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Knapp 13 Prozent des Stromverbrauchs durch Standby-Betrieb
Elektrische und elektronische Haushalts- und Bürogeräte mit Standby-Modus werden in großer Zahl eingesetzt. Dabei macht der Standby-Strom bis zu 13% des Stromverbrauchs in der westlichen Welt aus. Allein in der Europäischen Union machte der Standby-Stromverbrauch knapp 50 TWh im Jahr 2005 aus. Das sind Stromkosten von rund 7 Mrd. € und rund 20 Mio. t an CO2.
Andere Studien kommen zu ähnlichen Ergebnissen für andere Länder der westlichen Welt, wie Australien und Japan. Bekannte Initiativen wie das Europäische Programm zur Klimaveränderung und das Energy-Star-Programm wollen den Energieverbrauch von Produkten im Standby-Modus deutlich reduzieren, indem Grenzwerte für verschiedene Arten von Produkten vorgegeben werden. Die maximale Standby-Leistungsaufnahme liegt zwischen 0,5 und 2 W. Es werden aber Grenzwerte bei 0,3 bis 0,1 W angestrebt, um die jährlich geplanten Einsparungen von 35 TWh (14 Mio. t CO2) durch die Europäischen Kommission bis zum Jahr 2020 auch zu erreichen.
Wie sich die Standby-Power messen lässt

Die Messung der Standby-Power ist eine Herausforderung und dies nicht nur wegen der sehr kleinen zu messenden Leistung. Problematisch ist diese Messung auch, weil die Signalform oft nicht sinusförmig aus der AC-Versorgung kommt. Gängige Messinstrumente für 100 oder gar 1000 Watt haben nicht den Messbereich und die Auflösung, um ein paar wenige Watt mit ausreichender Genauigkeit zu messen.
So ist es gebräuchlich, zur Messung isolierte, skalierte Stromwandler zu verwenden. Diese sind aber in der Regel nicht mehr spezifiziert, wenn Messungen bei 10% des Messbereiches gemacht werden. Obwohl Stromwandler, und hier speziell magnetisch gekoppelte Geräte, eine Genauigkeit bei Vollausschlag zwischen 1 und 2% aufweisen, so sind sie eventuell überhaupt nicht in der Lage, die wenigen mA aufzulösen, die während des Standby-Betriebes fliesen. Hinzu kommt, dass der Strom, der im Standby-Betrieb fliest, sehr wahrscheinlich nicht sinusförmig ist, sondern Oberwellen enthält. Diese verlangen eine relativ hohe Bandbreite des Messgerätes.
Des Weiteren werden beim Produkt-Design mit Schaltnetzteiltechnik Burst-Mode, Skip-Zyklen und PWM-Schaltungen verwendet, die zur Folge haben, dass der Strom nicht kontinuierlich dem AC-Netz entnommen wird. Die Stromstöße und die Leistungsaufnahme jener Stromversorgungen sind so konzipiert, dass der durchschnittliche Standby-Stromverbrauch sehr effizient reduziert wurde, aber spezielle Messgeräte und Messverfahren erforderlich sind, um diese geringe Standby-Stromaufnahme auch zu verifizieren.
Die Energie-Initiativen haben das Problem erkannt und berücksichtigt und der Standard konnte nahezu universal zur Messung nach der Norm IEC 62301 zur Messung der Standby-Leistungaufnahme verwendet werden.
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