Wenn Inhaltsstoffe unter Beobachtung geraten und auf die Kandidatenliste der besorgniserregenden Stoffe der ECHA kommen, muss schnell gehandelt werden. Das gilt auch für Etiketten.
Christos Emmanuil ist Leiter des Qualitätsmanagements bei robos-labels und erläutert das Thema Reach und RoHS im Interviewteil des Beitrages.
(Bild: robos-labels)
Manchmal kommt es vor, dass eine bewährte und geprüfte Etikettenlösung plötzlich unter Beobachtung steht, weil ein Inhaltsstoff auf die Kandidatenliste der besorgniserregenden Stoffe der European Chemical Agency (ECHA) geraten ist. Wird ein Stoff ganz verboten, kann es aufwändig werden, wenn das Etikett auf einem Bauteil Verwendung findet, das Teil eines anderen Produktes ist. Dann muss schnell gehandelt werden, um zügig alle notwendigen Prozesse zu einer neuen Kennzeichnungslösung zu durchlaufen.
Was bedeutet RoHS-Konformität? RoHS steht für „Restriction of the use of certain hazardous substances“ – Beschränkung der Verwendung gefährlicher Stoffe. RoHS-konforme Etikettenmaterialien dürfen verschiedene Stoffe nicht enthalten, die in der Liste der ECHA (European Chemical Agency) definiert sind. Darunter sind Schwermetalle, Flammhemmer und Weichmacher wie Blei, Cadmium, Quecksilber, sechswertiges Chrom, einige Phthalate und andere mehr. Die Liste an schädlichen Substanzen wird regelmäßig aktualisiert. Die RoHS-Richtlinie 2011/65/EU schützt die Gesundheit von Menschen und Tieren, sowie die Umwelt.
Die RoHS betrifft jedes Unternehmen, das Elektro- und Elektronikgeräte (EEG), zu denen Kabel und Ersatzteile gehören, in Länder verkauft, die unter die RoHS-Richtlinie fallen. Glühlampen oder Grafikkarten zählen ebenfalls zu den Elektro- und Elektronikgeräten, da sie eine eigene Funktion erfüllen und separat an Endnutzer verkauft werden. Auch die Distributoren, Integratoren und Wiederverkäufer, die Waren in diese Länder liefern, sind betroffen, wenn die Waren eine der verbotenen Substanzen der aktuellen Liste enthalten.
Es spielt keine Rolle, ob ein EEG an einen privaten Endverbraucher oder im B2B-Geschäft an ein Unternehmen verkauft wird. RoHS-Produkte fallen in den CE-Kennzeichnungsprozess, dazu gehört die Pflicht zur Ausstellung einer EU-Konformitätserklärung, mit der ausdrücklich die Übereinstimmung des Produkts mit der RoHS 2-Richtlinie bestätigt wird. Gemäß den EU-Vorschriften wird die RoHS-Konformität durch ein CE-Kennzeichen bestätigt, sodass das Anbringen eines zusätzlichen Symbols nicht erforderlich ist.
Welche Bedeutung hat RoHS für die Kennzeichnung?
Die RoHS-Richtlinie betrifft jedes Unternehmen, das Elektro- und Elektronikgeräte in Länder verkauft, die unter die RoHS-Richtlinie fallen. Hierzu zählen auch Kabel und Ersatzteile für Elektro- und Elektronikgeräte. Robos-labels produziert normenkonforme Etiketten für alle Anwendungen.
(Bild: robos-labels)
Etiketten und Kennzeichnung selbst unterliegen nicht der RoHS-Richtlinie. Aber: Produkte und Waren dürfen Schadstoffe nur innerhalb einer bestimmten Toleranz in Produkten enthalten. Das Etikett könnte prozentual zur Erhöhung des Anteils im Produkt beitragen, wenn die Ausgangsmaterialien einen der Stoffe der ECHA-Liste enthalten.
Deswegen bestätigt robos-labels als Etikettenhersteller, dass die produzierten Etiketten diese definierten Schadstoffe grundsätzlich nicht enthalten, wenn RoHS- und REACH-Konformität gewünscht ist. Damit ist der Anwender der Etiketten auf der sicheren Seite.
Wen betrifft die REACH-Verordnung?
Die REACH-Verordnung gilt allgemein und betrachtet den umfassenden Einsatz von Chemikalien in alle Branchen und Unternehmen. REACH steht für „Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals“ - Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe.
REACH gilt grundsätzlich für alle chemischen Stoffe. Hierzu gehören solche, die in der Industrie verwendet werden, aber auch Stoffe, die im Alltag vorkommen, wie zum Beispiel in Farben und Lacken, in Möbel, Kleidung aber auch in Elektrogeräten. DIE REACH-Verordnung hat Auswirkungen auf die meisten Unternehmen in der EU.
Für besorgniserregende Stoffe gilt nach der REACH-Verordnung die Pflicht zur Informationsweitergabe in der Lieferkette, wenn diese in Erzeugnissen in einer Konzentration von über 0,1 Prozent enthalten sind.
Interview mit dem Leiter des Qualitätsmanagements
Im folgenden Interviewteil dieses Beitrages beantwortet Christos Emmanuil, Leiter Qualitätsmanagement bei robos-labels, einige wichtige Fragen im Kontext der RoHS- bzw. REACH-Richtlinie. Er kennt sich bestens aus mit normenkonformen Etiketten. Was ist alles zu beachten und wie geht das Unternehmen vor?
Wie wird die Normenkonformität der Etiketten garantiert?
Emmanuil: „Werden Etiketten von einem zuverlässigen Lieferanten bezogen, genügt eine einfache Zulieferererklärung der Lieferanten, mit der diese bestätigen die Grenzwerte der RoHS- bzw. REACH-Richtlinie einzuhalten. Eine vertragliche Absicherung ist auch über eine diesbezügliche Angabe in der Auftragsbestätigung möglich.“
Stand: 08.12.2025
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Suchen Kunden gezielt Etikettenhersteller, die die Vorgaben einhalten?
Emmanuil: „Sie suchen nicht gezielt, aber früher oder später müssen wir bestätigen, dass wir die Vorgaben erfüllen. Kunden kennen sich in diesem Thema manchmal wenig aus, sie möchten einfach die Bestätigung zur Konformität, um auf der sicheren Seite zu sein und jedes Risiko auszuschließen. Oftmals auch für Produkte, die gar keine RoHS- oder REACH-Konformität benötigen – es gibt ein großes Sicherheitsbedürfnis.“
Welche Vorgaben bekommt robos-labels von Kunden?
Emmanuil: „Jedes Kennzeichnungsprodukt hat für die Herstellung zwei Zeichnungen: eine Rohteilzeichnung und eine Fertigproduktzeichnung mit Materialangaben. Hier gibt es signifikante Merkmale, die eine Überwachung, Kontrolle, oder Messung anzeigen. Öfters kommen Anfragen zu Normen, die laut Zeichnung gar nicht benötigt werden. Hier stehen wir dann beratend zur Seite.“
Welche Informationen benötigen Ihre Kunden?
Emmanuil: „Kunden möchten wissen, ob sie die Norm überhaupt betrifft und ob unsere Produkte normenkonform sind. Die Liste der besorgniserregenden Stoffe wird ständig aktualisiert und ergänzt. Die Toleranzen werden immer enger. Wenn Stoffe dazu kommen oder auf der Kandidatenliste stehen, dann muss der Kunde das wissen. Wenn verwendete Materialien dann als schädlich erklärt werden, dann muss eine Alternative gefunden werden.“
Christine Hartmann leitet die Unternehmenskommunikation bei robos-labels.
(Bild: robos-labels)
Wie erfahren Sie von Stoffen, die unter Beobachtung geraten?
Emmanuil: „Unser Materiallieferanten informieren uns aktuell darüber. Wenn ein Material betroffen ist, dann suchen wir die Artikel, in denen es verwendet wird und die Käufer dieser Artikel. Unsere Kunden werden dann informiert. Aufgrund von Verträgen ist es unsere Pflicht, dass wir jede Änderung mitteilen. Dem Kunden ist es dann überlassen, ob er das Kennzeichnungsprodukt wie gehabt weiterverwendet oder Alternativen gesucht werden sollen.“
Welcher Aufwand steht hinter der Umstellung der Materialien?
Emmanuil: „Eine Umstellung ist keine einfache Sache. Es muss oft eine neue Zeichnung erstellt werden und wir bemustern dann neu. Der Kunde stellt eventuell nur ein kleines Bauteil her aus einem größeren Produkt. Auch er muss dann seinen Endkunden - zum Beispiel aus der Automobilindustrie - weiterführend informieren und bemustern. Es zieht eine Kette an notwendigen erneuten Tests und Freigaben nach sich.
Ein Etikett für Fässer oder für einen Bohrmaschinen-Koffer ist zügig machbar, aber ein Etikett für ein Bauteil eines anderen Produktes zieht ein komplexes Änderungsverfahren nach sich. In der Automobilindustrie müssen eventuell Tests für Lastenhefte mit den neuen Etikettenmaterialien durchgeführt werden und das dauert dann wieder. Durch die Umstellung der Materialien können sich die Eigenschaften und Funktionalitäten vom Etikett verändern, das kann zum Beispiel auch die Klebkraft betreffen.“
Was leistet robos-labels für seine Kunden?
Emmanuil: „Wir nehmen nur REACH-konforme Materialien in unser Sortiment auf, garantieren die Konformität und übernehmen die aufwändigen Bemusterungsverfahren. Wenn Inhaltsstoffe in Materialien unter Beobachtung geraten oder verboten werden, dann informieren wir unsere Kunden unverzüglich, suchen Alternativen, die bestmöglich den Kundenanforderungen entsprechen und adäquate Funktionalität bieten. Hier können wir unser umfassendes Knowhow und unsere langjährige Erfahrung einbringen und schauen, dass die Kennzeichnung lückenlos weiterläuft und weiterhin in bester Qualität den Anforderungen entspricht.“ (jw)
* Christine Hartmann leitet die Unternehmenskommunikation bei robos-labels.