Spracheingabe im Fahrzeug setzt sich nur dann durch, wenn Störgeräusche und Rauschen eliminiert werden. Doch müssen die Automobilhersteller aufpassen, dass nicht Google oder Apple den Markt der Spracheingabe im Fahrzeug übernehmen.
Sprache als Schnittstelle zwischen Auto und Fahrer: Um Sprache sicher zu erkennen, müssen Störgeräusche eliminiert werden. Die Hersteller müssen auch Sprache als ein Erlebnis anbieten.
Das hören die Automobilhersteller nicht gern: Ihre nicht ganz preiswerten Assistenzsysteme bekommen Konkurrenz von Google und Apple. Damit sitzen sie direkt im Nervensystem des Fahrzeugs. Doch allein bei der Navigation bleibt es nicht: CarPlay, Android Auto und Echo Auto zeigen, wie sich das Gefährt mit Sprache steuern lässt.
Auf der letzten CES zeigte Qualcomm eine Demonstration der Alexa-Spracherkennung von Amazon. Diese Demo zeigte deutlich, dass die bisher von Smartphone und Smart-Home-Geräten verwendete Sprachtechnik nun auch im Auto angekommen ist. Sprache als eine natürliche Schnittstelle zwischen Fahrer und Fahrzeug.
Störgeräusche und Rauschen zu eliminieren
Doch laufen die Geräte in einem sicherheitskritischen Umfeld wie dem Auto auch rund? Bisher leiden Spracherkennungssysteme in der Regel unter schlechten Erkennungsraten, insbesondere in lauten Umgebungen, die ein Fahrzeug nun einmal ist.
Ein Auto – da wir gerade beim Thema sind – kann eine sehr laute Umgebung sein. In einem Interview mit der EE Times betonte Roy Baharav, CEO und Mitbegründer von Hi Auto, einem israelischen Start-up-Unternehmen: „Denken Sie beispielsweise an schreiende Kinder auf dem Rücksitz, vorbeifahrende Krankenwagen und heftigen Regen, der auf das Fahrzeug prasselt“.
Störgeräusche und Rauschen zu eliminieren und gleichzeitig die Zuverlässigkeit der Spracherkennung im Fahrzeug zu verbessern: Das waren Gründe, warum Hi Auto eine audiovisuelle Lösung entwickelt hat. Visuell, weil es eine fahrerseitige Kamera zusammen mit einem einzigen Mikrofon verwendet. Ein Deep-Learnig-Algorithmus verfolgt die Lippenbewegung des Sprechers, zoomt die Anwendung auf den Fahrer und entfernt alle anderen Störgeräusche und Musik im Fahrzeug. Jetzt plant Hi Auto ein System, das nur aus einer Software ohne spezielle Hardware besteht.
Sprachassistenten im Fahrzeug
Die Spracheingabe schickt sich an, die ultimative Mensch-Maschine-Schnittstelle im Fahrzeug zu werden. Heute ist die Spracheingabe noch neu, und für viele Menschen ist es immer noch unangenehm, mit Objekten zu sprechen. Doch auch hier wird ein Umdenken stattfinden. Spracheingabe wird nach Hi Auto weiter zunehmen und damit auch die Akzeptanz steigen.
„In Fahrzeugen der Luxusklasse sind Sprachsteuerungen bereits weit verbreitet und sie kommen jetzt auch in den Volumenmarkt“, berichtet Roy Baharav. Dieser Trend wird durch eine wachsende Zahl beliebter sprachbasierter Infotainment-Funktionen verstärkt.
Baharav ist überzeugt, dass Infotainment-Sprachassistenten im Fahrzeug nicht nur Spaß und Spiel sein werden. „Sie werden die Bedienung zwischen Fahrer und Fahrzeug verändern.“ Viele Funktionen werden aktuell über Displays mit Touchfunktion gesteuert. Allerdings ist die zunehmende Anzahl von Displays im Fahrzeug nicht ganz unkritisch, denn sie lenken den Fahrer ab. Gleichzeitig wird die Automobilindustrie mit erhöhten Sicherheitsvorschriften konfrontiert. Hinzu kommt, dass Fahrer und alle Insassen eines Fahrzeugs mit Sprachassistenten bereits von ihrem zuhause vertraut sind. Genau diese Sprachassistenten ziehen dann in die Autos.
Sprachassistenten im Fahrzeug
(Bild: Voicebot.ai)
Jüngste Untersuchungen von voicebot.ai aus dem Jahr 2019 zeigen, dass etwa 60% der Autokäufer Sprachunterstützung in Betracht ziehen. Hier ist Hi Auto nicht allein unterwegs. Baharav schätzt den aktuellen Markt auf rund eine halbe Milliarde US-Dollar und der Markt wächst schnell. Analysten erwarten, dass die Handels- und Werbeeinnahmen, die durch Sprachassistenten erzielt werden, bis zum Jahr 2025 den Wert von 20 Mrd. US-Dollar übersteigen werden, wobei ein erheblicher Teil der Umsätze mit Autos erfolgt.
Es gibt noch einen weiteren wichtigen Faktor, der in der Automobilindustrie einzigartig ist. Automobil-Hersteller sehen die Differenzierung des Infotainment-Angebots als einen wichtigen Schlüssel zum Erfolg. Google erwartet beispielsweise, dass 50% der Suchanfragen im Jahr 2020 per Sprache gestellt werden. Hier müssen die Automobilhersteller mitziehen und diese Schnittstelle unterstützen. Wird von einem Hersteller der Trend versäumt, dann hat dieser im wachsenden Markt der Sprachsuche keine Relevanz.
Stand: 08.12.2025
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Spracheingabe im Fahrzeug als Erlebnis
Die Autohersteller wollen ihre eigenen Entwicklungen in den Vordergrund stellen. Deshalb werden sie integrierte Systeme entwickeln, die auch Apps wie Spotify, digitales Radio oder WhatsApp unterstützen. Noch wichtiger für die Automobilhersteller ist es, sie mit ihrer eigenen Kartensoftware, Rundfunk, der Telefon- und Textunterstützung, der Fahrzeugsteuerung, ADAS-Interaktion und anderen Anwendungen mit der Fahrzeughardware zu koppeln. Denn das ist weder mit Google noch Apple möglich. Denn nicht speziell für das Auto entwickelte Sprachassistenten sind gerade in lauten Umgebungen unzureichend und damit auch gefährlich.