6-nm-Fertigung und 14,8 Gbit/s Qualcomm legt mit X105-Modem die Basis für 6G-Anwendungen

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Mit dem X105 Modem-RF System führt Qualcomm die erste 3GPP-Release-19-Hardware ein. Der Chip nutzt agentische KI zur echtzeitnahen Traffic-Klassifizierung, Quad-Band-GNSS, sowie Datenübertragung per Satellit.

Qualcomm X105: Das neue 6-Nanometer-Modem bildet das Fundament für kommende 6G-Netzwerke und intelligentes Traffic-Management.(Bild:  Qualcomm)
Qualcomm X105: Das neue 6-Nanometer-Modem bildet das Fundament für kommende 6G-Netzwerke und intelligentes Traffic-Management.
(Bild: Qualcomm)

Die Mobilfunkbranche blickt auf dem MWC in Barcelona bereits über den aktuellen Standard hinaus. Während viele Netze weltweit noch mit der vollständigen Abdeckung von 5G beschäftigt sind, schafft der US-Konzern Qualcomm die technischen Fakten für die kommenden Jahre. Mit der Vorstellung des X105 5G Modem-RF Systems präsentiert das Unternehmen die erste Hardware, die den Standard 3GPP Release 19 unterstützt. Dieser gilt in der Industrie als das Fundament für die spätere Entwicklung und Erprobung von 6G-Technologien.

Das System zielt nicht nur auf klassische Smartphones ab. Die Architektur soll den Übergang zu "5G Advanced" in verschiedenen Sektoren beschleunigen, von vernetzten Fahrzeugen und PCs über Virtual-Reality-Brillen bis hin zur industriellen Robotik und dem Internet der Dinge. Damit positioniert sich das Unternehmen an der Schnittstelle zwischen klassischer Telefonie und einer umfassenden Vernetzung aller Lebensbereiche.

Intelligente Traffic-Analyse und sparsamere Fertigung

Eine wesentliche Neuerung stellt der integrierte KI-Prozessor der fünften Generation dar. Qualcomm setzt hierbei auf sogenannte agentische KI direkt im Modem. Diese Technologie erkennt und klassifiziert den Datenverkehr in Echtzeit. Sie unterscheidet etwa, ob ein Nutzer gerade ein mobiles Online-Spiel bestreitet, ein Videotelefonat führt oder durch soziale Medien scrollt. Je nach Szenario optimiert der Chip die Verbindungsparameter, um Verzögerungen zu minimieren und die Stabilität zu erhöhen.

Gleichzeitig macht die Hardware einen Sprung bei der Fertigungstechnik: Der Funk-Transceiver wird im 6-Nanometer-Verfahren hergestellt. Dieser Wechsel in der Produktion sorgt laut Hersteller für einen bis zu 30 Prozent geringeren Stromverbrauch im Vergleich zur Vorgängergeneration. Zudem schrumpft die benötigte Fläche auf der Platine um 15 Prozent.

Satellitenfunk und Navigation für globale Erreichbarkeit

Grenzenlose Konnektivität: Mit der neuen Plattform bringt der US-Konzern Videotelefonie und schnelle Datenübertragungen in den Satellitenfunk.(Bild:  Qualcomm)
Grenzenlose Konnektivität: Mit der neuen Plattform bringt der US-Konzern Videotelefonie und schnelle Datenübertragungen in den Satellitenfunk.
(Bild: Qualcomm)

Neben der klassischen terrestrischen Anbindung integriert der X105 verbesserte Funktionen für die Kommunikation außerhalb des Funkmast-Bereichs. Das System unterstützt Videoanrufe, Datenübertragung und Sprachdienste über Satellit (NR-NTN). Damit reagiert die Branche auf den Bedarf nach lückenloser Erreichbarkeit in abgelegenen Regionen. Für eine präzisere Positionsbestimmung sorgt zudem ein neues GNSS-Modul für globale Navigationssatellitensysteme, das erstmals vier Frequenzen gleichzeitig verarbeitet und mehrere Satellitenkonstellationen parallel nutzt.

Die Leistungsdaten markieren neue Spitzenwerte in der drahtlosen Übertragung. In der Spitze erreicht das Modem Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 14,8 Gigabit pro Sekunde. Selbst in den weit verbreiteten Sub-6-Gigahertz-Bändern klettert die Rate auf 13,2 Gigabit pro Sekunde. Auch beim Hochladen von Daten legt die Technik zu und ermöglicht einen Durchsatz von 4,2 Gigabit pro Sekunde.

Zahlreiche Netzbetreiber wie die Deutsche Telekom, T-Mobile, NTT Docomo und China Mobile unterstützen die neue Plattform bereits. Erste Testmuster liefert Qualcomm derzeit an Gerätehersteller aus. Mit den ersten kommerziellen Endgeräten, die das X105-Modem nutzen, rechnet die Branche in der zweiten Jahreshälfte 2026.(mc)

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