Der zuweilen unterschätzte EMS-„Auftragsfertiger“ hat sich zum hochperformanten EMS-Beschleuniger entwickelt. Der Beitrag beschreibt, wie man mit smarten Daten Mehrwerte schafft.
EMS: Mit der Digitalisierung bietet eine neue Generation von EMS-Spielern ihren Kunden eine Vereinfachung und Beschleunigung von Projekten an, die normalerweise durch zahllose Hände gehen. Diese Gruppe elektronischer Dienstleister nennt sich EMS-Accelerators und kombiniert digitale Automatisierung und künstliche Intelligenz mit fundiertem Fachwissen in den Bereichen Kabel, Leiterplatte, Gerätebau und Design & Engineering.
In Deutschland gibt es rund 400 EMS-Dienstleister. Im besten Fall bestellt der Kunde mit einer Artikelnummer eine elektronische Baugruppe oder ein elektronisches Gerät. Diese Artikelnummer wird in Hunderte von Komponenten aufgelöst. Jede einzelne Komponente muss hinsichtlich Preis und Verfügbarkeit angefragt, häufig verhandelt und letztlich bestellt werden.
Wer im Markt bestehen will, liefert dem Kunden schnelle, marktgerechte Ergebnisse – und bietet nebenbei auch noch eine Harmonisierung der Stammdaten an. Dieser ressourcenintensive Prozess wird durch das Zusammenspiel einer intelligenten Produktdatenstruktur, einem leistungsfähigen ERP-System, durch automatisierte Webbots und nicht zuletzt erfahrene Mitarbeiter wesentlich verschlankt und beschleunigt. Dieser Digitalisierungsschritt trennt den EMS-Markt in EMS-Beschleuniger (EMS-Accelerator) und EMS-Nachzügler: Eine Konsolidierung wird nicht ausbleiben.
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Der Mehrwert von smarten Daten entsteht durch eine intelligente Digitalisierung der Rohdaten, die über mehrfache Iterationen bereinigt, standardisiert und mit aktuellen Marktinformationen angereichert werden. Disposition, Design und Engineering und letztlich auch alle Fertigungsprozesse arbeiten auf Grundlage der Projektstammdaten.
Mit diesen Stammdaten wird Wertschöpfung betrieben – je nach dem Grad ihrer Güte, der Marktaktualität und gegebenenfalls Zusatzinformationen werden strategische und operative Entscheidungen getroffen. Sie bilden zu Recht das Rückgrat eines Unternehmens in der Elektronik und Elektromechanik.
Die Realität im Projektgeschäft zeigt häufig leider das Gegenteil. Die weltweit größte Anwenderbefragung BI Survey belegt das Stammdatenproblem mit einem Platz unter den Top 3 für die systematische Analyse der Geschäftsprozesse (Quelle: BARC, www.barc-research.com). Es steht außer Frage, dass darunter insbesondere strategische Entscheidungen leiden und kleine (unerkannte) Ursachen eine große Wirkung erzielen. Daneben identifiziert BARC unzureichende Datenqualität auch als die drittgrößte Herausforderung für eine gelungene Datenvorbereitung (Bild 1).
Knowhow, Ressourcen und Datenqualität machen das Gros der Schwierigkeiten aus, mit denen Unternehmen zu kämpfen haben. Dabei liegt der Schlüssel bei der projektgetriebenen Elektronikfertigung in der Wahl des richtigen EMS-Beschleunigers, der zentral, digital und mit einer ordentlichen Portion Erfahrung jedes Projekt zuerst „digital harmonisiert“. Der EMSler verfügt über alle Einzelkomponenten mit weitreichenden Metadaten, die sowohl tagesaktuelle Bewegungsdaten als auch statisches Technikwissen verlangen. Dies kann als Single Point of Information verstanden werden, wenn für jedes einzelne Bauteil die Daten gesammelt, aktualisiert und ergänzt werden. Dabei hängt der Erfolg des Projektes erheblich von den Smart-Data-Maßnahmen ab, die der EMS-Accelerator vornimmt.
Nutzenversprechen einfach, schneller, intelligent
Die Digitalisierung und (Teil-)automatisierung beschleunigt den gesamten Projektverlauf. Datenqualität, -umfang und -aktualität steigen erheblich an und der Datenstamm wird nachhaltig vereinheitlicht. Web Crawler suchen automatisch nach Lieferzeiten, Preisen und Metadaten, Stücklisten enthalten weniger bis keine Fehler mehr und werden konsolidiert.
Auf diese Art und Weise wird ein Prozess in Gang gebracht, der derartigen Daten zu einem Produktionsfaktor macht. Denn diese Daten entsprechen durch ihre Werthaltigkeit (intelligente Sammlung, Veredelung und Bereitstellung) weitgehend dem 4. Produktionsfaktor Wissen. Sie liegen in digitaler Form maschinengebunden gespeichert vor und sind an keinen menschlichen Akteur mehr gebunden.
Ein EMS-Beschleuniger leistet also einen wertschöpfenden Beitrag für ein umfassendes Datenmanagement des Kunden, wenn er Stammdaten zu „smart data“ transformiert, für weitergehende Bewertungen bereitstellt und ein Qualitätsniveau erreicht, das fundierte strategische Entscheidungen aus Kundensicht erlaubt.
Die Aufforderung und Erwartung an einen EMS-Beschleuniger ist demnach die Sicherstellung des Datenqualitätszyklus für Projekte, insbesondere die Bereinigung, Harmonisierung und Anreicherung der Artikeldaten. So kommen neben der hohen Qualität Effizienzen im Umgang, eine erhöhte Flexibilität und oft sogar ein Wissenstransfer in Bezug auf Technik, Disposition oder Verarbeitung zustande. Überwachung und Kontrolle der Daten geschehen sowohl vollautomatisiert digital als auch durch die „Industrial Engineers“ im Projekt.
Stand: 08.12.2025
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„Wenn ein Fertigungsartikel in unserem Hause vom Design über Komponentenbeschaffung bis zur Fertigung alle Gewerke durchlaufen hat, halte ich nicht nur ein funktionierendes Endprodukt in den Händen, sondern ich ermögliche dem Kunden eine ganzheitliche Sicht auf sein Gerät. Da steckt so viel Zusatznutzen in den Daten, die wir mitliefern, das ist ein Produktivitätsgewinn auf allen Ebenen.“, ist Dr. Ralf Hasler, CEO der Lacon-Gruppe, von seinem EMS-Acceleration-Konzept überzeugt. „Wir agieren mit unserer digitalen Offensive flexibel und kompetent auf die sich verändernden Rahmenbedingungen am Markt. Die aktive Nutzung intelligenter Webtechnologien, halbautomatisierter Verdichtung und Aufbereitung mit anschließender Standardisierung im ERP gehören dazu.“
Fazit: Der bisher eher belächelte EMS-„Auftragsfertiger“ hat sich zum hochperformanten EMS-Beschleuniger entwickelt. Er fungiert nicht nur als Sparringspartner mit Industrial-Engineering-Kompetenz, sondern optimiert Geschäftsabläufe, transferiert und transformiert Projektwissen und garantiert als Datenverwalter die hohe Qualität der Stammdaten im Projekt: So schafft man mit smarten Daten Mehrwerte.