CISPR16 in der Messtechnik

So gelingt der Pre-Compliance-Test mit einem Spektrumanalysator

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Reproduzierbare Messergebnisse

Um reproduzierbare und mit der echten Zulassungsmessung vergleichbare Ergebnisse zu bekommen, müssen Korrekturfaktoren, wie Kabeldämpfung/Antennenkorrektur-Faktoren, berücksichtigt werden. Im nächsten Schritt sollten anstatt der Nahfeldsonden Antennen sowie eine drehbare Plattform für das Testobjekt verwendet werden. Das ganze Setup ist idealerweise in einem reflexionsfreien Raum aufgestellt.

Der gesamte Testablauf wie Antennenbewegungen, Tischdrehungen und Frequenzscans werden von extern gesteuert. Allerdings sind die dabei notwendigen Investitionskosten für eine EMV-Kammer oder einen drehbaren Tisch bereits in einem Bereich, der die Möglichkeiten kleinerer und mittlerer Betriebe übersteigt.

Ein weiterer Aspekt für die EMV-Prüfung ist die Conducted-Emission. Das sind Störspannungen, die über die Verbindungsleiter übertragen werden können. Es kann sich dabei um Emissionen handeln, die in einer Schaltung oder einem Bauteil erzeugt werden und die dann über die Leitungen für die Stromversorgung, über die Eingangs- oder Ausgangsleitungen von elektronischen Schaltungen übertragen werden. Das wird in der Automobiltechnik deutlich, da Motoren und andere Verbraucher hohe Stromstöße erzeugen und sich über den Kabelbaum und die Versorgungsleitungen ausbreiten.

Der Frequenzscan mit einem Spitzenwertdetektor

Anstatt Antennen verwendet man hier eine Netznachbildung (LISN) und ein Transientenlimiter, um die Eingangsstufe des Spektrumanalysators zu schützen. Die Netznachbildung ist ein Schlüsselelement. Es separiert die Störsignale von der Netzspannung und dem Rauschen, welches vom Testobjekt generiert wird. Die herausgefilterten Störungen werden dem Spektrumanalysator zugeführt. Ein ganzer Frequenzscan mit eingestelltem Quasi-Peak-Detektor ist zeitaufwendig.

Deshalb wird für den Frequenzscan ein Spitzenwertdetektor verwendet. Die Spitzenwerte/Problemstellen werden lokalisiert und mit einem Quasi-Peak-Detektor vermessen. Das garantiert valide Ergebnisse. Die Analysatoren von Rigol bieten EMI-Filter und Quasi-Peak-Detektoren.

Beim DSA815 mit 1,5 GHz ist beides in der Option EMI-Filter&Quasi-PeakDetector-Kit enthalten. Die DSA1000-Serie mit 3 GHz hat das Feature bereits ab Werk. Für ältere Geräte aus der DSA1000-Serie gibt es ein Firmware-Upgrade.

Messtechnik-Grundlagen erklärt

* Thomas Rottach ist Application Engineer bei Rigol Technologies in der europäischen Niederlassung Puchheim bei München.

(ID:43550848)