Millionen Haushalte betroffen Stromausfall legt Teile Taiwans lahm – Chiphersteller unbesorgt

Von Sebastian Gerstl, mit Material von dpa und Reuters 2 min Lesedauer

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Ein massiver Stromausfall hat weite Teile Taiwans lahmgelegt. Mehr als fünf Millionen Haushalte der 23 Millionen Einwohner zählenden Republik waren nach amtlichen Angaben betroffen. Doch für die Chipindustrie gilt Entwarnung: Nur einer der führenden Fertiger meldet eine nennenswerte Auswirkung auf seine Produktion.

Ein Zwischenfall im Hsinta-Kraftwerk im Nordwesten der taiwanischen Stadt Kaohsiung hat in der Inselrepublik zu einem mehrere Stunden währenden Stromausfall geführt, der weite Teile der Region von jeglicher Stromversorgung abschnitt. Der Tech-Sektor blieb von diesem Zwischenfall allerdings weitgehend verschont.(Bild:  Hsinta Power Plant /Eric Deng / CC BY-SA 4.0)
Ein Zwischenfall im Hsinta-Kraftwerk im Nordwesten der taiwanischen Stadt Kaohsiung hat in der Inselrepublik zu einem mehrere Stunden währenden Stromausfall geführt, der weite Teile der Region von jeglicher Stromversorgung abschnitt. Der Tech-Sektor blieb von diesem Zwischenfall allerdings weitgehend verschont.
(Bild: Hsinta Power Plant /Eric Deng / CC BY-SA 4.0)

Aufzüge blieben stecken, Ampeln fielen aus, Hochgeschwindigkeitszüge blieben stehen, und selbst die Wasserversorgung war mancherorts unterbrochen: fünf Millionen taiwanische Haushalte der 23 Millionen Einwohner zählenden Inselrepublik waren am Donnerstag nach offiziellen Angaben ohne Strom.

Ursache war eine plötzliche Abschaltung des Hsinta Kraftwerks in der südtaiwanischen Hafenstadt Kaohsiung, als die Reserven nur bei 24 Prozent lagen, wie die Regierung in Taipeh berichtete. Ein Problem in einer Umspannanlage hatte zu dem Ausfall geführt. Rund drei Stunden nach dem Stromausfall hatten 70 Prozent der Haushalte wieder Strom.

Der Ausfall sorgte für eine Unterbrechung der Stromübertragung und der Verteilung auch in der Mitte und im Norden Taiwans. So waren auch Teile der Hauptstadt Taipeh im Norden betroffen. „Es zeigt die Verwundbarkeit der Stromübertragung zwischen dem Süden und Norden“, sagte ein Regierungssprecher. Aus Sicherheitsgründen wurde im Süden auch ein Atomkraftwerk abgeschaltet. Selbst viereinhalb Stunden nach dem Ausfall waren eine halbe Million Menschen in Kaohsiung noch ohne Strom, wie lokale Medien berichteten.

Elektroniksektor nur in geringem Maß betroffen

Trotz des schwerwiegenden Ausfalls gibt die Elektronik-fertigende Industrie Taiwans Entwarnung: Der fertigende Sektor war von dem Stromausfall nur in geringem Maß betroffen, wie führende Hersteller aus den Bereichen LCD-, Halbleiter- und Chip-Fertigung melden.

Nach einer „eingehenden Prüfung“ meldet TSMC, der weltweit größte Auftragshersteller von Chips, dass das Unternehmen in einigen seiner Anlagen „Sekundenbruchteile einer instabilen Stromversorgung“ erlebt habe, die allerdings zu keinen nennenswerten Produktionsverlusten führte. Mittlerweile laufe die gesamte Produktion wieder wie gewohnt. Speicherhersteller Winbond gab ein ähnliches Statement ab. Auch die auf Display-Technologien spezialisierten Unternehmen Wintech und WiseChip melden keine nennenswerten Ausfälle.

Einzig Auftragsfertiger UMC meldet einen größeren Vorfall in einer seiner Anlagen, die im Tainan Science Park in der Nähe von Kaohsiung beheimatet ist. Die Auswirkungen seien allerdings „beherrschbar“. Mittlerweile seien Geräte und Produktionsanlagen wieder zur Normalität zurückgekehrt. Mit einem Marktanteil von 7,3% galt UMC 2021 hinter Samsung und Marktführer TSMC als weltweit drittgrößter Auftragsfertiger von Chip-Produkten.

Nachtrag 14 Uhr: Auch Flexium Interconnect, ein Hersteller flexibler Leiterplatten, der ein Werk im Southern Taiwan Science Park (STSP) bei Kaohsiung betreibt, meldete einen vorübergehenden Stillstand in seiner Anlage. Andere Hersteller, die im Southern Taiwan Science Park beheimatet sind, gaben an, dass Notstromaggregate über den Stromausfall hinweghelfen und die Produktion weitgehend ungestört weiterlaufen konnte.

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