Das Industrial Metaverse lässt die Grenzen zwischen physischer und virtueller Welt verschwimmen, was Vorteile für den gesamten Produktlebenszyklus bringt – inklusive Qualitätsmanagement. Das funktioniert jedoch nur mit einer entsprechenden Datenbasis.
Andreas Dangl ist Entrepreneur und Geschäftsführer der Fabasoft Approve GmbH.
(Bild: Fabasoft Approve)
Laut Bitkom ermöglicht das Industrial Metaverse die Simulation und Interaktion mit physischen Objekten, Prozessen und Realitäten in einer virtuellen Umgebung. Das zukunftsweisende System nutzt zahlreiche Basistechnologien, die auch für Industrie 4.0 Verwendung finden. Es geht jedoch einen Schritt weiter, indem es einen virtuellen Erfahrungsraum eröffnet. Dieser kann den gesamten Produktlebenszyklus von Design über Engineering, Produktion, Qualitätskontrolle und Betrieb bis hin zum Recycling umfassen. Außerdem ermöglicht es die Interaktion entlang der gesamten Lieferkette – etwa zwischen Zulieferern und Abnehmern.
Ein bekanntes Beispiel für das Industrial Metaverse sind Digitale Zwillinge, die oft mit Künstlicher Intelligenz (KI), Augmented Reality (AR) oder Virtual Reality (VR) kombiniert werden. Die Digital Twins geben Mitarbeitenden die Möglichkeit, 3D-Modelle von Produkten, Komponenten, Prozessen, Maschinen und ganzen Anlagen in einer virtuellen Umgebung zu erstellen, zu steuern und zu testen. Somit sind Verantwortliche beispielsweise in der Lage, in der Qualitätskontrolle Verbesserungen zu implementieren, indem sie ein Objekt virtuell begutachten, digitale Checklisten abarbeiten und sofort Optimierungsmaßnahmen ergreifen, ohne physisch anwesend zu sein.
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Zögerliche Anwendung in der Praxis
Was die wirtschaftliche Bedeutung von AR und VR betrifft, so gehen zwei Drittel der von Bitkom befragten deutschen Unternehmen ab 20 Beschäftigten von einem hohen Mehrwert aus. Jedoch nur 24 Prozent nutzen die Technologie bereits. Ein Grund dafür ist fehlendes Know-how.
Ein weiteres Hindernis bei der Einführung eines Industrial Metaverse sind Bedenken in Sachen Cybersicherheit sowie Datenschutz, wobei der drastische Anstieg der Datenmenge, welche die industriellen Metaverse-Anwendungsfälle erzeugen, die Lage zusätzlich verschärft, so eine aktuelle EY-Studie.
Ein dritter Grund ist, dass die Basis für jede Ausformung des Metaverse – die verfügbaren Daten – nicht entsprechend aufbereitet sind. Das gilt sowohl für die Situation innerhalb der Unternehmen, Stichwort Datensilos, als auch für das gesamte Ökosystem entlang der Wettschöpfungskette.
Neue Möglichkeiten eröffnen
Um die Vorteile eines Industrial Metaverse nutzen zu können, braucht es also ein hochsicheres, leicht zu implementierendes und nutzerfreundliches Daten- und Dokumentenmanagementsystem (DMS) für Industrieunternehmen als Fundament, das eine nahtlose VR- und AR-Integration ermöglicht.
Hier kommt Cloud-Technologie ins Spiel, die Industrieunternehmen der EY-Studie zufolge ohnehin als den wichtigsten „Enabler“ von Metaverse-Systemen sehen. Beim Daten- und Dokumentenmanagement bringt die Technologie den Vorteil, dass alle relevanten Informationen auf einer gemeinsam genutzten Plattform verfügbar sind – und das jederzeit und überall. Damit ist unter anderem der oben genannte Use Case möglich, die Qualitätskontrolle und notwendige Korrekturen remote durchzuführen.
Ein smartes DMS bietet zudem eine einfach zu nutzende Umgebung, um digitale Checklisten zu verwalten. So sehen Mitarbeitende in der Werkstatt oder im Wareneingang auf dem Display ihrer AR-/VR-Brille etwa Anweisungen oder Hilfestellungen, die für die effiziente Durchführung der Qualitätsprüfungen erforderlich sind. Notwendige Korrektur- oder Sofortmaßnahmen lassen sich bei Auftreten eines Mangels über digitale Workflows einleiten, die ebenfalls im DMS integriert sind.
In einem DMS verankerte VR- und AR-Anwendungen bieten außerdem die Gelegenheit, mit speziellen Brillen auf 3D-Modelle – etwa die CAD-Daten von Anlagen – zuzugreifen und sie in einer virtuellen oder erweiterten Realität zu visualisieren. Mitarbeitende sind so in der Lage, einzelne Komponenten auf Schwachstellen oder Verbesserungspotenzial zu überprüfen.
Sichere und intelligente Datenumgebung
Ein cloudbasiertes Daten- und Dokumentenmanagementsystem kann den sicheren Betrieb stützen Voraussetzung dafür ist natürlich, dass Industrieunternehmen auf die Stärken europäischer Cloud Provider vertrauen, die die weltweit höchsten Anforderungen erfüllen – und das durch umfassende, international anerkannte Zertifikate nachweisen. Dazu kommen flankierende Maßnahmen wie ein intelligentes Rechte- und Rollensystem und eine Zwei-Faktor-Authentifizierung beim Zugriff auf das Gesamtsystem.
Das Industrial Metaverse mit den Technologien VR, AR und KI ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern bietet schon heute Unternehmen neue Möglichkeiten der Prozessoptimierung. Sie helfen unter anderem dabei, die Qualitätskontrolle auf ein höheres Level zu heben. Je smarter die damit verbundenen Daten und Dokumente verwaltet sind, desto leistungsfähiger ist das System. In der Folge profitieren Unternehmen von sinkenden Kosten und verbesserter Wettbewerbsfähigkeit. (sb)
Stand: 08.12.2025
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* Andreas Dangl ist Entrepreneur und Geschäftsführer der Fabasoft Approve GmbH. In seiner Funktion unterstützt er Unternehmen aus der Industrie bei der Einführung von smarter Software zum Managen technischer Daten und Dokumente.