Jetzt hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) den offiziellen Startschuss für Smart Meter gegeben. Drei Hersteller haben ein Zertifikat bekommen. Doch was ist beim Einbau zu berücksichtigen und wer muss überhaupt ein Smart Meter verwenden?
Der Energieverbrauch wird bisher über die klassischen Ferraris-Zähler gemessen. Ab jetzt kann der Einbau der Smart Meter erfolgen.
Der Startschuss für das Rollout intelligenter Messsysteme, den sogenannten Smart Meter, ist gefallen. Mit der am 31. Januar veröffentlichten Marktanalyse des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat es die technische Möglichkeit zum Einbau von Smart-Meter-Gateways als Herzstück des intelligenten Messsystems festgestellt. Jetzt haben die grundzuständigen Messstellenbetreiber drei Jahr Zeit, um 10 Prozent der Pflichteinbauten abzuarbeiten. Danach weiter fünf Jahr für die 100 Prozent. „Nach einem jahrelangen Prozess kann nun die systematische Einführung intelligenter Messsysteme beginnen und eine zentrale Säule der Energiewende realisiert werden“, sagte Anke Hüneburg, Bereichsleiterin Energie im ZVEI.
Mit der Marktanalyse bestätigt das BSI, dass die zertifizierten Smart-Meter-Gateways die hohen Sicherheitsanforderungen sowie eich-rechtlichen Bedingungen erfüllen. Die Smart-Meter-Gateways wurden nach Anwendungsfällen differenziert freigegeben. „Hier hätten wir uns durchaus ein offensiveres, innovationsfreundlicheres Ergebnis gewünscht, denn technisch ist bereits heute nachweislich viel mehr möglich“, bewertet Hüneburg die Marktanalyse. Das Potenzial, das sich durch die hochsichere Kommunikationsplattform des Smart-Meter-Gateways biete, müsse breit nutzbar gemacht werden. Der Prozess dazu müsse schneller und unkomplizierter laufen als bisher.
Drei Hersteller erhalten Zertifikat vom BSI
Von Seiten des BSI hatte EMH Metering aus Mecklenburg-Vorpommern das dritte Zertifikat erhalten. Das zweite Zertifikat erhielt die Firma Sagemcom Dr. Neuhaus und das erste Zertifikat der Hersteller PPC vor bereits über einem Jahr.
Peter Heuell, Geschäftsführer der EMH: „Endlich fällt der Startschuss, um die Infrastruktur für ein digitales Energiesystem auszurollen. Wir bedauern, dass die Aufgabe des Schaltens von EEG-Anlagen es nicht in die erste Runde des Rollouts geschafft hat. Das EEG muss jetzt schnell angepasst werden, damit Smart Meter diese wichtige Aufgabe erfüllen können. Technisch sind sie dazu längst in der Lage. Entscheidend ist, dass Messstellenbetreiber jetzt leistungsstarke Geräte einbauen, mit denen sie dann langfristig für neue Geschäftsmodelle gerüstet sind. Gleichzeitig müssen die Standards geschaffen werden für weitere Anwendungen, wie die E-Mobility.“
Was ist beim Einbau zu berücksichtigen?
Ein Strom-Smart-Meter für einen durchschnittlichen Haushalt mit vier Personen im Einfamilienhaus kostet pro Jahr in der Regel maximal 60 Euro. Das Sparpotenzial liegt laut Studien im Schnitt bei 60 bis 150 Euro. Pro Haushalt können zwischen 100 und 260 kg CO2 vermieden werden.
Wer Eigentümer oder Mieter einer Wohnung oder eines Hauses ist, kann auch freiwillig ein Smart Meter einbauen lassen. Mieter können das für Strom noch bis Ende des Jahres selbst entscheiden. Danach ist es Sache des Vermieters.
Freiwilliger Einbau eines Smart Meters
Für den freiwilligen Einbau eines Smart Meters gibt es zwei Ansprechpartner:
Messstellenbetreiber mit Smart-Meter-Angebot oder
Stromanbieter mit Tarifen inklusive Smart Meter.
Allerdings gelten bei einem solchen freiwilligen Wechsel keine gesetzlichen Preisobergrenzen für Smart Meter. Für Umbauten am Zählerkasten oder andere Zusatzleistungen gelten generell keine Preisobergrenzen. Bei der Auswahl eines Messstellenbetreibers oder Stromtarifs mit Smart Meter sollten Eigentümer und Mieter auch auf Schnittstellen achten. Denn nur wenige Smart Meter lassen sich bisher mit anderen Geräten wie privaten Ladesäulen für Elektroautos, Wärmepumpen oder Smart-Home-Zentralen verbinden.
Wer ein Smart Meter einbauen muss
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wird die allgemeine Zulassung für Smart Meter erteilen. Damit greift die gesetzliche Pflicht zum Einbau von Smart Metern für Strom. Sie gilt:
für Haushalte mit einem Stromverbrauch von mehr als 6000 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr,
für Betreiber von stromerzeugenden Anlagen wie Solaranlagen mit einer Nennleistung von über 7 Kilowatt (kW) und
für Nutzer von Wärmepumpe oder Nachtspeicherheizung mit verringertem Netzentgelt.
Ab 2020 liegt die Entscheidung über den Einbau von digitalen Stromzählern (Smart Meter ohne Kommunikationsmodul) bei den Messstellenbetreibern, ab 2021 auch bei den Vermietern. Dann ist der Einbau zu dulden.
Prüfstandards für Smart-Meter-Gateways
Für die zentrale Komponente, welche die Zählerdaten sammelt und übermittelt, fehlen verbindliche Prüfverfahren. Das sagt Jürgen Kramny, Vorstandsvorsitzender der Agentur für Messwertqualität und Innovation e.V. (a:m+i). „Für Smart-Meter-Gateways haben die staatlich anerkannten Prüfstellen zwar bereits Prüfmethoden entwickelt, aber uns fehlt ein Standard“, erläutert Kramny. Die a:m+i versteht sich selbst als ein Bindeglied zwischen Prüfstellen, Eichbehörden, Herstellern, Messstellenbetreibern und Politik. Sie setzt sich unter anderem dafür ein, geeignete Standards zu entwickeln.
Wie realistisch ist das Einsparpotenzial?
Das mögliche Einsparpotenzial für einen Vier-Personen-Haushalt liegt bei 60 bis 150 Euro. Damit ließen sich laut Studien zwischen 100 und 260 kg CO2 einsparen. Ist das realistisch?
„Die Einschätzungen zur Höhe der Einsparpotenziale variieren je nach Studie sehr stark. Es gibt sehr ambitionierte Studien, andere sind realistischer. Nach einer Kosten-Nutzen-Analyse, die das Beratungsinstitut Ernst & Young 2013 im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums durchgeführt hat, lassen sich in der Verbrauchsklasse von über 6000 kWh die Kosten für Strom um maximal 130 Euro senken. Niedrigere Verbrauchsklassen sparen weniger ein“, fasst es Dr. Peter Heuell, Geschäftsführer der EMH metering, zusammen.
Stand: 08.12.2025
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Tatsache ist aber: Mit Smart Metern lassen sich die Verbrauchsdaten erstmals visualisieren. Das bedeutet, Verbraucher können ihren Stromverbrauch auf ihrem Smartphone oder Tablet einsehen und verfolgen. Die Messwerte werden dazu vom Smart Meter Gateway im 15-Minutentakt erhoben. Studien haben belegt, dass eine solche Visualisierung des Verbrauchs dazu führt, dass Menschen bewusster mit Strom umgehen und den Energieverbrauch deutlich senken. Smart Meter ermöglichen zudem erstmals ein Abrechnen variabler Stromtarife. Wer zukünftig beispielsweise Strom nutzt, wenn die Sonne scheint, zahlt weniger. Das entlastet die Stromnetze und das Portemonnaie. Wie hoch die Einsparpotenziale genau sind, hängt sehr davon ab, wie viele flexible Verbraucher, wie etwa Wärmepumpen oder E-Autos, in Haushalten zum Einsatz kommen. Es ist davon auszugehen, dass sich die Einsparungen daher in Zukunft steigern werden.
Die CO2-Einsparungen resultieren in erster Line aus den Stromeinsparungen. Im Jahr 2018 wird der CO2-Emissionsfaktor für den Strommix in Deutschland auf 474 Gramm pro Kilowattstunde geschätzt. Um beispielsweise 100 kg Kohlendioxid einzusparen, muss der Verbrauch ca. 210 kWh gesenkt werden. Bei einem Jahresverbrauch von 6000 kWh wären das ca. 3,5 Prozent.