Berliner IZT Und Fraunhofer ISI Studie erwartet Engpässe bei High-Tech-Metallen im Jahr 2030

Redakteur: Jan Vollmuth

Wissenschaftler des IZT stellten in Berlin die wichtigsten Ergebnisse der Studie „Rohstoffe für Zukunftstechnologien“ vor. Es wurde deutlich: Die Massenproduktion beispielsweise von Hybridfahrzeugen oder Dünnschichtsolarzellen könnte durch Rohstoffengpässe ernsthaft bedroht sein.

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Die Studie, die das Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegeben hatte, wurde vom Berliner IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI erstellt.

Hybridautos, Dünnschicht-Photovoltaik, energieeffiziente Flachbildschirme – fast alle Zukunftstechnologien benötigen seltene Metalle mit ganz besonderen Eigenschaften: Beispielsweise stecken Neodym-Magnete in Elektromotoren für Hybridfahrzeuge oder das Halbleiter-Metall Gallium wird für Mikrochips in Handys verwendet.

Die rasant steigende Nachfrage nach diesen begehrten Metallen könnte langfristig zu wirtschaftlichen Problemen führen. „Eine Reihe von Zukunftstechnologien ist auf bestimmte seltene Metalle so stark angewiesen, dass ihr massenhafter Ausbau durch Rohstoffengpässe bedroht ist“, warnt Lorenz Erdmann, Experte für seltene Metalle beim IZT.

Der wissenschaftliche Direktor Prof. Dr. Rolf Kreibich erläuterte: „Zu den betroffenen Technologien gehören Brennstoffzellen (Platin, Scandium), Hybrid- und Elektrofahrzeuge (Neodym), Elektrooptik (Gallium, Germanium, Indium), Dünnschicht-Photovoltaik (Gallium, Indium, Tellur) und Mikroelektronik (Gallium, Tantal).“

100 Zukunftstechnologien gescreent, 32 analysiert

Im Rahmen der präsentierten Studie errechneten Wissenschaftler, welche Mengen von diesen seltenen High-Tech-Metallen im Jahr 2030 benötigt werden und wie weit im Jahr 2030 der weltweite Bedarf die heutige Minenproduktion übersteigt. Sie bewerteten in einem ersten Screening knapp 100 Zukunftstechnologien hinsichtlich Stand der Technik, Marktreife, Rohstoffbedarf und Recyclingpotential. Davon wurden 32 Einzeltechnologien vertieft analysiert. Anschließend wurde der für das Jahr 2030 zu erwartende Rohstoffbedarf quantitativ abgeschätzt.

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