Das Triaxialverfahren in der EMV-Messtechnik

Schirmwirkung von Steckverbindern effizient messen

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Bild 4b: Messung von Kopplungswiderstand, Schirmdämpfung und Kopplungsdämpfung von konfektionierten Kabeln (Archiv: Vogel Business Media)

In gleicher Weise wie bei Steckern geschieht die Messung der Schirmdämpfung von konfektionierten Kabeln (Bild 4b). Ist das konfektionierte Kabel zu lang, werden beide Enden getrennt im Rohr gemessen und der schlechtere Wert als Schirmdämpfung angenommen.

Handelsübliche Messrohre haben einen Innendurchmesser von ca. 40 mm. Sollen größere Stecker oder Bauteile wie Abzweiger oder Wanddosen gemessen werden, steht ein Gehäuse für die Aufnahme dieser Komponenten zur Verfügung. Messungen im Gehäuse können bis ca. 2 GHz durchgeführt werden.

Geschlossener Messaufbau: Das Triaxialverfahren

Bild 4c: Messen der Schirmwirkung von Steckern größerer Abmessungen und von Bauteilen mit dem Triaxialverfahren und Gehäuse (Archiv: Vogel Business Media)

Vorteil des Triaxialverfahrens (Bild 4c) ist der geschlossene Messaufbau, der weder Störungen von außen aufnimmt, noch Störleistung nach außen abgibt. Damit ist ein hoher Dynamikbereich von über 100 dB auch ohne Messkabine möglich. Ein weiterer Vorteil besteht im einfachen und schnellen Messaufbau und der einfachen Interpretation der Messergebnisse.

Die Messverfahren zur Messung der Schirmwirkung von Steckern und von konfektionierten Kabeln ist als IEC 62153-4-7, Triaxialverfahren, Rohr im Rohr, international genormt. Ein entsprechendes Messsystem wird unter dem Namen CoMeT von Rosenberger Hochfrequenztechnik in Tittmoning gefertigt und von bedea Berkenhoff&Drebes international vertrieben. Die Weiterentwicklung dieses Verfahrens zur Messung der Schirmwirkung von Durchführungen und EMV-Dichtungen befindet sich zur Zeit als IEC 62153-4-10 als Doppel-Koaxialverfahren in der internationalen Normung und wird in einer der folgenden Ausgaben beschrieben.

Literatur:

[1] Breitenbach, O.; Hähner, T.; Mund, B.: Kabelschirmung im Frequenzbereich von MHz bis GHz, erweiterte Anwendung eines einfachen Messverfahrens, Frequenz 1-2/1999, S. 18-28

[2] Hähner, T.; Mund, B.: Measurement of the screening effectiveness of connectors and cable assemblies: International Wroclaw Symposium on Electromagnetic Compatibility, EMC 2002

[3] Mund, B.: Measuring the EMC on RF-connectors and connecting hardware, Tube in tube test procedure, IWCS (International wire and cable symposium) 2004

[4] Mund, B.: EMC of Cables & Connectors & Test methods, EMC Zurich 2007

[5] Normen:

IEC 62153-4-3: Transfer impedance,

IEC 62153-4-4: Screening attenuation -Triaxial method,

IEC 62153-4-7: Transferimpedance and Screening attenuation on Connectors and cable assemblies, Tube in tube test procedure,

EN 50289-1-6: EMC on Communication cables

*Dipl.-Ing. Bernhard Mund bei bedea Berkenhoff und Drebes in Asslar als Enwicklungsleiter u.a. zuständig für HF- und EMV-Messungen. Er ist Obmann des Normengremiums UK 412.3, Hochfrequenzkabel und Leitungen der DKE sowie Sekretär bei CENELEC SC 46XA und bei IEC SC 46A, Coaxial cables. Daneben ist er Mitglied in weiteren nationalen und internationalen Normengremien, u.a. in der Arbeitsgruppe IEC TC46/WG5, Screening Effectiveness.

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