbeit mit Intel und Hewlett Packard Enterprise (HPE) entwickelt, ebenso wie El Capitan und Frontier. Aurora verfügt über 63.744 GPUs, 84.992 Netzwerkendpunkte und wurde mit über 300 Meilen Netzwerkkabel verbunden. Die Anlage erstreckt sich über fast 10.000 Quadratmeter (etwa die Größe von zwei Basketballfeldern), wiegt 600 Tonnen und besteht aus acht Reihen Recheneinheiten. (sb)

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