Digitale Wirtschaft

Schaeffler und IBM schließen Partnerschaft für Big Data

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Sensoren erfassen Maschinenzustände

Der Geschäftsführer Vertrieb von IBM Deutschland, Ivo Körner, erklärt: „Die gemeinsame Implementierung der digitalen Agenda ist eine ideale Aufgabe, um unsere kognitiven IoT-Technologien einzusetzen und voranzubringen.“ Zum Einsatz kommt die globale, hybride Cloud-Infrastruktur „IBM Bluemix“ mit Watson IoT, die für maßgeschneiderte Anwendungen und mobile Apps für das Internet der Dinge genutzt werden kann.

Komponenten von Schaeffler wie Lager oder Kupplungssysteme befinden sich in Maschinen und Autos genau dort, wo wichtige Zustands- und Bewegungsinformationen entstehen. Schaeffler hat in den vergangenen Jahren in Forschung und Entwicklung investiert und diese Bauteile mit Sensoren, Aktuatoren und Steuergeräten inklusive Software ausgestattet. So kann das Unternehmen beispielsweise Daten über den Maschinenzustand erfassen, verarbeiten und dann in wertschöpfende Services umwandeln.

Was im Fokus der Partnerschaft steht

Optimierte Instandhaltung in der Windkraft

Schaeffler ist Partner für die Branche der regenerativen Energien und stellt mit riesigen Lagern sicher, dass sich Windturbinen reibungslos drehen. Diese Lager auszuwechseln ist kompliziert und teuer, da dies zu Stillstandzeiten und Energieverlust führt.

Schaeffler und IBM wollen gemeinsam erforschen, wie „machine learning“ zusätzliche Einblicke über die Leistung der Produkte unter unterschiedlichen Bedingungen gewähren kann. Sensoren überwachen in Echtzeit den Zustand von Windkraftanlagen und Komponenten. In Verbindung mit Windprognosen und Wetterdaten von der „Weather Company“ von IBM können Windpark-Betreiber frühzeitig einen Komponenten-Tausch für die nächste Windflaute einplanen.

Digitalisierte Überwachung und Optimierung von Zügen

Das Unternehmen verfügt über viel Erfahrung in der Schienenverkehrstechnik. In Zusammenarbeit mit Herstellern und Betreibern entstehen abgestimmte Lösungen für jede Lageranwendung in Zügen. Mithilfe kognitiver Informationen aus der Cloud will Schaeffler seine vorausschauende Instandhaltung für Züge verbessern, deren Betriebssicherheit erhöhen und Betriebskosten reduzieren. Intelligente Lager können Körperschall, Temperatur und Drehzahlen messen. So werden Wälzlagerschäden vermieden und frühzeitig Sicherheitswarnungen an die Betreiber ausgegeben.

Vernetzte Autos

Schaeffler ist ein führendes Unternehmen in der Entwicklung und Herstellung von Produkten für Motor, Getriebe und Fahrwerk. Mithilfe neuer Technologien will das Unternehmen die Funktionalität von Komponenten durch Datengenerierung und Aufbereitung erweitern. Echtzeitanalysen und kognitive Systeme sollen die Daten in Informationen umwandeln. So können OEMs die Betriebssicherheit der Autos erhöhen und Kunden neue Services anbieten.

Die Werkzeugmaschine 4.0

Kognitive Technologien von IBM sollen helfen, Schaefflers Industrie-4.0-Strategie für Werkzeugmaschinen weiterzuentwickeln und die OEE (Overall Equipment Efficiency) zu verbessern. Dazu gehören die Optimierung von Produktionsprozessen, Echtzeitanalysen, eine kontextbezogene Wartung und die Vernetzung und Optimierung mehrerer Maschinen. Dabei soll die Produktion und die Lieferkette permanent optimiert werden.

Connected Equipment – Operation-Center

Hier überwachen Experten die Zustände von tausenden internen und externen Maschinen und Anlagen. Die Big-Data-Strukturen werden an das Operation-Center übertragen und dort in der Schaeffler-Cloud verarbeitet. Die Analyse, Vorhersage und Optimierung erfolgt mittels neuer Algorithmen und kognitiver Methoden. Auffälligkeiten und Handlungsbedarfe werden aufgezeigt, Maßnahmen werden entsprechend eingeleitet.

Der Beitrag ist ursprünglich bei unserem Schwesterportal konstruktionspraxis erschienen.

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