Dass es dabei nicht nur um eine Wohlfühlzone für die Mitarbeiter geht, sondern ebenso um Kostenaspekte, erklärt auch Dittrich: „Stress- und Angstsituationen können vermieden werden, nicht nur kurzfristig, auch die langfristigen psychosomatische Gesundheitsprobleme.“
Industrial Usability zahlt demnach also auf verschiedene Weise auf eine erhöhte Rendite des anwendenden Unternehmens ein. Das wiederum lässt die Kasse beim auf Usability ausgerichteten Hersteller klingeln. „Die Wahrscheinlichkeit, dass zufriedene Kunden erneut Produkte des Herstellers kaufen, steigt“, ist Dittrich überzeugt. „Zudem wird sie zunehmend zu einem kaufentscheidenden Faktor bei den Nutzern dieser Systeme.“ Überdies gilt die Faustformel: Je gebrauchstauglicher ein Produkt, desto geringer der Support-Aufwand.
Der eigentlich angepeilte Nutzen für die Industrie aber steckt wohl in den Prozessen selbst, der Helix der Wertschöpfungs-DNA. „Durch den integrativen Ansatz von Produktion, Planung Logistik und Lieferketten im Umfeld von Industrie 4.0 werden zukünftig noch mehr Einflussgrößen und Informationen anwendergerecht aufbereitet und dargestellt werden müssen“, meint Thomas Hammermeister, PR-Manager bei Schneider Electric. Gleichzeitig sind es genau diese vielen Infos und Daten in den Anlagen und Prozessen, aus denen sich in Industrie 4.0 die positive Effekte speisen sollen. Integration heißt dort bekanntlich das Schlüsselwort. Einfach, schnell und flexibel, das bedeute auch eine hohen Auslastung, ergänzt Georg Reindl, Geschäftsführer von Mensch und Maschine, was schlanke Prozesse dem Unternehmen bringen.
Wichtig ist da der Blick aufs Ganze: „Wer immer nur isolierte Teile eines Systems betrachtet, dem entgehen die Auswirkungen von Änderungen auf das Gesamtsystem“, erklärt Philipp Schmidt, Branch Office Manager der Copa-Data GmbH. „Ein zentraler Begriff gelungener Ergonomie ist deshalb Vernetzung – Vernetzung auf allen Ebenen.“ Eine gut vernetzte Anlage hingegen benötige nur einen Leitstand, um auch verteilte Anlagen zu visualisieren und zu steuern. Statt zwischen mehreren Leitständen zu pendeln, sieht der Bediener mit einem Blick auf den Status aller Maschinen und Prozesse, kann auf Alarme sofort reagieren und immer auch das Gesamtsystem im Auge behalten. „Ergonomisch vernetzen heißt auch, über den eigenen Prozess hinausschauen, mit anderen Bereichen kommunizieren, sie einbinden und bestmöglich aufeinander abzustimmen“, so Schmidt.
Für all die Rendite-Hebel muss Usability schon am Anfang der Wertschöpfungskette mit hineingedacht werden, meinen die Experten. Nicht nach Schema F, Industrial Usability erfordere eine neue Denke. Copa-Data etwa verfolgt den Grundsatz „Parametrieren statt Programmieren“. „Wer Parameter konfiguriert statt Skripte zu schreiben, ist nicht nur schneller, er hat auch weniger Gelegenheit, Fehler zu machen“, meint Schmidt. „Vor allem aber gewinnt er Überblick.“ Teams könnten ihre Projekte leichter in Module aufteilen, erreichten schneller ihre Ziele. Und was Ergonomie im Engineering und zur Runtime erreiche, werde bei Wartungsarbeiten weiter potenziert. „Die Sprachumschaltung erlaubt es zum Beispiel einem deutschen Wartungstechniker eine in Englisch projektierte Anlage in China problemlos zu warten“, skizziert Schmidt.
Ob im Einzelfall eine schicke Bedienoberfläche die zunehmende Komplexität in den Prozessen reduziert oder es um das Konzept eines völlig neuen Ansatzes geht, ist wohl auch eine Frage unserer Konditionierung. „Emotionale Faktoren haben großen Einfluss darauf, wie ich mit der Maschinen umgehe, auch wie ich mich anpasse“, weiß auch Prof. Kopp von der Uni Bielefeld. „MMS spricht nicht mehr von Usability, sondern zunehmend von User Experience. Das ist der größere Begriff, der auch das subjektive Empfinden beinhaltet, nicht nur während, sondern auch vor und nach der Nutzung“, so Experte Kopp.
Und woran hapert es derzeit noch besonders? An Ressourcen, Zeit und Geld, um die Zusammenarbeit von Entwicklern und Anwendern zu verbessern, glaubt Gieselmann. „Es ist für einen Entwickler nicht einfach, die Anwenderseite inhaltlich zu verstehen.“ Denn jeder hat einen anderen Blickwinkel auf dasselbe Muster einer vernetzten Arbeitswelt. Gerade dem Thema Industrie 4.0 nähert sich jeder aus einer anderen Ecke. Schmidt: „Die eigentliche Innovation dabei ist keine einzelne Technologie, sondern das Umdenken in der Industrie.“
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.