Elektronikfertigung „Selektive Veredelung bietet Einsparpotenzial von bis zu 60 Prozent“

Redakteur: Franz Graser

Die steigenden Preise für Edelmetall, insbesondere für Gold, liefern ein gewichtiges Argument für das selektive Veredelungsverfahren für Schüttgut, insbesondere für Steckverbinder. Davon ist Falko A. Eidner, Geschäftsführer der FMB Technik GmbH aus Sternenfels, überzeugt.

Anbieter zum Thema

Schön und zerbrechlich: Die Präzision des Verfahrens der selektiven Veredelung von Kleinteilen zeigt sich an diesem Ahornblatt.
Schön und zerbrechlich: Die Präzision des Verfahrens der selektiven Veredelung von Kleinteilen zeigt sich an diesem Ahornblatt.
(Foto: FMB Technik)

Für welche Elektronikprodukte ist das selektive Veredelungsverfahren von FMB geeignet?

Für alle hochwertigen Kontakte, insbesondere Steckverbinder mit hohen Edelmetallschichten wie: Schwerlaststeckverbinder, Rundsteckverbinder, Sub-D-Stecker, Drehteile und Stanzteile.

Gibt es bei manchen Produkten Schwierigkeiten, das Verfahren einzusetzen?

Mit mehr als 10 jähriger Erfahrung im selektiven Veredeln von losen Teilen haben wir einen umfassenden Fundus an Know-how zur partiellen Beschichtung, mit dem wir größtenteils die Anforderungen unserer Kunden erfüllen können. Je nach Geometrie des Produktes sowie nach Goldschichtstärke und Flächenverhältnis variieren die Methoden der selektiven Veredelung. Normalerweise kann man jedes Produkt selektiv veredeln. Die Frage ist, ob es rentabel ist.

Welche Kostenersparnisse lassen sich durch dieses Verfahren erzielen?

Die Einsparpotentiale des Verfahrens Selektiv-Veredelung liegen bei bis zu 60%. Durch die Reduzierung des Edelmetalleinsatzes auf die Kontaktfläche werden einerseits die Anforderungen an Funktion und Qualität und anderseits die preispolitischen Anforderungen im Markt für Steckverbindersysteme erfüllt. Neben dem ökonomischen kommt der ökologische Aspekt hinzu, Stichwort Ressourcenschonung. Kosteneinsparung und Umweltschutz schließen sich also keineswegs aus.

Ab welcher Losgröße bzw. Produktmenge ist es sinnvoll, das Verfahren einzusetzen?

Die Losgröße spielt in diesem Fall keine große Rolle, da die Einsparung schon bei Kleinserien rentabel ist. Bei FMB können wir sowohl Kleinserien als auch Großserien rationell und günstig bearbeiten.

Aus welchen Bereichen kommen Ihre Kunden?

Unsere Kunden sind überwiegend aus der Elektronikindustrie. Wir beliefern auch folgende weitere Branchen: Automobilindustrie- sowie dem Kraftwerksbau und der Luft- und Raumfahrt. Wir sind international tätig und beliefern alle Branchen, in denen elektrische Kontakte bearbeitet werden.

Wie ist der Ablauf, wenn ein Kunde seine Schüttgut-Produkte bei Ihnen veredeln lässt?

Wir empfehlen unseren Kunden eine unverbindliche Vorstudie bzgl. des Einsparpotentiales, dies ergibt eine grundsätzliche Entscheidungshilfe für das Management. Bis zur Startphase des ersten Auftrages werden in enger Kundenabsprache erste Tests anhand der FMB- und Kundenvorgaben in unseren Produktionsstandorten in Sternenfels und Langenberg vorgenommen.

Falko A. Eidner, der Geschäftsführer der FMB Technik GmbH, hält das Verfahren der selektiven Veredelung schon für Kleinserien für rentabel.
Falko A. Eidner, der Geschäftsführer der FMB Technik GmbH, hält das Verfahren der selektiven Veredelung schon für Kleinserien für rentabel.
(Foto: FMB Technik)
Je nach Produkt und Anforderung ist die Testphase unterschiedlich lang und nur schwer in ein allgemein gültiges Zeitfenster zu bringen. Wir arbeiten im Hightech-Bereich, da ist eine sehr sorgfältige Testphase unumgänglich, um den Kunden Qualität - die höchste Funktionalität bietet - und je nach Volumen ein Einsparpotenzial in Millionenhöhe zu ermöglichen.

Seit wann setzen Sie die selektive Veredelung ein?

Vor 12 Jahren haben wir damit begonnen, Schüttgut selektiv zu veredeln. Was zunächst in Fachkreisen skeptisch betrachtet wurde, gilt mittlerweile als hervorragende Lösung. In der Zwischenzeit ist die Selektiv-Veredelung für Schüttgut aus der Elektronikindustrie nicht mehr wegzudenken. Der Nutzen wurde erkannt. Einen nicht unerheblichen Anteil hat hierbei natürlich die Goldpreissteigerung von knapp 10 auf aktuell rund 45 Euro pro Gramm innerhalb der letzten 12 Jahre. Das Verfahren wurde seitdem kontinuierlich weiterentwickelt.

(ID:33415420)