Modulare Robotik RobCo bekommt 100 Mio. Dollar von Tech- und Auto-Investoren für US-Expansion

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Das Münchner Robotik-Unternehmen RobCo sichert sich frisches Kapital. Mit 100 Millionen US-Dollar treiben die Gründer ihre Pläne für lernende Roboter voran und visieren den amerikanischen Markt an.

Modulare Helfer: Die Roboter von RobCo bestehen aus flexibel kombinierbaren Hardware-Modulen und nutzen eine KI-Software zum Lernen.(Bild:  RobCo)
Modulare Helfer: Die Roboter von RobCo bestehen aus flexibel kombinierbaren Hardware-Modulen und nutzen eine KI-Software zum Lernen.
(Bild: RobCo)

Das Kapital stammt aus einer recht bunten Allianz: In der Serie-C-Finanzierungsrunde treffen klassische Risikokapitalgeber aus dem Silicon Valley auf die Investment-Arme großer europäischer Auto-Dynastien. US-Tech-Investoren sind Lightspeed Venture Partners und Sequoia Capital. Lingotto Innovation ist die Beteiligungsgesellschaft der Agnelli-Familie, die hinter Fiat steht. Ebenfalls beteiligt ist Leitmotif, der Wagniskapital-Ableger von Volkswagen. Diese Mischung aus Technologie-Expertise und industriellem Automotive-Netzwerk soll dem 2020 gegründeten Unternehmen den Weg zum globalen Player ebnen.

Das frische Geld fließt primär in zwei Kanäle: die technische Weiterentwicklung der Roboter hin zu mehr Autonomie und die geografische Ausbreitung. Roman Hölzl, CEO und Gründer von RobCo, formuliert die Marschrichtung folgendermaßen: „Mit der zusätzlichen Finanzierung über 100 Millionen US-Dollar wollen wir RobCo zum führenden Anbieter von KI-gestützter Robotik für die industrielle Fertigung in den USA und Europa entwickeln.“ Ziel sei es, repetitive Aufgaben zu automatisieren, damit sich menschliche Arbeitskräfte auf komplexere Tätigkeiten fokussieren können.

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“Physical AI”: Lernen durch Vormachen statt Programmieren

Technologisch setzt RobCo auf eine modulare Architektur. Anwender können die Hardware-Bausteine flexibel zusammensetzen und so an unterschiedliche Arbeitsschritte anpassen. Der entscheidende Hebel liegt jedoch in der Software. Das Unternehmen verfolgt das Konzept der „Physical AI“. Darunter verstehen Experten KI-Systeme, die nicht nur Daten verarbeiten, sondern direkt in der physischen Welt agieren und lernen.

In der Praxis bedeutet das eine Abkehr von starrer Programmierung. Die Roboter erlernen ihre Aufgaben, indem Menschen sie ihnen vormachen oder durch selbstständiges Training. Dies soll die Hürden bei der Inbetriebnahme drastisch senken und den Einsatz in Umgebungen erlauben, in denen sich Produkte oder Abläufe häufig ändern. Das Analystenhaus Gartner identifiziert diese Form der physischen KI als den bestimmenden Technologietrend für das Jahr 2026. RobCo integriert diesen Ansatz bereits heute in seine Plattform, um Roboter schrittweise autonomer handeln zu lassen.

Industrielles Kapital trifft Risikokapital

Operativ rückt bei RobCo der US-Markt in den Fokus. Die deutsche Firma unterhält dort seit 2025 Standorte in San Francisco und Austin. Die USA gelten derzeit als besonders attraktives Feld für Automatisierungstechnik, getrieben durch einen akuten Fachkräftemangel und den Trend, Produktionskapazitäten wieder ins eigene Land zurückzuholen (Reshoring). Kunden wie BMW, T-Systems oder die Fabricated Extrusion Company setzen die Systeme bereits ein.

Von Industrieseite wird die Notwendigkeit autonomer Systeme betont. Morgan Samet, Co-Head von Lingotto Innovation, erklärt den Einstieg der Agnelli-Holding so: „RobCo sticht hervor, weil das Unternehmen physische KI direkt in reale Produktionsumgebungen integriert und dabei bereits heute erprobte Implementierungen mit einem klaren, schrittweisen Weg zu höherer Autonomie verbindet.“

 (mc)

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