Die Speicherkrise lässt sich nicht so einfach lösen, und das liegt nicht nur daran, dass Speicherhersteller lieber lukrative Produkte mit hoher Nachfrage liefern wollen, sondern auch daran, dass der Ausbau der Produktion im Ausland sowie der Irankonflikt die bestehenden Engpässe weiter verschärfen.
Jensen Huang, CEO von Nvidia (links) und Tae-won Chey, Chairman der SK Group (rechts) gemeinsam auf dem Nvidia-Event GTC 2026.
(Bild: SK Group)
Nvidia-Chef Jensen Huang erklärte im Rahmen einer Grundsatzrede auf dem Nvidia-Tech-Event GTC Mitte März 2026 , dass die Nachfrage nach KI-Chips um das „10.000-Fache“ gestiegen sei, da die zunehmende Nutzung von KI-Modellen – also die Inferenz – den Bedarf an Rechenleistung in die Höhe treibe. Was wie ein Boom klingt, verschärft in der Praxis die Engpässe im Speichermarkt.
Eine höhere Nachfrage nach KI-Chips geht einher mit einer höheren Nachfrage nach Speicherprodukten für KI-Chips. Die KI-Branche lockt mit hohen Profiten, und deswegen haben sich die großen Speicherhersteller Micron, SK und Samsung in jüngerer Vergangenheit auf die Herstellung von HBM (High Bandwith Memory) fokussiert.
Das Problem dabei ist, dass Produkte wie DRAM und NAND ebenfalls für KI-Server benötigt werden, doch auch für andere Anwendungen im Bereich der Industrie-PCs, Wearables, Smartphones oder Automotive. Produktionskapazitäten für NAND und DRAM wurden allerdings verringert, zugunsten von HBM. Damit verschiebt sich die gesamte Speicherproduktion in Richtung weniger Volumen, aber höherer Margen – mit direkten Folgen für alle Anwendungen außerhalb des KI-Ökosystems.
Die Folgen zeigen sich inzwischen deutlich: Die Kosten für Speicherprodukte haben sich vielerorts vervielfacht. In Gesprächen auf der Embedded World berichteten mehrere Elektronikhersteller, dass Bestellungen ohne Preisgarantie oder Rücktrittsrecht getätigt werden müssen, wenn der Speicher benötigt wird. Wenn die Lieferung dann kommt, so der Tenor, müssen die aktuellen Preise bezahlt werden. Vorherige Absprachen, um die Kostenspirale einigermaßen zu kontrollieren, gibt es derzeit nicht. Produkte mit zwei, drei Speicherchips kosten jetzt das Doppelte, Dreifache, Vielfache.
Diese Kosten lassen sich selbst von den großen Herstellern nicht mehr ohne Weitergabe tragen. Die großen Unternehmen können mit Glück Lagerbestände aufbauen. Kleine Hersteller können sich das nicht leisten. Am Ende läuft es darauf hinaus: Will der Kunde das Produkt haben, dann muss er zahlen. Das wiederum hat selbstverständlich zur Folge, dass die Preise im Endkundenmarkt steigen. Das bemerken nicht nur die PC-Enthusiasten. Und wenn sich die Speicherkrise nicht zeitnah in den Griff bekommen lässt, wird das noch an vielen anderen Stellen bemerkt werden.
Entspannung erst 2030
Dass sich die Lage auf dem Speichermarkt für einige Zeit nicht ändern wird, sagt auch Tae-won Chey, Chairman der SK Group, zu der Speicherhersteller SK Hynix gehört (via Nikkei Asia). In Gesprächen während der GTC hat Chey verlauten lassen, dass die Speicherchip-Industrie wenigstens vier bis fünf Jahre benötigen würde, um mehr Wafer herzustellen, und entsprechend würde die Knappheit bis zum Jahr 2030 andauern.
Diese Entspannung wird auch nicht zeitnäher durch den Aufbau neuer Produktionskapazitäten in Übersee erreicht, so Chey. Man konzentriere sich aktuell auf den Aufbau neuer Fabs in Südkorea. Den Flaschenhals stelle bei Expansionsplänen allerdings nicht die Politik dar. „Es geht jetzt nicht um Geld oder staatliche Subventionen, sondern um die Energiequellen und Wasserverfügbarkeit und darum, ob der Ort über das richtige Ökosystem verfügt“, sagte Chey. Auch neue Produktionsstätten in Südkorea sprießen nicht von heute auf morgen aus dem Boden – wenngleich schneller als in den USA. „Da es gewisse Einschränkungen bei der Ausweitung der Produktion gibt, werden wir zunächst versuchen, den Preis so gut wie möglich zu stabilisieren“, sagte Chey im Gespräch mit Nikkei Asia.
Konflikt im Nahen Osten verschärft die Krise
Zur Entspannung der Lage auf dem Speichermarkt tragen die jüngst ausgebrochenen Konflikte im Nahen Osten nicht bei, im Gegenteil, so Chey. Nach den Angriffen auf den Iran wurde mit der Blockade der Straße von Hormus begonnen, einer Meerenge im Persischen Golf, über die vor allem Öl- und Gastransporte abgewickelt werden.
Durch die fast vollständige Blockade erhöhen sich die Energiepreise. Das bemerken nicht nur Sie aktuell an den Preisen an den Tankstellen. Chey erklärte, die Situation habe „uns vor große Schwierigkeiten gestellt“, da die Energiepreise in die Höhe schossen, und fügte hinzu, dass der Konzern genügend alternative Energiequellen finden müsse, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. (sb)
Stand: 08.12.2025
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