Cosima-Wettbewerb Sensor im Hut lenkt Rollstuhl per Kopfbewegung
Einen Elektrorollstuhl nur mit Kopfbewegungen zu steuern – Studenten der Saar-Uni haben ein Sensorsystem entwickelt, das es möglich macht.
Anbieter zum Thema

Der Rollstuhl fährt nach links, wenn der Fahrer seinen Kopf nach links dreht, er beschleunigt nach kurzem Nicken, wird langsamer, wenn der Kopf leicht zurückgelegt wird, und kommt so auch zum Stehen. Ein erneutes Zurücklegen des Kopfes, nachdem der Rollstuhl gestoppt hat, löst den Rückwärtsgang aus.

Die 22-Jährige hat die Steuerung gemeinsam mit Claudia Daut, Tobias Zengerle, Julian Joppich, Manuel Quaring und Vlad Serea entwickelt. „Die Idee dazu kam uns nach einer Vorlesung von Professor Helmut Seidel über Mikromechanik“, ergänzt Claudia Daut. An Seidels Lehrstuhl haben die Studenten ihr System auch gebaut und getestet.
Der Mix aus Drehraten- und Beschleunigungssensoren ist sowohl am Rollstuhl als auch am Kopf des Fahrers befestigt. „Die Sensoren können unauffällig etwa in einem Stirnband oder einem Hut untergebracht werden“, sagt Ida Stapf. „Die Drehratensensoren ermitteln ständig, um welchen Winkel sich Kopf und Rollstuhl drehen, die Beschleunigungssensoren messen vor allem, in welche Richtung sie selbst geneigt werden. Beide Sensoren arbeiten dabei zusammen und stimmen letzte Feinheiten ab“, erklärt sie.
Die Messdaten, die die Sensoren an Rollstuhl und Kopf aufzeichnen, laufen in einem Mikrocontroller am Rollstuhl zusammen: Hier wird anhand von mathematischen Gleichungen berechnet, wie der Kopf des Fahrers in Bezug zum Rollstuhl ausgerichtet ist, es werden Schlussfolgerungen aus den Kopfbewegungen gezogen und entsprechende Befehle an die Lenkung des Rollstuhls weitergeschickt. „Diese Befehle speisen wir einfach über das Kabel der am Rollstuhl vorhandenen Steuerung ein“, erklärt Claudia Daut. „Es ist auch möglich, von der Kopfsteuerung auf manuelle Steuerung umzuschalten; dann werden die Bewegungsdaten eines Joysticks zur Lenkung herangezogen“, sagt Ida Stapf.
Mit ihrem Prototyp bewerben sich die Studenten beim Cosima-Wettbewerb, der jährlich vom Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) ausgeschrieben wird. Unterstützt wurden die Studenten bei ihrem Projekt von der Firma Permobil, die einen Elektrorollstuhl zur Verfügung gestellt hat, sowie von MESaar, der Sparkasse Saarbrücken, AOK Reinland-Pfalz und Saarland sowie der Firma Sensitec.
Internet der Dinge
Stephen Hawking präsentiert Intels vernetzten Rollstuhl
(ID:43037865)