Praxistipp zur Lichtsteuerung

Steuere ich meine LED per Funk oder drahtgebunden?

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Ein Rückkanal ist nicht vorgesehen, und auch Sensoren, beispielsweise Präsenzsensoren, lassen sich so gut wie nicht einbinden. Aufgrund dieser Nachteile ist 0–10V/1–10V hauptsächlich für einfache Installationen ohne Zusatzfunktionen geeignet. Für komplexere Anwendungsszenarien in der verkabelten Lichtsteuerung hat sich das digitale DALI-Protokoll etabliert. Es verbindet mehrere Geräte über einen bidirektionalen Datenbus und erkennt die einzelnen Komponenten über eine eindeutige Geräteadresse. Dadurch können die verschiedenen Bestandteile eines Systems individuelle Steuerbefehle empfangen und ihren Status mitteilen. Das serielle DALI-Protokoll basiert auf einem zweiadrigen Bus, der folgende Parameter nutzt:

  • asynchron: es gibt keine spezifische Taktleitung (Draht)
  • halbduplex: das System kann jederzeit Daten senden oder empfangen, aber nicht gleichzeitig
  • Datenrate von 1200 Bit pro Sekunde basierend auf dem Manchester-Code: das Taktsignal wird als Teil des Datenstroms kodiert
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In einem DALI-System kann eine Steuerung mit bis zu 64 Schaltgeräten kommunizieren. Diese lassen sich jeweils einzeln ansteuern, als Teil einer Gruppe oder alle zusammen. Installateure können bis zu 16 Gruppen sowie 16 verschiedene Lichtszenen definieren. Dieser Systemaufbau kann eine eingeschränkte Bandbreite oder auch mögliche verzögerte Schaltungen bei vielen Steuerbefehlen an zahlreiche Leuchten ausgleichen.

Für die verdrahtete Kommunikation zwischen Lichtsensoren und anderen steuernden Geräten, wie beispielsweise Schaltern, gibt es verschiedene Standards. Sie alle erlauben verschiedene Steuerszenarien und gleichzeitig zuverlässige Datenübertragung. Sollen Bestandsgebäude mit einem kabelgebundenen Steuersystem ausgestattet werden, benötigt jede Leuchte, jeder Schalter oder Sensor ein entsprechendes Steuerkabel. Darüber hinaus lässt sich ein solches System später nur mit großem Aufwand erweitern.

Seit einigen Jahren haben sich funkbasierte Techniken für die Lichtsteuerung durchgesetzt. Die Standardisierung der Protokolle erlaubt inzwischen eine einheitliche Kommunikation zwischen Geräten verschiedener Hersteller. Der besondere Vorteil der Funktechnologie: Sie lässt sich leicht nachrüsten, ohne dass neue Steuerkabel zu den Leuchten oder anderen Systemkomponenten verlegt werden müssen.

Drei verschiedene Stromquellen zur Auswahl

Aktuell gibt es drei verschiedene Arten funkbasierter Steuerung:

  • Geräte mit Stromanschluss: In der Regel bietet dieser Ansatz eine stabile Leistung und ermöglicht komplexere Steuerszenarien. Der Nachteil ist die Abhängigkeit von der bestehenden Kabelinfrastruktur. Dadurch ist ein solches Funksystem wenig flexibel und die Kosten für die Verkabelung bleiben bestehen. Sie eignet sich deshalb vor allem für dauerstromversorgte Komponenten wie Vorschaltgeräte oder Relais.
  • Batteriebetriebene Lösungen: Eine Alternative zur verdrahteten Stromversorgung sind batteriebetriebene Geräte, die deutlich flexibler sind. Eine zusätzliche Verkabelung für Schalter oder Sensoren entfällt und die Geräte lassen sich frei platzieren sowie jederzeit wieder versetzen. Ein Nachteil bleibt bei batteriebetriebenen Lösungen allerdings: die Wartung, vor allem in Form des regelmäßig notwendigen Batteriewechsels. Der Nutzer ist es gewohnt, dass Lichtschalter oder auch Präsenzsensoren zur Lichtsteuerung immer funktionieren. Ausfälle durch leere Batterien oder während der Wartungsfenster müssen deshalb bei der Funktionalität und Zuverlässigkeit eines Systems mit berücksichtigt werden. Auch die anfallenden Material- und Personalkosten sollten Teil der langfristigen Kalkulation sein.
  • Batterielose Funktechnik: Seit mehr als zehn Jahren gibt es batterielose Funksysteme auf dem Markt, die ihre Energie aus der unmittelbaren Umgebung gewinnen und dadurch wartungsfrei arbeiten. Sie lassen sich ebenso flexibel platzieren wie batteriebetriebene Funklösungen und bieten eine ähnlich stabile Leistung wie verdrahtete Komponenten.

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