Technikevolution San Francisco zahlt 212 Mio. US-Dollar für Umstieg von 5,25-Zoll-Disketten

Von Manuel Christa 1 min Lesedauer

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Das veraltete Zugsteuerungssystem der Muni Metro in San Francisco soll künftig ohne 5,25-Zoll-Disketten auskommen. Der Umstieg von der DOS-Software, die auf den Disketten schlummert, kostet insgesamt 212 Millionen Euro und soll erst 2028 abgeschlossen sein. Warum warteten die Verkehrsbehörden so lange auf ein Upgrade?

San Franciscos Metro schafft nun Disketten ab.(Bild:  KI-generiert)
San Franciscos Metro schafft nun Disketten ab.
(Bild: KI-generiert)

Im Zugsteuerungscomputer der Muni Metro, San Franciscos U-Bahn, sind bis heute 5,25-Zoll-Disketten im Einsatz. Nein, nicht die kompakteren und solideren 3,5-Zoll-Disketten, die die jüngere Generation auch nur noch als Speichern-Symbol aus Office-Apps kennt. Es handelt sich um die wabbeligen, hauchdünnen Quadrate mit Kapazitäten zwischen 120 KB bis 1,2 MB.

1998 bekam die kalifornische Metro in San Francisco das System basierend auf den Disketten, die damals schon nicht mehr wirklich zeitgemäß waren. 5,25 Zoll war der Formfaktor der 70er- und 80er-Jahre, während Ende der 90er schon 3,5 Zoll wegen CD-ROM und USB-Sticks am Aussterben waren.

Wenn die Disketten dann 2028 schließlich abgeschafft sind, verrichteten sie genau drei Jahrzehnte ihren Dienst bei den Verkehrbetrieben San Franciscos. Wie auch längst bei PCs und dem Rest der IT-Welt werden dann auch dort Speichermeiden überflüssig sein, indem die Kommunikation der Muni Metro dann auf WLAN und Mobilfunksignale umgestellt ist.

Warum steigt man erst nach fast 30 Jahren um?

Für das Upgrade entschied man sich letztlich, weil sowohl Ersatzteile als auch Fachwissen über Programmiersprachen der 1990er-Jahre immer rarer werden. Nun hielt man derart lange an der alten Technik fest, weil der öffentliche Nahverkehr in den USA nicht gerade priorisiert wurde und die Wartung bislang günstiger als der komplette Systemwechsel inklusive Planung gewesen sei. Zudem sei das System ohnehin auf eine lange Zeit von 20 bis 25 Jahren ausgelegt gewesen und ein Umstieg immer mit Risiken verbunden.

Der jetzt geplante Wechsel, auch das räumt man ein, sei nicht zuletzt deswegen so teuer, eben weil man so lange wartete. Mittlerweile wurde aber die Wartung teurer, sodass ein Upgrade ohnehin langfristig rentabler wurde. (mc)

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Link: Ars Technica

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