Modulares IT-Rack-System Standard-IT-Schrank – einfach und effizient im Aufbau

Autor / Redakteur: Bernd Hanstein * / Kristin Rinortner

Ein modulares IT-Rack-System als Serienprodukt präsentierte Rittal auf der CeBIT. Reduzierte Komplexität und montagefreundliche Plug-and-play-Technik sorgen für mehr Effizienz bei Bestellung und Montage.

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In den Rechenzentren dieser Welt sind sie zu Hause: Racks. Die rund zwei Meter hohen Stahlblechschränke bieten teuren Servern, Speichern und Netzwerkkomponenten ein sicheres Zuhause, sorgen für die passende Stromzufuhr sowie Kühlung und fassen Einzelgeräte ohne Kabelsalat zu logischen Server-Clustern zusammen.

Bisher bestellen Unternehmen Schrank und Zubehör für ihre Rechenzentren individuell und modular beim Hersteller. Bis sie fertig aufgebaut sind, müssen IT-Mitarbeiter die Racks mit allen Geräteeinschüben genau planen, Zubehör auswählen und montieren. Das kostet Zeit und Geld. Viele Unternehmen fragen sich deshalb zu Recht, warum es nicht längst Standard-IT-Schränke gibt, die über alle wichtigen Eigenschaften serienmäßig verfügen, sich ohne Werkzeug zeitsparend aufbauen lassen und dabei auch preislich überzeugen.

Mit dem „TS IT“ hat der Systemanbieter Rittal zur CeBIT 2012 ein neues Racksystem vorgestellt, das diese Anforderungen erfüllt. Die standardisierte Grundausstattung des Systems umfasst beispielsweise zwei flexible 19-Zoll-Montageebenen, geteilte Seitenwände mit Schnellverschluss oder optimierte Kabeleinführung mit Bürstenleisten.

Werkzeuglose Montage für Umbauten und Ergänzungen

Beim Rack entfällt die zeitaufwendige Montage. Der Schrank lässt sich mit Schnappverschlüssen, teilweise ganz ohne Werkzeug, vom Kunden schnell ergänzen oder umbauen. Dieses Prinzip wurde bei allen Zubehörkomponenten konsequent umgesetzt.

So lässt sich beispielsweise auch die neue Steckdosenleiste (PDU) des Herstellers mit Schnellverschlüssen im Zero-U-Space des Racks problemlos montieren. Ebenso einfach lassen sich die 19-Zoll-Montageebenen anpassen, in der Tiefe wie in der Breite von 19 Zoll auf 21, 23 oder 24 Zoll. Der intelligente Systembaukasten bringt nicht nur Zeit-, sondern auch Kostenvorteile und eröffnet zudem neue Möglichkeiten – etwa bei der Sockelmontage. Alternativ zum herkömmlichen Stahlblechsockel ist der Schrank auch mit dem aktuellen Sockelsystem „Flex-Block“ erhältlich, das ohne Werkzeug zu montieren ist und eine individuelle Nutzung des Sockelraumes ermöglicht.

Durch den Systembaukasten lässt sich der Sockel um Zubehör wie Kabelabfangschienen und Rollen schnell und werkzeuglos ausbauen. Weiterhin kann das Rack ohne Werkzeug im laufenden Serverbetrieb mit einer RFID-Leiste nachträglich erweitert werden. Dadurch lässt es an die wachsenden Anforderungen an Rechenzentren, wie beispielsweise die Inventarisierung, auch in Zukunft flexibel anpassen.

Um sich die zeitraubende Montage zu ersparen, haben sich einige Unternehmen in der Vergangenheit für kundenindividuelle Maßanfertigungen entschieden. Diese mussten allerdings vom Kunden im Detail zum Beispiel bis auf die Höhe und Position der Geräteeinschübe genau geplant werden. Die Hersteller verlangten ihrerseits Aufpreise für die Vormontage, dementsprechend länger waren die Lieferzeiten. Im Anschluss an die Planung wurde ein Bestellkatalog genutzt, aus dem zeitaufwändig die entsprechenden Einzelteile für die Befestigung in der richtigen Bemaßung gesucht wurden.

Vereinfachtes Bestellsystem auch für Zusatzteile

Auch hier punktet das beschriebene IT-Rack, denn mit dem durchdachten Zubehörbaukasten wurde auch das Bestellsystem für die Zusatzteile deutlich vereinfacht. Beispielsweise muss heute kein IT-Profi mehr wissen, welche 19-Zoll-Profilschienen zu welchem Geräteboden passen.

Für den gängigen Ausbau mit genormten 19-Zoll-breiten Geräten gibt es ein einziges Schienensystem und flexibel ausziehbare Geräteböden, die der Kunde ohne weiteres anpassen kann. Bei aller Vereinfachung hat die Qualität des Rack-Systems nicht gelitten: In der 19-Zoll-Ebene bietet es eine Traglast von 1500 kg. In einem mit IT-Equipment gefüllten Rack entsteht auch entsprechend viel Abwärme, die durch geeignete Kühlung abgeführt werden muss. Ebenso ist die Brandgefahr innerhalb eines IT-Schrankes nicht zu unterschätzen. Im Brandfall wird die Ausrüstung mit geeigneten Löschgasen geschützt.

Für die Gaslöschung – aber auch für die Klimatisierung – muss der Schrank allerdings über eine definierte Dichtigkeit verfügen, damit im Brandfall nicht zu viel des wirksamen Löschgases und im täglichen Betrieb keine wertvolle kalte Luft entweicht. Diese Dichtigkeit ist beim IT-Rack gegeben und wurde in einem akkreditierten Prüflabor nachgewiesen. Moderne Rechenzentren müssen technologisch am Puls der Zeit bleiben, daher sollte sich das Rack flexibel an die Innovationszyklen der Server- und Storage-Systeme anpassen lassen.

Schutz und Zugang im Gleichgewicht

Damit der Austausch von Servern leichter von der Hand geht, kann man die Türen des IT-Schranksystems mit 180-Grad-Scharnieren weit öffnen. Die wahlweise perforierte Tür an der Frontseite sorgt für optimalen Zugang und ermöglicht eine freie Belüftungsfläche von 85%. Sie gewährleistet eine Kühlung mit hoher Energieeffizienz. Auch für die Schrankrückseite ist eine serienmäßig geteilte Tür erhältlich.

Das IT-Rack-System mit intelligentem Montagekonzept spart nicht nur Zeit für Bestellung und Einbau von Zubehör, sondern ist als Serienmodell gegenüber bisherigen individuell, modular aufgebauten Kunden-Racks auch kostengünstiger. Das Baukastenkonzept garantiert, dass der Schrank sich an die Evolution im Rechenzentrum anpasst. //KR

* * Bernd Hanstein ... ist Hauptabteilungsleiter Produktmanagement IT bei Rittal in Herborn.

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