CES 2026: Embedded und IoT Qualcomm zeigt neue IoT-Chips für On-Device-KI

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Qualcomm zieht seine IoT-Übernahmeserie zusammen und legt zur CES 2026 neue Dragonwing-Q-Prozessoren nach. Das Paket soll Entwicklern, OEMs und großen Anwendern helfen, Edge-KI schneller vom Prototyp in den Rollout zu bringen.

Qualcomm IoT-Ökosystem: Dragonwing-Prozessoren bilden die Hardware-Basis, darüber sitzen ein einheitlicher Software-Stack für Linux, Windows und Android sowie Dienste für sicheres Gerätemanagement, On-Device-KI, Video-Analyse und Positionierung.(Bild:  Qualcomm)
Qualcomm IoT-Ökosystem: Dragonwing-Prozessoren bilden die Hardware-Basis, darüber sitzen ein einheitlicher Software-Stack für Linux, Windows und Android sowie Dienste für sicheres Gerätemanagement, On-Device-KI, Video-Analyse und Positionierung.
(Bild: Qualcomm)

Die CES 2026 in Las Vegas wird für Qualcomm auch zur Bühne für eine strategische Verschiebung: Weg vom reinen Chipverkauf, hin zu einem durchgehenden Baukasten aus Prozessoren, Software und Services. Der Konzern spricht von einer „abgeschlossenen“ Erweiterung seines Industrial- und Embedded-IoT-Geschäfts. Grundlage sind neben neuen Dragonwing-Q-Prozessoren mehrere Zukäufe der vergangenen 18 Monate, darunter Arduino, Edge Impulse, Focusai und Foundries.io. Zusätzlich meldet Qualcomm den Abschluss der Augentix-Übernahme, die vorrangig die Kamera- und Vision-Schiene stärken soll.

Baukasten für Entwickler: Arduino trifft Edge Impulse und Foundries.io

Im Zentrum steht ein Versprechen an Entwickler: weniger Reibung zwischen Prototyping, Modelltraining und sicherem Betrieb im Feld. Qualcomm beschreibt eine einheitliche Software-Architektur, die Linux, Windows und Android abdeckt und so dieselben Grundbausteine in verschiedenen Geräteklassen nutzbar macht.

Bildergalerie

Arduino soll dabei den Einstieg einfach halten, Edge Impulse das Training und die Modellverwaltung unterstützen und Foundries.io den Weg in den abgesicherten Betrieb ebnen. Qualcomm zielt damit nicht nur auf Großkunden, sondern ausdrücklich auch auf kleinere OEMs und unabhängige Entwickler, die ohne große Plattformteams Geräte in Serie bringen wollen.

Zwei neue Q-Prozessoren: Multi-Kamera und Multimedia rücken in den Fokus

Mit den neuen Dragonwing-Prozessoren Q‑8750 und Q‑7790 setzt Qualcomm auf On-Device-KI in Geräten, die heute oft noch stark auf Cloud-Dienste angewiesen sind. Der Q‑8750 soll mit einer KI-Leistung von 77 TOPS (INT4/8/16 und FP16) auch größere Modelle lokal ausführen können. Qualcomm nennt als Zielgröße Large-Language-Modelle bis 11 Milliarden Parameter. Eine Kamera-Architektur für bis zu zwölf physische Kameras sowie drei 48‑Megapixel-ISPs zielt auf Drohnen und Multi-Angle-Vision-Systeme.

Der Q‑7790 ist als kleinere Variante für „Alltagsgeräte“ gedacht, etwa Smart-Kameras, AI-TVs, Media-Hubs und Videokonferenzsysteme. Qualcomm beziffert die On-Device-KI-Leistung mit 24 TOPS. Dazu kommen Multimedia-Funktionen wie zwei 4K60-Displays, 4K60-Encoding und 4K120-Decoding inklusive AV1-Hardware-Dekodierung. Für sicherheitskritische Umgebungen nennt Qualcomm Secure Boot, Trusted Execution Environment und eine Management-Engine als Schutzmechanismen.

Die neuen Q-Prozessoren zielen klar auf Geräteklassen mit starkem Kamera- und Multimedia-Schwerpunkt, etwa Drohnen, Video- und Collaboration-Systeme. Die Dragonwing-IQ-Familie adressiert dagegen typische Industrie-Edge-Systeme wie Industrie-PCs, HMIs, Steuerungen und Edge-Controller.

Augentix und die Insight-Plattform: Kameras als Hebel für Edge-Video

Mit dem Abschluss der Augentix-Übernahme baut Qualcomm seine Position im Bereich Bildverarbeitung aus. Augentix liefert laut Qualcomm Bildprozessoren und SoCs für IP-Kameras und vernetzte Videosysteme. Das soll den Konzern in die Lage versetzen, stärker maßgeschneiderte Chips für Kamera-Designs zu liefern und die eigenen Roadmaps für smarte Kameras zu verbreitern.

Parallel schiebt Qualcomm die Insight Platform in den Vordergrund. Qualcomm beschreibt sie als Service für Video-Intelligenz, der Edge-KI mit einer dialogorientierten, LLM-basierten Abfrage kombiniert. Ziel: vorhandene Installationen modernisieren, zum Beispiel über Edge-AI-Boxen oder KI-fähige Kameras, und Video-Daten in Echtzeit für Sicherheits- und Betriebsprozesse nutzbar machen. (mc)

(ID:50669288)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung