Industrie-Partnerschaft Qualcomm und Siemens bringen lokale KI und 5G direkt in die Fabrikhalle

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Auf dem MWC 2026 zeigten Qualcomm und Siemens, wie autonome Roboter und künstliche Intelligenz direkt vor Ort zusammenarbeiten. Ein neues Fabrikmodell verdeutlicht, wie die Industrie durch lokale Datenverarbeitung schneller und unabhängiger agiert.

Smarte Fertigung im Modell: Über ein privates 5G-Netzwerk von Qualcomm koordinieren sich Roboterarm und Transportsystem in der autonomen Siemens-Produktionszelle.(Bild:  Qualcomm)
Smarte Fertigung im Modell: Über ein privates 5G-Netzwerk von Qualcomm koordinieren sich Roboterarm und Transportsystem in der autonomen Siemens-Produktionszelle.
(Bild: Qualcomm)

Die beiden Branchenriesen Qualcomm und Siemens demonstrieren anhand eines autonomen Produktionsmodells, wie die Verknüpfung von privatem 5G und lokaler künstlicher Intelligenz (KI) den Fabrikalltag grundlegend verändert. Das Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, Maschinen zu befähigen, Entscheidungen in Echtzeit direkt an der Anlage zu treffen.

Bisher hingen viele Abläufe in der Industrie von sogenannten Manufacturing Execution Systems ab, die Daten zentral bündeln und verarbeiten. In der modernen Fabrik wandelt sich dieses Bild jedoch hin zu verteilten, autonomen Produktionszellen und mobiler Robotik. Diese Einheiten müssen sich lokal koordinieren, um flexibel auf Veränderungen im Arbeitsfluss zu reagieren. Die in Barcelona gezeigte Technologie nutzt hierfür eine Rechenleistung direkt am Einsatzort, kombiniert mit einer stabilen, drahtlosen Kommunikation, die speziell für industrielle Anforderungen entwickelt wurde.

Vernetzte Roboter im autonomen Zusammenspiel

Das Herzstück der Demonstration bildet ein fahrerloses Transportsystem (AGV), das sich über ein privates 5G-Netzwerk von Siemens durch das Fabrikmodell bewegt. Dieses Netzwerk fußt auf der Funktechnologie von Qualcomm und stellt sicher, dass das Fahrzeug Materialien präzise und zuverlässig transportiert. Gleichzeitig montiert ein Roboterarm Bauteile und tauscht dabei permanent Informationen mit dem Transportsystem sowie den umliegenden Produktionszellen aus. Diese Abstimmung erfolgt nahezu verzögerungsfrei, was besonders in dynamischen Umgebungen, in denen Menschen und Maschinen zusammenarbeiten, eine entscheidende Rolle für die Sicherheit spielt.

Damit die Maschinen nicht nur Daten übertragen, sondern diese auch sinnvoll auswerten können, kommt spezialisierte Hardware zum Einsatz. Ein Industrie-PC von Siemens ist hierfür mit einer Beschleunigerkarte vom Typ Qualcomm Cloud AI 100 ausgestattet. Auf diesem System läuft ein lokaler KI-Agent, der den Zustand der gesamten Anlage in Echtzeit überwacht. Tritt eine Unregelmäßigkeit auf, analysiert die Software die Ursache und schlägt dem Bedienpersonal konkrete Maßnahmen zur Behebung vor. Ebenso übernimmt die Technik Aufgaben wie die optische Qualitätsprüfung von Bauteilen, die direkt während des laufenden Prozesses stattfindet.

Sicherheit und Tempo durch lokale KI

Ein entscheidender Vorteil dieser Architektur liegt in der räumlichen Nähe der Datenverarbeitung, dem sogenannten Edge Computing. Da die Rechenprozesse direkt auf dem Werksgelände ablaufen, bleiben sensible Produktionsdaten im geschützten Raum des Unternehmens. Gleichzeitig sinken die Latenzzeiten auf ein Minimum, was Reaktionen im Millisekundenbereich ermöglicht. Siemens und Qualcomm arbeiten bereits seit Jahren eng zusammen, um die private 5G-Technologie so weit zu verfeinern, dass sie die nötige Verlässlichkeit für geschäftskritische industrielle Anwendungen bietet. (mc)

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