Anbieter zum Thema
Plädoier für mehr Kommunikationskultur
Es gibt nur eine Chance, diesem Irrsinn zu entfliehen: Kommunikationskultur. Der Weg zur Kommunikationskultur führt über simple Überlegungen zu Sinn und Zweck von Kommunikationsmitteln. Der Nutzen des Mobiltelefons liegt darin, dass Sie unabhängig von Ort und Zeit bestimmen können, ob Sie erreichbar sind und nicht darin, immer und überall erreichbar zu sein.
Ist es in Ordnung, wenn Sie ein persönliches Gespräch zugunsten eines Anrufes unterbrechen? Ist es sinnvoll, sich in Gefahr zu begeben, nur weil das Telefon klingelt, während Sie sich durch den Stadtverkehr kämpfen? Wollen Sie andere Menschen beim Mittagessen oder auf der Toilette stören? Wenn Sie glauben, so wichtig zu sein, dass Sie zu jeder Zeit und an jedem Ort erreichbar sein müssen, dann machen Sie womöglich irgendetwas falsch oder überschätzen sich. Wofür gibt es Anrufbeantworter und Anrufumleitungen?
E-Mails sind ein asynchrones Kommunikationsmedium! Ihr Vorteil liegt gerade darin, dass der Empfänger reagieren kann, wenn es in den Arbeitsablauf passt. So könnte eine Regel sein, dass E-Mails mit einer Verzögerung von maximal einem Tag beantwortet werden. Das Ping, Klingeling oder andere Hallo-hier-ist-eine-E-Mail-Gimmicks können Sie dann getrost abschalten.
Was die Unterbrechungen durch Kollegen am Arbeitsplatz betrifft, rate ich zu einer offenen Diskussion der störenden Kommunikationsgewohnheiten. Sie werden dabei herausfinden, dass die meisten Menschen weder stören noch gestört werden wollen. Stellen Sie das Thema Kommunikation immer wieder auf den Prüfstand. In kaum einem Bereich des Arbeitslebens werden so viele Fehler gemacht. Gleichzeitig lässt sich einfach Abhilfe mit hohem Nutzen schaffen. Hochwertige Arbeitsergebnisse sind nicht zuletzt auch Ausdruck hochentwickelter Kommunikationskultur.
(ID:265150)